Kapitel 1

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Ich rannte so schnell wie noch nie in meinem Leben zuvor gerannt bin. Meine Füße glitten über den Waldboden und sprangen über Äste und kleine Baumstämme. Meine Lunge saugte die Luft förmlich auf und meine Augen suchten panisch den Wald nach Gefahr ab.
Ich kannte mich in diesem Teil des Waldes nicht aus, doch trotzdem trugen meine Beine mich weiter in den immer dunkel werdenden Wald.
Nach einigen Minuten jedoch stolperte ich jedoch nur noch über jede so noch so kleine Unebenheit und meine Lunge fühlte sich an als würde sie jeden Moment zerreißen. An einem mit moosbewachsenen Baumstamm sackte ich letztendlich in mich zusammen. Es fühlte sich so an, als würde mein Körper vibrieren. Ich japste nach Luft und schloss für einen kurzen Moment die Augen, immernoch mit der Angst dass SIE mich verfolgen. Meine Psychofamilie
Bis vor ein paar Tagen hätte ich niemals daran gedacht zu fliehen. Ich habe nie einen Zweifel gesehen, dass sie nicht meine echte Familie sein könnten. Es hat sich manchmal wirklich wie eine normale Familie angefühlt. Ich erinnere mich an die Abende, wo wir gemeinsam Spiele gespielt hatten und nein, ich meine keine Spiele wo Menschen gefoltert werden oder sterben, sondern Spiele wie Mensch-Ärger-Dich-Nicht, Monopoly oder UNO. Ich erinnere mich an das Lachen von meinem kleinen Bruder James der es lustig fand wie sich mein Vater, ich meine Psychovater, aufregte wenn er verlierte. Oder an meine Schwester Luci, die so schlau war, dass sie jeden Spielzug von uns kannte. Oder mein Bruder Jakob der in Monopoly so geschickt spielte, dass er immer die meisten Straßen besitzte. Meine „mum" verwöhnte uns meistens mit Tee und Cookies, und zwar normale Schoko-Cookies.
Ich stiess einen Seufzer aus, doch mir wurde schnell wieder bewusst das es richtig war zu fliehen. Es wäre falsch gewesen zu bleiben.
Vor allem weil ich jetzt weiß das ich eine richtige Schwester hatte, nämlich Kate.
Hatte...
Ich verzog mein Gesicht, das hätte alles niemals passieren dürfen!
Wütend schmiess ich meinen Rucksack gegen den gegenüberliegenden Baum. Ich war wütend auf mich selber. Wütend, das ich Kate nicht retten konnte und wütend darauf das ich einfach weg gelaufen bin.
Einige meiner Klamotten, die ich auf der Schnelle in meinen Reiserucksack gestopft hatte fielen heraus, darunter mein Kuscheltierkatze, die ich schon seit meiner Geburt hatte. Ich zog sie zu mir und drückte sie mir gegen die Brust. Sie hatte immer noch diesen eigenartigen Geruch in ihrem Kuscheltierfell. Der Geruch nach altem Haus und nach Blut.
Angewidert stiess ich sie von mir weg und mir wurde wieder bewusst, dass es eine richtige Entscheidung war weg zu laufen. Ich hatte mich nie wirklich so wohl gefühlt wie es meine Geschwister getan hatten. Ständig habe ich alles hinterfragt und mir zu viele Gedanken darüber gemacht, wie zum Beispiel Menschen-Nackensteak zu essen. Natürlich bin ich so groß geworden und war es Gewohnt so etwas zu essen, aber das „normale" Menschen sowas nicht essen, war mir durchaus bewusst. Es war nicht richtig so weiter zu machen und das Leben von Menschen auszulöschen die vielleicht sogar selber eine Familie hatte. Ich seufzte, wie gerne wäre ich nur glücklich mit meiner Familie geworden, aber es durfte nicht so sein!
Mein Entschluss stand fest: Ich musste hier weg. Sehr weit weg.
Ich rappelte mich auf, meine Beine fühlten sich immer noch schwach vom rennen an und es wurde mal zu mal dunkler, aber ich durfte keine Pause machen. Es war gut möglich das mein Vater mich suchen kommt, um vielleicht genau das zu mit mir zu tun was er mit all den Menschen getan hatte. Ihm war schließlich klar das ich niemals so sein werde wie der Rest der Familie, warum sollte er mich deshalb am Leben lassen wenn ich doch dafür sorgen könnte das er hinter Gittern kommt.
Ich sammelte meine Klamotten und mein Kuscheltier vom Waldboden auf und stopfte sie zurück in den Rucksack.
„Na dann aber los" murmelte ich und schulterte meinen Rucksack auf. Ich musste so schnell wie möglichst die nächste Stadt erreichen, Willstown. Dort hatte ich zuletzt Leon im Starbucks kennengelernt und mit nach hause genommen wo er letztendlich auf grausamer Art von meinem Vater getötet wurde. Zugeben, ich hatte ihn von seinen qualenden Schmerzen erlöst. Ich hoffe dass es eine richtige Entscheidung von mir war.
Plötzlich ertönte einige Meter vor mir einen Geräusch, als wäre jemand ungeschickt auf einen Ast getreten.
Ich erstarrte und ich spürte wie jeder einzelne Muskel in meinem Körper erstarrte.
„Jane! Wo zur Hölle steckst du?!" Schrie eine sehr vertraute Stimme.
Es war die Stimme meines Vaters...

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Hey Leute,
ich melde mich auch nach langer Zeit wieder zurück auf Wattpad. :)
Mir ist die letzten Wochen bewusst geworden, wie sehr ich das Schreiben vermisse und vor allem auch in die eigene Fantasie abzutauchen.
Nachdem ich gesehen hatte, dass der erste Teil von meinem Buch so gut bei euch angekommen ist, wollte ich euch natürlich weiter mit auf die Reise von Jane nehmen.
Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und Ratschlägen nehme ich auch gerne entgegen :)

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⏰ Last updated: Oct 10, 2020 ⏰

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