Ich gab dem Busfahrer meine Tasche und machte mich auf den Weg zur Tür des Busses.
Ohne mir weiter Gedanken zu machen stieg ich ein. Der Bus war beinahe leer. Ich konnte nicht mehr als zehn andere Personen in den Sitzen ausmachen, als ich den Gang betrat.
Ein Glück, das letzte auf das ich jetzt Lust hatte war gezwungener Smalltalk mit einem meiner neuen Mitschüler.
Ich hatte eine drei Stündige Zugfahrt hinter mir, bevor ich endlich zu einer der Bushaltestellen gekommen war, von denen das Internat Rosenstolz seine Schüler zu sich bringen ließ. Ich hasste Zugfahrten, es gab nichts was mich mehr stresste.
Und na ja ich war zu schlecht Gelaunt, um jetzt eine nette Konversation mit jemandem zu führen.
Warum sollte ich auch? Ich hatte genau ein Jahr an dieser Schule zu verbringen bevor ich frei war und dieses Jahr würde ich so wenig wie möglich mit den Leuten dort reden.
Immerhin war es ein Internat, dass hauptsächlich Jugendliche mit psychischen Problemen aufnahm und ich für meinen Teil hatte beschlossen dort niemanden an mich ran zu lassen.
Wer weiß was für einen psychischen Knacks mein Gegenüber da hatte und meine schwächen am Ende gegen mich verwendete.
Ich dagegen hatte keine psychischen Probleme, generell war ich der Meinung, dass psychische Probleme nur existierten, wenn man sie zuließ. Demnach hatte ich keine. Punkt.
Meine Mutter war diejenige die beschlossen hatte, dass ich nach dem Tod meines Vaters vor 4 Monaten nicht mehr zurechnungsfähig war und ohne mich zu fragen hier eingeschrieben hatte.
Gut möglicherweise hatte mein Verschwinden kurz nach seinem Tod nicht unbedingt zu meiner Verteidigung beigetragen, aber ich hatte trotzdem keine Probleme. Meine Mutter hatte einfach nur einen Grund gesucht und gefunden mich loszuwerden.
Der Bus fuhr noch zwei Stunden bevor das nächste Mal etwas interessantes passierte.
Der Bus hielt immer wieder in dieser Zeit an und ließ Leute zusteigen, zu meiner Verwunderung auch Leute die eindeutig zu alt waren, um in ihrem letzten Schuljahr zu sein, wie ich es war.
Vielleicht ließ das Internat ja auch generell Leute mitfahren, die in die Stadt mussten in der Rosenstolz lag
Die meisten Leute waren allerdings etwas jünger als ich und machten mir und meiner angeschlagenen Laune definitiv zu viel Lärm, also versuchte ich zu dösen wärend meine Musik sie einiger Maßen übertönte.
Nach besagten zwei Stunden merkte ich wie sich jemand neben mich setze und ich öffnete sehr wiederwillig meine Augen.
Ich dachte der Rucksack neben mir hätte klar gemacht, dass ich nicht an Gesellschaft interessiert war.
Ein zwanzig jähriger Typ musterte mich gerade ausgiebig von der Seite und guckte erschrocken weg als er merkte, dass ich ihn erwischt hatte.
Pfff sollte er doch gucken. Und selbst wenn ich was im Gesicht hatte, solange er mich in Ruhe ließ durfte er sich gerne darüber lustig machen.
Ich wollte gerade weiter damit machen, die Welt um mich zu ignorieren, da viel mir mein Rucksack wieder ein.
"'tschuldige", sagte ich deshalb zu dem Fremden und stupste leicht mit meinem Ellenbogen gegen seinen und wartet, dass er mich anschaute.
Es dauerte ein paar Sekunden bis er auf mich reagierte gerade so als müsste er erst überlegen ob er mich nicht einfach ignorieren konnte.
"Ja?", sagte er aber schließlich und schaute mir in die Augen. Grüne, interessant, aber nichts besonderes.
"Wo is mein Rucksack gelandet?"
Kurz guckte er verwirrt und kniff ein Auge leicht zusammen. Er schien dieses Gesicht unbewusst zu machen, war aber irgendwie süß. Also ganz objektiv betrachtet.
"Der hier neben mir auf dem Sitz stand?", versuchte ich ihm auf die Sprünge zu helfen. Der schnellste war er schon Mal nicht.
Die verwirrte Miene verschwand.
"Ah ja, der is da oben.", sagte er und deutete zu der Gepäckablage über unseren Köpfen.
Ich lehnte meinen Kopf etwas zu ihm hin, um besser sehen zu können.
Ich sah meine Tasche etwas über die Ablage hinaus lucken und war beruhigt.
Irgendwie wurde mir plötzlich bewusst wie nahe ich dem Typ mit dieser Aktion gekommen war. Unangenehm. Also nicht wirklich, aber irgendwie merkwürdig.
"Ok gut.", sagte ich und lehnte mich schnell wieder in meinen Sitz zurück.
Er roch gut.
Ich schloß meine Augen wieder und drehte die Musik in meinen Kopfhörern lauter.
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Unser Internat
RandomAufgepasst! Diese Geschichte wird zusammen mit Ghost88 geschrieben, er schreibt aus der Sicht von Ima.
