Irgendwo zwischen den Zeilen. Oder auch der Weg meiner Gedanken. Oder auch wie ich an der Welt verzweifel.
Wenn du nach Inhalt suchst, bist du hier richtig. Eventuell aber auch nur genauso verloren in den eigenen Gedanken wie ich.
Es ist immer einfacher zuzuhören als seine eigenen Gedanken in Worte zu fassen. Permanent stellt sich mir die Frage, wie wohl die Menschen in meinem Leben zu denken vermögen, wenn sie in ein Gespräch verwickelt werden.
Allein bei der einfachsten Fragestellung die sich nicht auf meine persönliche Meinung bezieht, beginnen abertausende Antwortmöglichkeiten durch meinen Kopf zu rasen. Da ich mich gleichzeitig aber in einer enormen Drucksituation befinde, entscheidet sich mein Gehirn für die am ehesten richtige Antwort.
Jedoch stellt sich dann meist wenige Sekunden danach heraus, dass meine Antwort vollkommen falsch war. Wie vielen Menschen, die mich nach dem Weg fragten, habe ich nur schon in die falsche Richtung geschickt?
Die Dunkelziffer muss abnorme Formen annehmen. Unter Druck mögen vielleicht Diamanten entstehen, mein Gehirn jedoch versagt in diesen Momenten.
Ich bin Überfordert mit den Gepflogenheiten der menschlichen Kommunikation. Ich finde den Gedanken abstrakt, mich über Dinge zu unterhalten, die für mich oder andere keinen Mehrwert haben. Ich fühle mich gefangen in der Pflicht mir anzuhören wie der Arbeitstag meiner Mutter war, nur weil es die Gepflogenheiten der Menschen von mir verlangen.
Ich habe kein Interesse daran zu erfahren wie viele Kisten ihr Kollege diese Woche befüllt hat oder wie das Liebesleben ihrer Kollegin aussieht.
In diesen Momenten stellt sich mir immer wieder die Frage, welchen Sinn und Zweck hinter diesem Verlangen steckt. Ob es wohl etwas mit der Evolution unseres Soziallebens zu tun hat? Höchstwahrscheinlich denn der Mensch wurde nun mal als soziales Wesen konzipiert. Jedoch entpuppte sich genau dieses soziale Miteinander als mein größtes Problem.
Bereits als Kind war es für mich sehr schwer Freunde zu finden und dieses änderte sich bis heute nicht. Woran es damals lag ist mir nicht bekannt. Der Grund weswegen ich mich heutzutage so schwer damit tuhe ist wohl offensichtlich meine Wahrnehmung der Welt und ihrer Regeln.
Für gewöhnlich wird ein Mensch in diese Welt geboren und lernt dann durch die angeborenen Instinkte zum Beispiel, dass Dinge herunterfallen und erlernt somit die physikalischen Regeln seiner Umgebung. Seine Eltern erklären die sozialen Regeln und Normen. Dies tuhen sie unbewusst. Sätze wie "Man bohrt nicht in der Nase." oder "Solche Wörter sagt man nicht." wären in einer anderen sozialgesellschaftlichen Gegebenheit gänzlich unnötig.
Wäre es also gesellschaftlich Gang und Gebe seinem Vorgesetzten zur Begrüßung anstelle des Händeschüttelns eine Ohrfeige zu verpassen, so wäre auch die Art der Erziehung eine Andere.
Worauf ich hinaus möchte ist, dass sollte jemand ein anderes Bild oder eher gesagt eine andere Vorstellung von besagten Regeln und Normen haben, wird dieser es schwer haben in dieser eingefleischten Gesellschaft seinen Platz zu finden.
An dieser Stelle möchte ich eine Frage in den Raum werfen und sie dann anhand meiner Meinung beantworten, um das Thema der Regeln und Normen vorübergehend abzuschließen.
Warum entscheiden meine Eltern über meinen Namen?
Natürlich kann man nun einfach damit argumentieren, dass man schlicht und ergreifend zu jung und unfähig sei nach seiner Geburt selbst einen Namen für sich zu wählen.
Jedoch zeigt mir der Umstand, dass es Gesetze benötigt, um die Namensgebung zu regeln und das Kind davor zu schützen Schnitzelfritz von Nutella benannt zu werden und dass auch die eigenen Eltern nicht immer in der Lage sind ihr Neugeborenes anständig zu benennen.
Aber wie sollte man stattdessen mit der Namensgebung verfahren?
Persönlich würde ich ein bisher unbekanntes System einfach mit etwas bereits Bekanntem kreuzen und somit etwas neues erschaffen.
Jeder Mensch benötigt eine Sozialversicherungsnummer.
Jeder Mensch wird, so der Normalfall, Volljährig. Mit der Volljährigkeit ist der Mensch vollkommen Geschäfts- und Straffähig. Er darf, rein theoretisch, so viel Alkohol konsumieren wie er möchte und noch vieles mehr. Warum also nicht auch darüber welchen Namen er trägt?
Bis zu diesem Zeitpunkt wird er auf offiziellem Wege mit seiner Sozialversicherungsnummer angesprochen. Es ist ihm selbstverständlich auch schon vor seiner Volljährigkeit erlaubt einen Namen zu wählen, mit dem er von Freunden und Familie angesprochen werden möchte. Offiziell seinen Namen eintragen zu lassen geht dann aber erst mit erreichen der Volljährigkeit.
Falls aus einem Fabian eben doch noch ein Markus werden sollte hat er also noch genügend Zeit sich festzulegen. Sollte er dann den Wunsch haben sich Schnitzelfritzel zu nennen so muss man dies nun akzeptieren.
Der Nachname bleibt natürlich weiter bestehend.
Aber auch ich bin mir bewusst das meine Ideen nicht umsetzbar sind. Die Gesellschaft ist dementsprechend einfach zu festgefahren in ihrer Struktur. Das System auf meine Idee umzusetzen wäre zudem sehr zeitaufwendig und wahrscheinlich auch mit Kosten verbunden die das jetzige System nicht hat.
Jedoch zeigt euch dieses Beispiel wie sich die Gedanken in meinem Kopf entwickeln und auch weswegen mein Wesen in der Gesellschaft seine Probleme hat. Vor allem aber zeigt es euch in welche Richtung "irgendwo zwischen den Zeilen" geht.
Hier geht es nicht um Fiktion, nicht um Spannung oder die Schönheit des Lebens. Hier geht es einzig und allein um meine Gedanken und wie sie sich formen, wie sie mich zu dem Sonderling machen der allein auf seinem Bett sitzt und sich fragt warum er so enorm abstrakter denkt als sein Umfeld.
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Irgendwo zwischen den Zeilen
PoetryIrgendwo zwischen den Zeilen, oder auch der Weg meiner Gedanken, oder auch wie ich an der Welt verzweifel.
