Kleine Info: Alle Date Ideen die im ersten Teil des Kapitel vorkommen hab ich im Internet gefunden, als ich recherchiert habe. Auf so komische Ideen komm nicht mal ich.
Zack P.o.V.
„Ich werde noch verrückt! Und du bist auch keine große Hilfe!" Das war doch zum Verzweifeln, seit fast einer halben Stunde lief ich schon in meinem Zimmer auf und ab, ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein.
„Das kommt nun mal davon, wenn man erst handelt und dann denkt!" Ich hasste ihn, wenn er so besserwisserisch war. Noch mehr hasste ich ihn jedoch, wenn er auch noch Recht hatte.
„Ach halt doch die Klappe!", fuhr ich ihn an.
„Wirklich? So redest du mit deinem besten Freund? Kein Wunder, dass du so unbeliebt bist!" Über diese lächerliche Äußerung konnte ich nur hinweg lächeln.
„Als wäre ich jemals unbeliebt gewesen."
„Weißt du, Selbstverliebtheit macht es auch nicht besser."
„Du bist mir immer noch keine große Hilfe, Robin! Ich brauche dringend eine gute Idee, was ich heute mit Luke unternehmen kann!" Zum Ende verfiel ich in einen flehenden Tonfall.
„Da du ja alle meine Vorschläge scheiße findest, schlage ich vor wir fragen einfach Google. Google weiß nämlich alles." Schneller als ich gucken konnte hatte er sich meinen Laptop geschnappt und mein Kennwort eingegeben.
„Woher kennst du mein Passwort?" rief ich empört aus und ganz eventuell klang ich dabei wie ein Mädchen das seinem Freund eine Szene machte.
„Chill deine Eierstöcke, Liebling. Dein Geburtsdatum ist jetzt nicht wirklich ein originelles Passwort. Da kommt sogar ein Fünfjähriger drauf."
„Sei ruhig und google einfach." Erwiderte ich eingeschnappt.
„Wetten du kannst dir einfach kein anderes Kennwort behalten?" grinste er, seinen Blick stets auf den Bildschirm geheftet.
„Hast du jetzt endlich was gefunden?" versuchte ich genervt vom Thema abzulenken, damit ich nicht zugeben musste, dass er Recht hatte. Er wusste ohnehin, dass er ins Schwarze getroffen hatte, dies verriet mir sein teuflisch fieses Grinsen.
„Spannende Unternehmungen beim ersten Date. Das kling doch vielversprechend..."
„Dann klick das an! Ich hab nicht ewig Zeit." Befahl ich ganz in meinem Zickenmodus gefangen. Immer, wenn ich nervös oder aufgeregt war und dazu noch unter Zeitdruck stand, verfiel ich in den Zickenmodus, sprich ich meckerte alle grundlos an. Robin kannte das bereits, deshalb konnte er damit umgehen.
„Soll ich einfach mal vorlesen?"
„Du kannst lesen?" fragte ich gespielt geschockt. Er erwiderte meinen Spruch mit einem bösen Blick, las dann aber vor.
„Nummer Eins: Schreibt einen Song zusammen. Besingt zum Beispiel wie ihr euch getroffen habt und wie es überhaupt erst zu eurem Date kam."
„Meinen die das ernst? Ich werde auf keinen Fall singen!"
„Stimmt, wir wollen ja nicht das er schreiend den Rückzug antritt! Gut, was gibt es hier noch... Geht gemeinsam Minigolf spielen, veranstalte eine Fingersport-Olympiade, geht mit deinem oder seinem Hund spazieren."
„Auf was für einer dämlichen Webseite bist du da bitteschön gelandet?" Meine Stimme klang deutlich genervt.
„Ich finde die Finger Olympiade hört sich gar nicht mal so schlecht an... Ich glaube aber kaum, das sie das meinen, was ich hoffe das sie meine." Sein fieses Grinsen wich einem perversen. Dieser Junge macht mich fertig.
„Bitte verschone mich mit deinen perversen Fantasien! Ließ einfach weiter vor, okay? Das wirst du doch wohl noch schaffen."
„Tanzt einen Harlemshake! Das könnte doch lustig werden."
„Harlemshake ist sowas von Out." Gab ich schnippisch zurück.
„Ist ja gut, du Diva. Dann... Schreibt einen Brief an Gott!"
„Das kann doch nicht ernsthaft auf dieser Seite stehen, oder? Lass mal sehen." Schon hatte ich neben ihm Platz genommen und las mir die Vorschläge der Webseite durch.
„Also ich werde mit meinem Schatz definitiv Nummer sieben oder Nummer zwölf machen." Zur Unterstützung deutete er auf die entsprechenden Zeilen.
„Nummer Sieben: Unternehmt eine Brauereibesichtigung. Nummer Zwölf: Backt zusammen Hash-Brownies. Dein Ernst? Ich glaube kaum, dass Vanessa da mitspielt! Sie wirkt eher wie der Candlelight Dinner Typ."
„Ich vertraue auf meinem Charme. Dem kann keine wiederstehen." Grinste er selbstgefällig.
„Um einen äußerst dummen und derweilen extrem hässlichen Menschen zu zitieren: Selbstverliebtheit macht es auch nicht besser!" Ich ignorierte seinen Killerblick um weiter nach einer Date Idee zu suchen.
„Geocashing, die Siedler von Catan spielen, einen Poledance Kurs belegen oder meine Großeltern besuchen? Das sind Dinge, die man unbedingt machen sollte, wenn man kein zweites Date haben möchte."
„Du musst den Sachen auch erst mal eine Chance geben! Hier zum Beispiel: ‚Geht als Date gemeinsam zu Ikea. Der Ort bietet viele Raumwechsel, denn ihr könnt dort etwas essen gehen oder aus Spaß eure gemeinsame Traumwohnung einrichten. Der Gedanke macht doch Lust auf mehr.'"
Darauf wollt und konnte ich beim besten Willen nichts erwidert. Zum Glück schien man meiner Miene abzulesen zu können wie wenig ist davon hielt.
„Hey, wer steht denn bitte nicht auf schwedische Möbel und Pferdefleisch? Andererseits verläufst du dich immer im Ikea, vielleicht doch keine so gute Idee."
„Ich habe mich noch nie verlaufen! Ich habe bloß manchmal ein paar Umwege gemacht auf dem Weg nach draußen." Protestierte ich schwach.
„Jetzt hab ich die perfekte Idee! Also, hör genau zu... ‚Ihr betreibt zusammen Geheimgärtnerei!'" Aus unerklärlichen Gründen schien er restlos begeistert von dieser Idee.
„Hä?", richtete ich meine kultivierte Frage an ihn.
„Ach Zacky-Zack! Was bringt man euch in der Schule nur bei?" seufzte er melancholisch auf. „Geheimgärtnerei: verschönert eure Stadt und pflanzt Blumen an öffentlichen Plätzen, Kreisverkehren oder Straßen an."
„Ahhh... Ja klar. Ich hätte nur eine Frage. Warum?"
„Für die Bienchen! Die mögen hübsche Blümchen." Er war neben Luke definitiv der einzige Mensch, der es schaffte mich restlos sprachlos zu machen. Jedoch war es bei Luke ein gutes sprachlos, wohingegen mir auf Robins grenzenlose Dummheit einfach manchmal nichts mehr einfiel, was ich erwidern könnte.
„Okay, wir haben erfolgreich zwanzig Minuten meiner wertvollen Zeit verschwendet. Glückwunsch! Aber ich habe immer noch keine Ahnung , was ich machen soll, wenn Luke nachher kommt... Och, Mann Robin! Du bist doch mein bester Freund! Dann hilf mir jetzt auch! Sonst wer ich noch verrückt!" quengelte ich wie ein Dreijähriger.
„Wenn du dich gegen alle unkonventionellen Ideen sträubst, mach es doch einfach ganz traditionell."
„Das ist perfekt!" Begeistert von meinen Geistesblitz sprang ich vom Bett auf. Ein Blick auf die Uhr versetzte mich in Panik. „Ich muss sofort nachhause und alles vorbereiten!", schrie ich hysterisch und flüchtete aus dem Raum.
„Zack, das hier ist deine Wohnung."
„Stimmt!"
*******
Lukes P.o.V.
„Ihr seid euch wirklich sicher, dass ich so vor die Tür gehen kann?" Verzweifelt warf ich einen letzten Blick in den Spiegel, bevor ich mich zu meiner kompetenten Juri umdrehte. Da ich ja keine Ahnung hatte, was Zack plante, hoffte ich mit einem enganliegenden weißen T-Shirt, einem rotkarierten Hemd, und einer dunklen Jeans, für alle Eventualitäten gerüstet zu sein.
„Du siehst end-heiß aus, Schätzchen." Dröhnte die laute Stimme Vanessas aus den Lausprechern meines PCs. In einem Akt der Verzweiflung hatte ich sie via Skype angerufen, da ich mich nicht nur auf die Meinung meiner Schwestern verlassen wollte. Nicht das ich die modischen Kenntnisse einer Fünfjährigen anzweifeln würde, aber sicher war sicher.
„Du siehst gut aus, Bruderherz." Bekräftigte mich auch Caro.
„Und was sagt meine kleine Prinzessin?" fragte ich die Kleine, hob sie von meinem Bett hoch und nahm sie auf meinen Arm. „Sieht dein großer Bruder so gut aus?"
Eifrig nickte sie, schenkte mir eines ihrer unfassbar niedlichen und herzerwärmenden Lächeln, denen niemand wiedersehen konnte, und fügte noch ein simples „Ja" hinzu.
„Na, wenn die Prinzessin das sagt, muss es ja stimmen!", stellte ich zufrieden fest.
„Ach und wir sind keine Prinzessinnen?", empörte sich Caro gespielt.
„Ihr sei doch zu alt für Prinzessinnen! Ihr seid schon Königinnen.", erklärte ihr Mia strahlend.
„Bevor das hier noch in einen gigantischen Geschwisterstreit ausartete, mach ich mich mal vom Acker. Robin wollte nachher auch noch vorbei kommen. Also mach es gut, Schnuckel. Vergiss aber nicht, mir nachher zu schreiben wies gelaufen ist. Und lass keine Schweinerein aus!" Mit einem Plopp schloss sich das Skype Fenster.
„Was ist eine Schweinerei?" fragte Mia und zog dabei auf äußerst entzückenden Weise ihr kleines Näschen kraus. Das dieses Weibsstück Vanessa nicht einmal nachdenken konnte, bevor sie los plapperte.
„Ähm... Schweinerei ist ein anderes Wort für.... Blödsinn! Wenn du bei Leo bist macht ihr doch auch immer ganz viel Quatsch zusammen, genau wie Zack und Luke.", rette Caro gerade noch. Ich schenkte ihr ein dankbares Lächeln und hoffte nur, dass Mia beim nächsten Besuch bei Leo nicht irgendetwas wie: „Komm wir machen Schweinereien!" rufen würde. Denn das wollte ich beim besten Willen nicht Leos Eltern erklären müssen.
„So ich muss dann jetzt auch los. Bekomm ich noch einen Kuss von meiner Lieblingsprinzessin?" Als Antwort bekam ich einen dicken Schmatzer auf meine Wange gedrückt. Nach einem „Viel Glück, Brüderchen!" von Caro und einem „Tschüss, Luki" von Mia, machte ich mich auf den Weg zu Zacks Wohnung.
______
Mein Herz pumpte wie verrückt in meinem Brustkorb, als ich den kleinen Knopf neben Zacks Wohnungstür drückte. Gespannt wartete ich, dass jemand öffnete, doch Fehlanzeige. Verwirrt holte ich mein Handy heraus um Zacks letzte Nachricht zu lesen.
18 Uhr.
Bei mir zuhause.
Freue mich.
Es war genau achtzehn Uhr, warum machte er also nicht auf. Ich klingelte erneut. Diesmal hörte ich lautes Gepolter hinter der verschlossenen Tür, gefolgt von wilden Flüchen. Keine fünf Sekunden später riss Zack die Tür auf.
„Hey, tut mir Leid, dass ich nicht gleich geöffnet hab, musste noch was fertig machen, bevor ich dich reinlassen konnte." Grinste er mir entgegen.
„Schon okay." Grinste ich ebenso strahlend zurück.
„Ich freu mich, dass du gekommen bist." Und bevor ich etwas erwidern konnte, verschloss er unsere Lippen zu einem kleinen unschuldigen Begrüßungskuss. Mein bereits rasendes Herz legte nochmal einen Zahn zu.
„An diese Art von Begrüßung könnte ich mich durchaus gewöhnen.", schmunzelte ich. Er begann zu lachen und bat mich rein zu kommen.
Kaum das ich den Flur betreten hatte strömte ein atemberaubender Duft in meine Nase, erst jetzt bemerkte ich, dass Zack sich eine Kochschürze umgebunden hatte. Ich musste zugeben er sah wirklich sexy damit aus.
„Du hast gekocht." stellte ich das Offensichtliche fest.
„Gut kombiniert, Einstein." Erwiderte er neckend.
„Es hat mich nur überrascht. Ich wusste nicht, dass du kochen kannst." Ich nahm prinzipiell an, das alle Menschen so untalentiert waren wie ich. Simple Sachen wie Nudeln mit Soße bekam ich gerade noch hin, aber für alles was mehr Können verlangte war Caro zuständig.
„Tja, ich bin halt voller Geheimnisse." Er präsentierte sein verflucht charmantes Grinsen, das mich zugleich verzauberte und neidisch machte.
„Du kannst deine Sachen einfach irgendwo hinlegen. Das Essen ist gleich fertig. Aber geh unter keinen Umständen ins Wohnzimmer." Erklärte er, bevor er sich wieder auf den Weg in die Küche machte um nach dem Essen zu sehen.
„Was ist denn im Wohnzimmer?" erkundigte ich mich neugierig, während ich mich meiner Sachen entledigte.
„Das ist eine Überraschung." Kam es aus der Küche.
„Und was gibt es zu essen?"
„Das ist auch ein Überraschung."
„Hab ich dir schon mal gesagt, dass ich Überraschungen hasse?", erkundigte ich mich genervt.
„Da musst du jetzt leider durch, Barbiegirl!" Grinsend erschien er wieder im Flur und machte Kurs auf mich.
„Ich hasse diesen Spitznamen.", beklagte ich mich bei ihm.
„Ich finde er passt zu dir." Er stellte sich direkt vor mich und grinste herausfordernd.
„Ach, du findest also, dass das Symbol für plastische Schönheit und Unnatürlichkeit zu mir passt? Ganz abgesehen davon, dass diese Barbiepuppen kleinen Mädchen völlig falsche Vorstellungen davon machen was wahre Schönheit ist, machen si...."
Verführerisch warme Lippen auf meinen unterbrachen meinen Redefluss. Ich hätte nichts dagegen, wenn er mich demnächst immer so zum Schweigen bringen würde. Er löste unsere Lippen voneinander, blieb aber trotzdem noch so nahe bei mir stehen.
„Du bist unheimlich niedlich, wenn du dich so aufregst.", hauchte er gegen meine Lippen. Ich überbrückte die Distanz zwischen unseren Lippen und verband sie erneut zu einem Kuss, doch diesmal fordernder. Ich legte meine Hände in seinen Nacken, zog ihn so nah es ging an mich. Ich wollte ihm nahe sein, doch es war nicht genug. Mitgerissen von der Leidenschaft die ich in den Kuss legte, drücke Zack mich gegen die Wand hinter mir und presste seinen Körper gegen meinen. Ich versank immer mehr in dem Rausch dieses atemberaubenden Kusses. Ich gab mich ihm ganz hin, ließ alle meine Mauern fallen, entblößte mein Inneres und es fühlte sich so verdammt gut an.
Schwer atmend lösten wir uns nach einer gefühlten Ewigkeit voneinander. Ich konnte meinen Blick nicht von seinen unfassbar schönen blauen Augen nehmen, dieses intensive Blau hatte mich direkt in seinen Bann gezogen. Sie waren eine Mischung aus der unendlichen Weite des Himmels, versprachen pure Freiheit, und den Tiefen des Meeres, die versuchten einen zu erdrücken und einzuschüchtern. Es war ein Wiederspruch in sich, wie so vieles an ihm.
„Das Essen wird kalt." Flüsterte er, als hätte er Angst diesen Moment zu zerstören, wenn er zu laut sprach.
„Hab keinen Hunger." log ich, beugte mich vor um ihn erneut zu küssen, doch in diesem Moment meinte mein Magen, dass er sich auch mal zu Wort melden sollte. Das laute Knurren, das aus meinem Bauch kam, brachte Zack zum Lachen.
„Na gut, vielleicht hab ich ein bisschen Hunger.", gab ich lächeln zu.
„Komm mit!" er löste sich von mir und zog mich an der Hand hinter sich her.
„Wohin denn?" Man könnte sagen ich war ein ziemlich neugieriger Mensch.
„Du bekommst jetzt deine Überraschung." Vor der Wohnzimmertür stoppte er.
„Bereit?", wollte er grinsend wissen.
„Bereit." strahlte ich.
Dann öffnete er die Tür.