Da war er wieder, dieser Traum, dieser elendige sich immer wiederkehrende Traum. Nichts ändert sich an der Tatsache. Er ist plötzlich da und dann ist er wieder fort. Er erwischt mich kalt, erbarmungslos und mit einer Angst die nicht gutes bedeuten kann. Lässt mich am ganzen Körper erzittern, lässt mich mit Gedanken zurück die mich nicht loslassen! Bis es zu Ende ist. Wieder einmal! Wann hört das endlich auf? Ich bin nun 25 Jahre alt, da sollte es doch mal langsam gut sein, oder nicht? Aber, anstatt das sie aufhören oder weniger werden, werden sie nur schlimmer, sie jagen mich. Das ganze grenzt an Wahnsinn, in den ich verfalle und dem ich nicht entrinnen kann. Seit meinem 5 Lebensjahr verfolgen mich diese sogenannten Albträume, die eigentlich keine sein können. Sie zeigen mir Wesen, Epochen die ich nur aus Filmen, der Mythologie oder irgendwelchen Geschichten kenne, die ich gelesen habe. Was ja an sich nicht seltsam wäre, träumen tut jeder auf seine eigene Art und Weise. Aber meine fühlen sich so verdammt echt an, als wäre ich mittendrin gewesen, anstatt nur am Rand zu stehen um zuzuschauen. Es fühlt sich jedes Mal so verdammt seltsam und echt an.
Meine Arme kribbeln und ein Ruck zieht durch meinen Körper und dann ist es vorbei. Ich wache auf, Schweiß gebadet und das Adrenalin jagt durch meinen Körper als wäre ich einen Marathon gelaufen. Der nur in meinem Kopf stattgefunden hat. Ich schlage die Augen auf und starre an die Decke so wie jede Nacht und lasse das geschehene Revue passieren. Früher konnte ich keinen dieser Albträume fassen und festhalten. Sie waren nach der Nacht einfach wieder verschwunden, so schnell wie sie gekommen waren. Als wären sie nie passiert, als wären sie Einbildung. Aber seit geraumer Zeit kann ich mich erinnern und versuche sie zu analysieren, warum sie mich heimsuchen. Suche nachdem Anhaltspunkt, dem Anfang vom Ende. Aber eine Lösung? Von der bin ich weit entfernt. Auch heute lasse ich es wieder gut sein, ich kann ja auch nichts an der Situation ändern, es ist nun mal so wie es ist, Verworren. Verdammte scheiße, nun bin ich wieder zu früh wach. Ich schaue auf meinen Wecker, 4.00 Uhr. Das kann doch nicht wahr sein. Ich möchte schreien, tue es aber nicht. Aber es hilft ja nichts, ich schlage die Bettdecke zu Seite und stehe auf. Wenn ich nun eh wach bin, kann ich den Tag auch beginnen. Albtraum hin oder her. Ich schlendere mit meinem müden Körper Richtung Bad, vielleicht hilft das ja meine Lebensgeister zu wecken. Ich spritze mir Wasser ins Gesicht und im Anschluss putze ich mir die Zähne. Ich starre in den Spiegel, was mir in gegen blickt lässt mich ein wenig erschauern, dunkle Ringe unter den Augen und ein bleiches Gesicht was noch von den träumen zerrt. Meine langen feuerroten Haare hängen mir ins Gesicht, meine ungewöhnlichen braun-roten Augen starren mich hilflos an. Ungewöhnlich? Glaubt mir das höre ich nicht zum ersten mal. Als ich das Licht der Welt erblickte schaute mich die Hebamme schon ganz seltsam an. Als wollte sie mir sagen in deinen Augen sieht man den Tod. Weshalb ich mich daran erinnere? Im Laufe der Jahre kamen nicht nur Erinnerungen aus alten Zeiten hervor, sondern auch welche aus meinen Kindheitstagen, an die man sich eigentlich nicht erinnerte. Weil wer erinnert sich ja schon an seine eigene Geburt? Niemand. Ich wühle in meiner Kosmetiktasche und versuche mit ein paar Handgriffen mich ein wenig herzurichten und nicht wie ein Zombie auszusehen. Mascara, Lidschatten und ich sehe wieder wie ein halbwegs vernünftiger Mensch aus. Mensch, ich lass das Wort auf meiner Zunge zergehen als wäre dieser Gedanke unwirklich. Ich schaue auf die Uhr, 4.30 das macht es auch nicht besser, ich ziehe meine Jogginghose und altes Shirt an, schnüre meine Sportschuhe und mache mich auf den Weg nach unten. Unten angekommen gehe ich in die Küche und mache mir erst mal einen Kaffee, ohne überstehe ich heute nichts mehr. Langsam und ohne Eile trinke ich mein Lebenselixier und mache mich danach auf den Weg Richtung Tür.
Die kühle Luft schlägt mir um die Ohren und lässt mich im ersten Augenblick erzittern. Wir haben es ende Herbst also kein Wunder das, dass Wetter einen nicht gerade anstrahlt. Es geht nun mal auf den Winter zu. Die ersten Schritte die Veranda runter sind etwas unbeholfen, aber nachdem ich die ersten Meter hinter mir habe ist es als wäre ich wie neu geboren. Der Wind bläst mir ins Gesicht und um die Ohren, aber ich laufe und laufe. Kilometer um Kilometer, bis ich erschöpft im Park ankomme und nach Luft ringe. Das habe ich gebraucht und bitter nötig gehabt. Einmal alles aus meinem System wischen, den Kopf frei kriegen. Wenn alles andere nichts bringt, dann das. Der Schweiß strömt mir vom Körper und ich merke wie ausgelaugt ich bin, das hat gut getan. Ich mache mich auf dem Rückweg und passiere unendliche viele Menschen die bereits auf dem Weg zur Arbeit sind. Wie in einem Rudel bewegen sie sich vorwärts immer der Masse nach um an ihr Ziel zu kommen.
Plötzlich erstarre ich und bleibe in meiner Position stehen, aus den Augenwinkeln sehe ich eine Gestalt hinter mir, die durch die Gassen schleicht. Ein Schuss ertönt und ich bin gefangen. Alles läuft wie in Zeitlupe ab. Große Schlachten, Kriegsschauplätze überall verteilt ist Blut und in mitten allem stehe ich, regungslos und verstummt. Ich spüre den Hass, die Wut, die Trauer und das Elend um mich herum. Wie sie an den einzelnen Szenarien zerren und was mache ich? Stehe stumm da und schaue zu, weil ich nicht weiß was ich mit diesem Scenario anfangen soll. Was geschieht hier, was passiert mit mir? Ich versuche meinen Mund zu öffnen und zu reden, aber es kommt kein Ton raus. Hilfesuchend schaue ich mich um, aber niemand bemerkt mich oder nimmt von mir Kenntnis. Bis sich plötzlich ein Schatten auf mich zubewegt, rasend schnell und wird immer schneller. Hitze erdrückende Hitze kommt auf mich zu. Dunkel, ein Sog erfasst und reist mich mit sich. Plötzlich stehe ich wieder in mitten der Straßen New Yorks um mich herum Menschen als wäre nichts geschehen, als wäre nichts passiert. Ich drehe mich um und schaue in die Gasse in der ich diese dunkle Gestalt gesehen habe, bevor es in meinem Kopf Dunkel wurde und ich diese entsetzlichen Dinge gesehen habe. Aber sie ist nicht mehr da, Aber das kann ich mir doch nicht alles eingebildet haben, ich habe den Schuss doch gehört. Aber die Menschen um mich herum bewegen sich als wäre nichts gewesen, als hätten sie nichts gesehen, als wäre alles normal. Aber das ist es nicht, nicht für mich. Diesmal war es anders, ich habe sie nicht nur gesehen, sondern auch gespürt. Auf meiner Haut hat es wie Feuer gebrannt und sich auf meinen ganzen Körper verteilt. Angst, bittere Angst, kriecht in mir hoch. Ist mir sowas schon mal passiert? Wie kann das nur sein, ich war doch mitten auf dem Gehweg und keiner scheint es bemerkt zu haben. Ich drehe mich nach hinten um und schaue in die Gasse in der ich diese dunkle Gestalt gesehen habe, bevor dieser Schuss ertönt ist. Keine Gestalt, kein Blut oder jemand der am Boden liegt, rein gar nichts. Spielt mein Verstand einen Streich? Bin ich schon so wahnsinnig das ich mir Dinge einbilde? Ich schüttle den Kopf, drehe mich um und gehe auf den schnellsten Weg nachhause.
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Midnight - Born of Blood
FantasyEmma, ist mit fünfundzwanzig schon Kuratorin mit Leib und Seele, die ihren Beruf und ihr Leben liebt. Doch ein dunkles Geheimnis, von dem sie bis jetzt noch nichts weiß, überschattet ihr Leben. Seit ihrem fünften Lebensjahr leidet sie unter Albträum...
