Ich war zwei Menschen. Ich hatte zwei Körper. Und war an zwei Orten. Meine Körper kamen zusammen und umschlangen einander. Sie erlebten Euphorie.
Dann wurde ich eins. Alles war verbunden in einem einzigen Kosmos. Es gab kein hier und dort. Kein heute und morgen. Kein ich und du. Ich lebte friedlich in meiner Isolation. Allein und doch in Geborgenheit.
Nun bin ich getrennt und suche nach mir selbst. Ich weiß nicht, wo ich bin, und auch nicht, wo ich nicht bin. Verwirrung, Angst und Sehnsucht bereiten mir Schmerzen in meiner Brust... oder ist es mein Bauch oder mein Kopf? Ich weiß das nicht. Alles, was ich tun kann, ist, die Schmerzen laut hinaus zu schreien.
Plötzlich höre ich neben mir ein Geräusch. Es kommt von einem schwarzen Geschöpf, welches dicht um mich herumfliegt. Dieses Geschöpf gibt hohe, fremdartige Töne von sich. Solche Töne hörte ich nie. Früher gab es nur ein dumpfes, gleichmäßiges Pochen: Bum bum, bum bum.
Das schwarze Geschöpf landet neben mir und verstummt kurz, ehe es erneut seine zarten Pfeiftöne erklingen lässt.
Wer bist du?, frage ich es.
Mit seinen schwarzen Schwingen erhebt es sich in die Lüfte und verschwindet, ohne mir Antwort gegeben zu haben.
Unwillkürlich empfinde ich ein ganz neues Gefühl in mir, das mich von da an nie mehr loslassen wird:
Neugierde.
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Erster Tag
PoetryEine super kurze Geschichte, mit reichlich Poesie. Sie erzählt vom Leben und von der Neugier, die wir in uns tragen. Es gibt keine Handlung, ich beschreibe einfach nur eine kurze Szene. Ich werde hier nicht direkt erzählen, was ich mir dabei gedacht...
