"Hast du sie angefasst?"
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Die nächsten Tagen verliefen nicht so wie ich es mir erhofft hatte,
Ich dachte dass sich nachdem was zwischen Draco und mir passiert war, wenigstens ein bisschen etwas ändern würde. Doch es blieb alles beim alten. Seine Machtspielchen nahmen einfach kein Ende und raubten mir Nacht für Nacht mehr meines Schlafes. Doch so sehr und oft ich auch darüber nachdachte, kam ich zu keinem Entschluss.
Seine Eifersucht glich der des Jokers, sobald es um sein Herzstück Harley Quinn ging. Sein Beschützer Instinkt war vergleichbar, wie der eines Wildschweines wenn es um seine Jungen ging. Und die Aggressionen die er innerhalb Sekunden zum Vorschein bringen konnte, waren das Ebenbild eines wütenden Bären.
Es ließ mir keine Ruhe und brachte mich dazu immer tiefer nach Antworten zu graben. Ich dachte darüber nach, wie es bei seinen anderen Eroberungen abgelaufen war. Natürlich hatte ich davon nie sonderlich viel mitbekommen, doch einen Bruchteil so wie fast alle aus dieser Schule.
Pansy, Astoria und unzählige weitere Mädchen, die sich alle als eine von Draco's Eroberungen bezeichnen konnten, doch noch nie hatte ich auch nur bei einem dieser Mädchen so etwas wie Eifersucht, Besitzergreifung oder überhaupt Interesse, Draco's Seite mitbekommen. Nicht einmal etwas, was auf diese Machtspielchen hinweisen würde, die er nun an mir auslebte.
Meine Kopfschmerzen glichen der einer Oberkommissarin, die seit Tagen an einem Fall saß der ihr den letzten Nerv raubte und ihr trotz ihrer tiefen Überlegen nichts weiter brachte, als noch mehr Fragezeichen.
Die letzten Tage hatte ich mich so allein gefühlt wie noch nie zuvor. Ich genoss jede Sekunde die sich normal anfühlte und ich mir nicht den Kopf zerbrechen musste. Jedoch auch nur so lange, bis hinter der nächsten Tür oder Mauer Draco's sichtlich verärgerter Blick auftauchte, der nichts weiter ausdrückte als den Befehl sofort in mein Zimmer zu gehen.
Die einzigen Orte an denen man mich die letzten Tage zu sehen bekam, waren die jeweiligen Klassenzimmer zwischen denen sich der Unterricht wechselte. Ich war mir nicht einmal mehr sicher ob ich noch in der Lage war zu sprechen, da ich es seit Tagen nicht mehr getan hatte und alles was ich in meinem Hals spüren konnte, der Klos war der sich durch mein ewiges Schweigen gebildet hatte.
Ein weiterer Tag der Isolierung, des Schweigens und des Kopfzerbrechens neigte sich dem Ende zu, als ich auf dem Weg zurück in mein Zimmer war und eine bekannte Stimme hinter mir, meinen Namen rufen hörte,
„Y/n!" rief die Stimme, die sofort alles in mir zusammen zucken ließ, bei dem Gedanken daran was passieren würde wenn Draco mich mit dieser Stimme sprechen sehen würde,
"Ich habe keine Zeit, Cedric." sagte ich hastig und beschleunigte das Tempo meiner Schritte, welches er durch seinen festen Griff an meinem Arm zum stoppen brachte,
„Y/n, bitte ich muss mit dir reden-"
„Ich kann jetzt aber nicht, also bitte lass mich los." versuchte ich ihn abzuwimmeln und mich vergebens aus seinem Griff zu befreien,
„Lass uns hier reden," sagte er hastig und zog mich in einer schnellen Bewegung hinter sich mit in einen kleinen Raum, der nur wenige Meter von uns entfernt war,
"Verdammt Cedric, bitte lass mich einfach gehen," sprach erneut nichts weiter als die Angst aus mir, an den erneuten Gedanken daran was passieren würde, würde Draco uns hier zusammen auffinden,
"Wieso redest du nicht mit mir?" fragte er mit besorgtem Blick, während ich vergebens versuchte an ihm vorbeizukommen, "Du antwortest auf keine meiner Nachrichten und jedes Mal wenn ich dich sehe, gehst du mir aus dem Weg. Denkst du ich bemerke diese plötzliche Panik nicht sobald ich mich in deine Richtung bewege?"
"Es ist kompliziert, Cedric. Viel zu kompliziert um es dir irgendwie erklären zu können,"
"Das glaube ich nicht," sagte er entschlossen und griff nach meinen Schultern, wodurch er mich zum still stehen brachte, "Also sag es mir,"
Meine Lippen trennten sich, im Begriff etwas zu sagen, brachten jedoch nicht mehr raus als unsicheres Gestotter, da ich absolut keine Ahnung hatte was ich ihm erzählen sollte,
"Ich will dich doch nur beschützen," Erschöpft ging ich in die Hocke und hielt mir eine Hand an die Stirn, direkt auf die Stelle wo sich seit Tagen meine ununterbrochenen Kopfschmerzen befanden,
"Wovor?"
Still blickte ich zu ihm hinauf,
Mein Kopf schmerzte zu sehr um mir eine weitere Ausrede für Draco's Handeln auszudenken. Die Wahrheit hingehen war in diesem Fall auch keine einfache Variante. Er würde es weder verstehen, noch so stehen lassen wollen. Und das letzte was ich gerade gebrauchen konnte war ein Cedric der meint vor Draco den rettenden Herkules spielen zu müssen. Von Draco's vermutlichem Handeln ganz zu schweigen, würde er herausfinden dass ich Cedric auch nur einen Funken davon erzählt habe.
"Vor Malfoy?"
Leicht kopfschüttelnd richtete ich mich wieder auf und war erneut im Begriff an ihm vorbei zu gehen, was an seinem erneuten und diesmal etwas zu starkem Griff an meinem Arm scheiterte,
Er zog mich zurück und brachte mich durch den starken Schwung dazu, direkt auf meine Knie zu fallen,
"Fuck," Sichtlich schockiert blickte er einen Moment lang mit seinen weiten Augen zu mir hinab, "Das wollte ich nicht, hast du dich verletzt?" fragte er mit besorgtem Ausdruck und bot mir seine Hand an, an der er mir in einer langsamen Bewegung wieder aufhalf,
"Alles in Ordnung," gab ich flüchtig zurück und blickte auf das Loch in meiner Hose, das der Sturz verursacht hatte,
"Sicher? Ich könnte-"
"Mich bitte einfach gehen lassen," unterbrach ich ihn, sichtlich erschöpft und absolut nicht in der Laune für irgendetwas,
Für einen kurzen Moment senkte er seinen Blick, bevor er wieder aufsah und mich aufgebend anlächelte,
Das selbe tat ich ebenfalls auf eine verständnisvolle und dankbare Weise, als ich sah wie er einen Schritt zur Seite ging und mir endlich den Weg zur Tür gewehrte,
Erleichtert atmete ich aus, als ich durch die Tür trat und endlich wieder Tageslicht vor mir sah,
Diese Erleichterung hielt allerdings nur wenige Sekunden an, bevor meine Augen auf die des blonden Slytherin trafen, der sich an der Wand gegenüber von uns angelehnt hatte,
Sein Unterkiefer drehte gefährliche Kreise die unmöglich zu übersehen waren und seine Faust ballte sich zusammen, so dass die Adern darauf immer stärker zum Ausdruck kamen und man denken könnte sie würden jeden Augenblick platzen. Von seinem hasserfüllten Blick mir gegenüber, ganz zu schweigen,
Doch gerade als ich dachte, jetzt könnte es nicht schlimmer kommen, sah ich seine Augen in einer langsamen Bewegung an mir hinab wandern, wo diese schlussendlich an meiner kaputten Hose angelangten und sein Blick mir bereits nach Sekunden verriet er was nun dachte,
Cedric und ich gemeinsam in diesem kleinem Raum, raus komme ich mit einer kaputten Hose, ausschließlich an meinen Knien, als hätten diese eine Begegnung mit dem Boden gehabt,
Als Cedric ebenfalls vollends aus der Tür getreten war, legte er vorsichtig seine Hand auf meine Schulter und war im Begriff etwas zu sagen, was er jedoch unterbrach als sein Blick ebenfalls auf den blonden Slytherin an der gegenüberliegenden Wand fiel,
"Hast du dich verlaufen, Malfoy?" stichelte Cedric,
"Eigentlich nicht," gab er zurück und legte seinen Kopf leicht zur Seite, "Ich habe etwas verloren,"
"Etwas das mir gehört," fuhr er fort und begann sich mit langsamen Schritten und immer noch drehendem Unterkiefer in unsere Richtung zu bewegen, "Und nun habe ich es gefunden, jedoch nicht so wie ich es finden wollte,"
"Ich bin ein Mädchen, Malfoy. Kein Gegenstand oder sonstiges, du kannst mich also gerne bei meinen richtigen Pronomen nennen und das lautet Sie," Genervt verdrehte ich die Augen, woraufhin Cedric schmunzeln musste,
Draco jedoch ließ keine einzige Miene von sich und hielt seinen hasserfüllten Blick weiterhin auf Cedric gerichtet, was ihn ebenfalls dazu brachte seine Aufmerksamkeit zurück auf Draco zu bringen,
"Hast du sie angefasst?" fragte Draco völlig gelassen, doch ließ die Ernsthaftigkeit seiner Worte deutlich raushören,
"Draco, er-" begann ich, doch wurde durch seinen Finger, der mir still signalisiert hatte leise zu sein, unterbrochen,
"Ich frage dich noch einmal," Erneut bewegte er sich auf Cedric zu und füllte die letzten Zentimeter zwischen den beiden, bis sie sich direkt gegenüber standen,
"Hast du sie angefasst," sprach er erneut, diesmal klang es jedoch nicht wie eine Frage. Er verlangte eine Antwort,
Cedric's Mundwinkel erhoben sich,
Als ich dies bemerkte schloss ich langsam meine Augen und nahm einen tiefen Atemzug,
Diese sprangen allerdings sofort wieder auf, als ich ein lautes Keuchen vernahm, welches Draco's Faust in Cedric Mages ausgelöst hatte,
"Draco!"
Völlig unberührt von mir, packte Draco ihn am Kragen und schlug mehrere Male mit reichlich Schwung und Kraft mitten in Cedric's Gesicht, bis dieser zu Boden fiel,
Doch selbst als er lag ließ Draco seinen Kragen nicht los und schlag weiter auf ihn ein,
"Sie, gehört, verdammt, nochmal, mir." Nach jedem Wort zielte und traf er Cedric's Gesicht, welches mittweise schon mit Blut überdeckt war, ebenso wie Draco's Faust,
"Denk daran wenn du das nächste mal vor hast sie zu berühren," Ein letzter harter Schlag folgte, bevor zwei Jungs von hinten an Draco Hand anlegten und seine Arme bewegungslos machten,
Völlig geleitet von seiner Wut, hinderte ihn das jedoch nicht weitere Versuche zu wagen, weiterhin auf Cedric einzuschlagen,
Selbst als Professor Snape bereits bei uns angekommen war, beruhigte Draco sich nicht weshalb die beiden Jungs ihn, auf Snape's Anweisung hin, weg schafften,
Völlig bewegungslos stand ich da, zitterte und traute mich kaum einen Atemzug zu tätigen,
Zwei Gryffindor's die gerade um die Ecke gekommen waren, wurden von Snape herüber gewinkt und beauftragt Cedric in den Krankenflügel zu bringen,
Vorsichtig legten sie seine Arme über ihre Schultern und bewegten sich mit kleinen Schritten immer weiter in Richtung Krankenflügel, wobei ich ihnen ein Stück folgte,
"Es tut mir so unendlich leid, Cedric."
"Es ist nicht deine Schuld," brachte er leise und mit letzter Kraft über seine blau, lilafarbenen Lippen,
"Willst du das ich mitkomme?"
"Nein, y/n. Ich bin sicher für dich war das genauso ein Schock, den du jetzt erstmal verdauen musst,"
"Hör auf zu reden, oder willst du noch mehr Schmerzen?" warf einer der Gryffindors ein, woraufhin Cedric erschöpft seinen Kopf in den Nacken fallen ließ,
"Es tut mir leid," sagte ich ein weiteres und letztes mal, bevor mein weitergehen stoppte und ich stehen blieb während ich ihnen noch hinterher sah,
Erschöpft saß ich mich auf eine der Treppenstufen hinter mir und verankerte, mit gesenkten Blick, beide Hände in meinen Haaren,
Wieso musste er ihn auch so provokant angrinsen, anstatt ihm einfach mit einem Nein auf seine Frage zu antworten. Doch auch wenn ich es nicht verstand, wollte und konnte ich Cedric die Schuld dafür nicht geben.
Es war meine. Einzig und allein.
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