Teil 1

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Marks POV

Scheisse, war ich motiviert. Seit Tagen freute ich mich das erste Konzert meiner Liebe Clubtour. Ich mag Clubtouren. Alles ist irgendwie überschaubar. Klar ist es toll vor mehreren Tausend Menschen zu spielen, aber in einem Club ist die Atmosphäre anders. Greifbarer halt. Gendanken verloren lag ich auf der Couch in meiner Garderobe und drückte auf meinem Handy rum und scheiterte vergeblich beim Versuch aus dieser Position ein einigermassen brauchbares Selfie hinzukriegen. Genervt setzte ich mich aufrecht hin. Schon besser. Cap sitzt, lächeln auch. Abrupt wurde ich aus meinen Gedanken gerissen."Bandstunde", rufte Nitti laut aus dem Gang in jede einzelne Garderobe. Wow...da ist wohl noch einer motiviert, lache ich leise vor mich hin. Angesteckt von Nittis hörbar guten Laune und gepeitscht von seiner Motivation, postete ich das eben geschossene halbwegs zufrieden stellende Selfie auf Instagram. Selbstverständlich mit passendem Text. Ich sprang vom Sofa auf und lies mein Handy in meine rechte vordere Hosentasche gleitet. Ich ordnete kurze meinen grauen Hoodie, der sich beim rumliegen irgendwie verdreht hatte, und zupfte nochmal die Cap zurecht. Los geht's. Schnellen Schrittes lief ich aus der Garderobe in Richtung Catering. Da dies der grösste Raum war, haben wir uns dort verabredet.

"Na sieh mal einer an, der Chef ist auch noch gekommen. Seien sie gegrüsst, der Herr", feixte mich mein Gitarrist. Alle jubelten, lachten und klatschten. "ja,ja, ist ja gut jetzt" versuchte ich lachend und vergeblich mein Orchsterchen zu beruhigen. Die meisten von uns hatten sich eine Weile nicht mehr gesehen. Viele sind auch privat eng befreundet, so wie Nitti und ich , aber so gemeinsam eine Tour zu starten war etwas Besonderes. Um einiges intensiver als eine normale Freundschaft. Man teilt alles. Kann sich schlecht aus dem Weg gehen. Jedes Hoch wird gemeinsam gefeiert, aber auch jedes Tief gemeinsam durchgestanden.

Nach dem alle die wichtigstens Neuigkeiten Ausgetauscht haben und alle dem obligatorischen kleinen Referat über Cotbus aufmerksam gelauscht hatten, wurde es Zeit, sich auf die Show vorzubreiten. Ich klatschte 2-3 mal in die Hände. Sofort lag alle Aufmerksamkeit bei mir. Ich war nie eine Führungsperson, war nie der Typ der in einer Gruppe die Initiative ergreift. Ich war immer aber immer schon sehr klar in dem was ich wollte und habe mich in den Dingen die mir wichtig sind immer Durchgesetzt. Ich bin eher der ruhige Typ, ausser natürlich ich stehe auf einer Bühne. Aber dort fühle ich mich sicher. Unantastbar und dabei das zu tun was ich wirklich kann. Musik.

"So, noch knapp 30 Minuten bis Stagetime. Bitte einsingen, aufwärmen und los geht's", machte ich mein Anliegen ruhig aber unmissverständlich klar und begann selber mit gezielten übungen meine Stimme auf die Kommende Show vorzubreiten. Würde ich dies nicht tun, wäre die Tour schneller vorbei als mir lieb war. Also summte ich brav vor mich hin.

"Noch 10 Minuten", rufte es plötzlich aus dem Türrahmen. Mein Tour Manager stand locker im Türrahmen. Er war immer die ruhe in Person. Unglaublich. Während ich seine Gelassenheit bewunderete, merkte ich, wie meine Aufregung langsam stieg. Gemeinsam mit meiner Band lief ich zum Aufgang der Bühne. Dort angekommen, drückte mir auch schon ein aufmerksamer Mitarbeiter meine In Ears in die Hand. Geübt lies ich das kleine Kästchen am ende des Kabels durch mein T-shirt gleiten und fixierte es an meinem Hosenbund, kurz zuckte ich zusammen. Mussten die Dinger immer so scheiss kalt sein. Anna konnte sich ein Lachen kaum verkneifen. Mahnend hob ich zum Spass meinen Finger und formte mit den Lippen ein *nicht frech werden*.

Die Band startete und plazierte sich auf der Bühne.Ich hörte begeistert die Menge toben. Ich Griff ohne genau hinzusehen zum Mikrofon, das mir hingehalten wurde. Ich konzentrierte mich auf darauf meine Atmung so ruhig wie möglich zu halten. Enfernt hörte ich jemanden runterzählen.

10....9....8....Andrenalin schoss urplötzlich durch meine Adern.

7.....6....5... Mein Herz pumpte fast schmerzhaft in meiner Brust.

4....3....2....Ich liebe dieses Gefühl. Hier gehöre ich hin. Das ist mein Leben, meine Liebe, meine Musik.

1....und Go! Und in diesem einen Moment viel alles von mir ab. Ich spührte wie die Aufregung aus meinem Körper floss und pure Ektase den selbigen erfüllte. Endlich. Endlich zuhause.

NimmerlandWhere stories live. Discover now