Chapter one

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Ich.

Das ist Penelope Auston. Braun-schwarzes Haar, blaue Augen. Ein Nostril in der Nase. Und chaotisch. Das absolute Gegenteil eines eleganten Mädchens eben.

Tja, das bin ich. Ich lebe mit dem, was ich kann, ich bin so, wie ich bin, chaotisch, durchgeknallt, bescheuert und doch eigentlich sehr klug.

Schon im frühen Kindesalter wurde mir beigebracht, mich vor gewissen Dingen zu schützen.
Und Probleme hab ich so gut wie nie gehabt.

Mein einziges Problem ist, dass ich vor verschlossenen Türen stehe.
Eigentlich sollte heute der neue Abschnitt in meinem Leben sein: das Leben bei Familie Andorsen. Eine stinkreiche Familie. Ein riesen Haus, ich könnte zehn Bäume hochklettern, ich wäre immernoch nicht auf dem Dach. Naja, so fühlt es sich an. Im schätzen war ich noch nie besonders gut.

Die Andorsons sollen Freunde meiner Mom gewesen sein. Also, bevor sie starb. Denk jetzt nicht, ich heule hier groß rum. Ich möchte gar nicht so viel labern, Vergangenheit hin oder her, hier im jetzt lebe ich.
Ich sollte von dieser Familie aufgenommen werden, quasi als Waisenkind. Klingt schon armselig. Puh

Naja, egal.
Wie komme ich jetzt da rein?

Es ist 19:34 Uhr. Ich schaue an dem schwarzen, hochwertigen Zaun nach oben. das Haus, wohl eher die Villa ist so groß! Wer soll sich denn da wiederfinden?
Und vor allem so teuer alles! Ich schau unauffällig zu meinem schwarzen Minikoffer, ein Loch darin, vollgesandet. Dann wandert mein Blick an mir herunter; eine lockere Jeans mit Löchern, einen schwarzen, engen Rollkragenpullover, darüber ein Rockershirt. Offene Haare, in der oberen Partie zu einem messidutt zusammengebunden.
Ich klopfte mir den Sand von meinen Knien, sodass ich nicht ganz so merkwürdig aussah.
Ich hatte mich gefreut, nach 7h Zugfahrt endlich da zu sein. Und jetzt stand ich hier. Im Nieselregen.

Ich schaute mich um.
Meine Fresse, so ein großes Haus, aber keiner da!
Egal. Ich schmiss meinen Koffer mühselig über den gefühlt fünf Meter hohen Zaun. Der dumpfe Knall beim aufkommen hörte sich so an, als wäre der Koffer kaputt gegangen.
Ja was soll ich tun? Es geht hier und überleben! Wer weiß, was außerhalb des Zauns für Menschen herumlaufen !?
Ein bisschen gruselig war das Grundstück schon, aber da er dunkel wurde, könnte ich mich immerhin hinter irgendwelchen Statuen im Garten vor einem Zombie verstecken.
Bei dem Gedanken überkam mich neue Energie. Also machte ich weiter  und kletterte meinem Koffer - oder allem, was davon noch übrig war- hinterher.
Plötzlich bewegten sich das Eingangstor von automatisch und ich spürte die Scheinwerfer eines Autos unangenehm in meinem Nacken.
Ups eheh
Peinlich. Naja. Egal
Ich sprang vom Zaun runter und richtete mein braun schwarzes Haar. Es war etwas nass und klebte an meinem Körper.

Ich sah aus wie ein übergossener Pudel. Das war tatsächlich mir schon ein wenig peinlich.
Das Auto, ein schwarzer Ferrari, fuhr leise in die Einfahrt, über kleine, weiße Steinchen. Das Geräusch war irgendwie cool lol.
Die Lichter auf dem gesamten Grundstück gingen an. Der riesige, zum Tode gepflegte Garten erleuchtete in Gold und man sah weiße Figuren, Engel. Die Familie hatte also doch Maßnahmen gegen Zombies getroffen, haha.
Aber ich fühlte mich sehr unbeholfen. Ich hatte Angst, irgendwas beim Gehen kaputtzumachen. Auf irgendetwas zu treten.
Sagst du, nachdem du den Zaun vergewaltigt hast, du Birne!
Klappe!
Ich bewegte mich auf Zehenspitzen zu dem Auto. Wer war das? Frau Andorson? Herr Andorson?
Nein. Ein junger Mann, ungefähr so alt wie ich, stieg aus dem Auto.
Er hatte dunkelbraunes Haar und war sportlich gebaut. Sein Haar hatte er streng nach hinten gegelt, einen Anzug trug er.

Wow was für eine Aura!
Ich fühlte diesen Moment. Es kam mir vor als wären wir auf dem roten Teppich, er strich elegant aus dem Auto und richtete seinen Anzug.
Okay ich passe hier echt nicht rein!

Dann schaute er zu mir und legte den Arm auf den Türrahmen des Autos.

"Was machst du da?"
Ich bemerkte, dass ich immernoch auf Zehenspitzen lief.
Ich:"Uhm ich... Ich will nichts kaputt machen eheh..."
"Sagst du nach deiner Klettertour?"
Er lachte freundlich und gab mir die Hand. Er wirkte nun gar nicht mehr so streng und formell. Seine Stimme war sehr sympathisch, ich schaute in deine Augen. Schwarz. Schwarze Augen! Verrückt!

Ich:"Ja ich... Uh... Ich bin..."
"Penelope, ich weiß. Mom hat mir schon erzählt, dass wir eine neue Mitbewohnerin haben werden."

Ich war erstaunt.
Ich:"Sie... leben auch hier...?"

Er lachte
"Ja, ich auch. Ich bin Todt. Du kannst ruhig du sagen. Ich glaube wir sind gleichalt."

Todt... Was für ein geiler Name! Todt... Todt...Todt...
Hihihi

Ich:"Ja... Ja äh... Ich bin bald 17. Du?"

Todt tat so, als wär er überlegen und antwortete:" Ich bin bald achtzehn."
Er schaute fromm, konnte sich aber nicht mehr lange so halten.
Er lachte schließlich und nahm meinen Koffer in die Hand.
In dem Moment brach der Griff ab und lag unbeholfen auf dem weißen Kiesel.

Ich wurde etwas rot.
Ich:"Ich mach das schon. Dein Anzug ist zu teuer."

Er drückte mich sanft weg und nahm den Koffer unter den Arm. Ich sah sofort einen Fleck und schluckte. Er lachte leise.

Todt:"Na komm mit rein. Du bist ja ganz nass!"

Die AndersonsWhere stories live. Discover now