Ich gucke in leere, angeschwollene, blaue Augen. Langsam gucke ich zu dem Mund der Person vor mir. Sie zitterten leicht. Plötzlich sehe ich eine Träne, die die Lippen einzogen. Mein Blick fällt wieder zu den aufgerissenen Augen, die mich erschreckend angucken. Ich gucke die roten, hervorstechenden Adern auf dem hellroten Hintergrund genau an. Ich habe das Gefühl, als würden die Adern immer mehr und größer werden. Plötzlich verschwammen meine Sicht auf die blauen Augen, schnell wische ich mir über meine. „Reiße dich gefälligst jetzt zusammen." ist das, was ich unter einem leichten Wackeln in der Stimme aus mir raus bekomme.
Schnell wende ich mich meinem Spiegelbild ab und wende mich den Klamotten, der letzten Tagen, auf dem Boden zu. Ich nahm mir schnell meine allgeliebte schwarze Hose, mit zwei Riesen Taschen an den Seiten. Während ich die grün, weiß, karierte Jogginhose mit den zwei S die auf eine Schlange andeuten, auszog, wische ich mir flink, als wäre es alltäglich, die angesammelten Tränen aus den Augen. Ich wusste, dass ich den weißen Pullover meines Freundes mit der schwarzen Aufschrift „NewYork" anziehen werde und das tat ich keine 10 Sekunden später auch. Ich gucke meinen Boden mit den vielen Sachen an und fand auch schnell Socken, in die ich reinschlüpfte.
Meine Mama rief, dass ich runter kommen soll und das tat ich auch. Meine nicht gemachten Haare waren in einem nicht mehr ganz so gemachten hohem Zopf gebunden. Meine Augen waren immer noch verheult, aber es war mir egal, da sie wusste, warum ich weinte. Ich lächelte sie mit meiner ganze Mühe an, was nicht lange hielt, da es gebrochen war. Ich nahm mir meine dunkelroten Chucks und zog die an. Mit einer flinken Handbewegung hatte ich auch schon meine basic, schwarzen Stoffmaske in der Hand. Ich war nicht in Quarantäne, trotzdem kam ich nie raus. Meine Mama zwang mich nun raus zu kommen, aber es war falsch, ich wollte alleine sein und dem Jungen, der bei uns eingezogen war aus dem Weg gehen, stattdessen saß ich nun neben ihm und er hört wieder unverschämt laut seine TikToks. Meine Mama und sein Papa sind einkaufen und ich? Nun ja, gucke den Regentropfen beim Runterlaufen der Autoscheibe runter.
Ich wollte es nicht mehr. Nichts mehr. Außer nach Hause. Ich war leerer als sonst zu vor.