Eine Stimme, zart wie der Windhauch, der seinen Mantel striff, gelangte an Belithas' Ohr. "Weeeerrrr biiiiiissssst duuuuu?" Der Magier verweilte regungslos auf dem Hang und blickte über die trockene, sandige Steppe im Tal, die nun in das Feuerrot der Abendsonne getaucht wurde. Er wusste, wer da rief. "Jemand, der jene sucht, die waren", antwortete er ins Nichts. Keine Antwort, nur der Wind spielte eine Melodie aus Pfeifen und zartem Heulen in der Dämmerung, begleitet vom Zirpen einiger Schatten-Zikaden. Belithas lauschte dem Lied dieser Welt, dann fuhr er damit fort, den Hügel hinaufzusteigen, zu dessen Fuß er sich noch befand. Wieder trat die geisterhafte Stimme an sein Ohr. "Deeeeiiiiiin Naaaaaame, Maaaaagierrrr..." Und als er sich nach links wandte, von wo er die Stimme vernahm, stand dort ein Kind. Ein Mädchen, sie schien um die zehn Jahre alt zu sein. Oder gewesen zu sein. "Naaaaameeee?", fragte der Geist noch einmal. Weder Ungeduld noch Aufforderung schwangen in ihren Worten mit. Überhaupt keine Emotion schwang in ihrer Stimme mit. Belithas musterte das Kind. Er kannte es nicht, aber er wusste, was ihm zum Verhängnis wurde. Das Abbild hatte die Wunden mitgenommen, die sein einstiges Ich erlitten hatte. Die Bisse an Hals und rechtem Arm waren auch auf der schemenhaften Haut des Geistes nicht zu übersehen. Das schlichte Kleid war ab der Taille angesengt und zerrissen und die kleinen Füße schienen von Buschwerk und Trittfallen zerkratzt. "Du bist Opfer einer Ghul-Hatz geworden, nicht wahr?" Das Mädchen hob den Kopf und sah ihn an, und für einen Augenblick schien Belithas etwas in den leeren Augen aufblitzen zu sehen. Dann senkte der Geist wieder den Blick. "Ja." Plötzlich verlor ihre Stimme den geisterhaften Klang. "Wie heißt du?" Der Angesprochene erwiderte: "Belithas. Belithas Flammvene." Sie fuhr fort. "Séra. Wen suchst du?" "Meine Eltern. Sie sind hier irgendwo." Der Geist löste sich aus der vorangegangenen Starre und trat mit kleinen Schritten an den viel größeren Magier heran. Sie blickte ihn aus ihren emotionslosen Augen an. "Sie sind auch....?" Belithas nickte. Sie sprach nicht weiter. Stattdessen nahm sie ihn an die Hand. "Ich bringe dich hin. Aber der Weg ist lang. Erzähl mir bitte etwas von dir. So lange schon kein Besucher aus dem Diesseits. Und.... du wirkst....anders."
Dann zog sie den Feuermagier hinter sich her.
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Ein bisschen Belithas
FantasyMir ist langweilig, also schreibe ich ein wenig. Vielleicht baut das meine Schreibblockade zumindest teilweise ab. Und da er mein Lieblings-OC ist, schreibe ich über beziehungsweise mit Belithas Flammvene... Könnt ihm meinetwegen auch Fragen stellen...
