Heute sind wir älter und haben lange nichts mehr voreinander gehört.
Ich weiß nicht, was du heute machst, wo du heute bist oder was du am liebsten magst.
Es spielt auch keine Rolle mehr.
Du hast gesagt, dass man den Himmel fotografieren soll, wenn er besonders aussieht, weil er vielleicht nie wieder so aussehen wird.
Früher hast du immer gefragt, was wir sind, wo das mit uns hinführt, was ich eigentlich will.
Ich hab dir nie eine Antwort gegeben.
Vielleicht, weil ich es nicht wusste, vielleicht, weil ich uns nie verstanden habe.
Aber heute würde ich dir eine geben.
Wir haben füreinander gebrannt. Wir waren so monoton und doch so leidenschaftlich. So unterschiedlich und doch so gleich.
Ich kann dir nicht sagen, ob es Liebe war oder einfach nur das Verlangen, geliebt zu werden, aber als ich Sonntag früh draußen vor dem Haus stand hab ich in den Himmel geguckt und an dich gedacht, weil wir beide nie wieder so sein werden.
Natürlich hab ich zuvor oft an dich gedacht,habe oft an uns gedacht, aber dieses mal war es, als würde ich mit den Füßen auf dem Boden schweben.
In dem Moment, hättest du den Himmel fotografiert, weil er vermutlich nie wieder so aussehen wird.
Und dann habe ich akzeptiert, dass manche Dinge nicht für immer halten und dass alte Erlebnisse nicht einfach so zu Erinnerungen werden.
Das alles und die Magie zu erkennen, die der Himmel hat, so, wie du es mir gezeigt hast.
DU LIEST GERADE
Himmel
PoetryEine Kurzgeschichte, eher ein Gedicht über das Loslassen. Seht selbst!
