Engelskuss

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PROLOG

Die Nacht wahr kühl als ein Mädchen mit nackten Füssen über die Stasse lief. Der Boden war kalt und rau und schliss ihre Füsse auf, es brannte aber sie rannte weiter. Ihr Kopf schmerzte immer noch und sie spürte, wie warmes Blut an ihrem Kinn entlang rann. Der Mond schien heller als normal dachte sie und konzentrierte sich wieder auf die Stasse. Jemand rief, eine grollende Stimme voller Zorn. Er würde sie nicht vermissen, nein er würde gar nicht merken das sie weg war. Sie lief noch schneller und ihre Lunge brannte als wäre Feuer in ihr.

Als sie stehen blieb stand sie mitten auf der Brücke. Sie stellte sich an das Geländer und sah hinab. Sie sah den Fluss weit unter sich glitzern und das Mondlicht warf Reflektionen die wie Sterne funkelten. Ihre Arme schmerzten von seinen Schlägen, und ihr Kopf pochte. Sie legte die Hände um das kühle Metall welches sich flüsternd an ihre Haut schmiegte. Sie war sich sicher, sie würde es tun. Sie stieg über das schützende Geländer und stand knapp an der Kante, ein Wind stich ihr über das Gesicht und brachte ihre Haare durch einander, so als würde er sie liebkosen und küssen. Sie erschrak und eine Gänsehaut lief ihr über den Rücken als sich eine schmale Hand auf ihre Schulter legte, diese war kräftig aber nicht die ihres Vaters. Noch eine Hand, welche sie auf die andere Seite des Geländers hoben. Ihr gegenüber stand ein Junge etwas älter als sie mit schwarzen Haaren und grauen Augen, seine Haut war blass und leuchtete fast weiss im Mondschein. Er nahm sie in den Arm, hielt sie fest und flüsterte: "Es tut mir leid. Ich werde es besser machen." Seine Hände legten sich sanft um ihr Gesicht und ein kribbel durchfloss ihre Wangen und den Nacken und dann küsste er sie, sachte, aber es fühlte sich an wie heisser Honig der ihren Körper umgab, es fühlte sich zum ersten mal Gut an. Glück könnte man es nennen. Dann waren sie beide von der Brücke verschwunden. Und der Mann der verschwitzt und schwankend am Anfang der Brücke stand sah nur noch wie zwei geisterhafte Gestalten eng aneinander geschlungen sich in Luft auflösten.
Seine Tochter sah er nie wieder.

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