In Eisiger Kälte

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Stille. Nichts als Totenstille.
Ich kratze leichte Risse auf den Holztisch an dem ich sitze. Nach dem kratzen folgt ein nervöses getippe meiner Fingernägel.
Mein Blick fällt in die Ecke des Zimmers. Lange sehe ich der Gestalt ins Gesicht, welches dort auf dem Boden kauert und knistert. Ängstlich, ein Wrack.
Er hat keinen Schimmer was er mit sich anfangen soll.
"Schmeiß her" meine stimme klingt heiser und rau.
Plötzlich treffen mich Blicke.
Ich habe die stille wie eine Eisenwand durchbrochen.
Der Junge in der Ecke, kaum 6 Jahre alt, wirft mir eine Tüte zu. Ich greife hinein und ziehe mit zwei Fingern einen Butterkeks heraus.
Ein hoher Klang schallt von der anderen Seite durch den Raum. "Wie lange sind sie schon weg?"
"Ich habe dir vor drei Minuten gesagt, dass sie seit 4 St. Unterwegs sind. Nervst du mich jetzt alle paar Minuten mit absicht?" Ich greife nach einem Keks.
"Ich mache mir nur sorgen.."
"Tobias. Du bist 14 Jahre alt. Du kommst doch sicher ein paar Stunden ohne deine Eltern aus. In deinem alter habe ich jede freie Minute ohne meine Eltern genossen"
Er drückt seine Linken Zehen in den Braunen Teppich. Er sieht mich streng an.
"Du wirst nach Stunden bezahlt, habe ich recht?"
Er hat recht. Ein kleiner Nebenjob.
Frau und Herr Langemann müssen ziemlich blechen. Zwei Trödeltanten. Zurück kommen sie nie vor 23:00 Uhr. Ich konzentriere mich auf die Kekse.
Er lässt sich seufzend in einen Sessel fallen.
Mir bleibt kurz die Luft weg.
Ohne die klumpige Masse der Kekse zu schlucken schlage ich auf den Tisch und zeige mit einem Finger in die Ecke.
"DU! Lasse! Wo ist deine Schwester!?"
Der kleine blickt vom Boden auf und stottert: "Sie wollte raus gehen um die Entchen zu füttern. Sie hat gesagt, dass die kleinen bei der Kälte kein Futter suchen sollen." Lasse verschränkt die arme, zittert und zieht sich seine Kapuze über den Kopf.
Jetzt bemerke ich den Kalten Wind der durch die Wände dringt. Schäbiges Ding. Ein Holzhaus, mehr nicht. Ich drehe mich zum Fenster.
Ich schließe meine Augen und Atme tief duch: "Seit Wann ist Maye weg?"
"Ähm... ich denke seit 25 min."
Ich reiße die Augen auf und drehe mich um.
"Willst du mich Vera*schen?! Du hast gesagt, dass du die Uhr nicht lesen kannst, Tobias! Steht auf ihr zwei. Wir suchen das Kind bevor eure Eltern zurück kommen."
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Wir marschieren wie eine Enten Familie durch die matschige Erde.
Tobias murmelt: "Du bist selber noch ein kind..."
"Mit 17 gilt man nicht mehr als Kind, Nervensäge!"
Wir bleiben vor dem Teich stehen.
Keine Maye.
"Tobias du gehst am Gewächshaus nach ihr sehen und ich gehe mit dem Knirps hinter das Haus."
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Lasse kippt ein paar Eimer um während ich ihren Namen in die Kälte rufe.
Keine Maye.
Erschöpft lasse ich meine Arme hängen, die ich zuvor wie einen Trichter in die Luft hielt.
Der kleine kauert auf dem Boden und nascht einige Gummibärchen die er in seiner Jacke gefunden hat.
Erst nach kurzer Zeit bemerke ich ein leises jammern. Ich greife nach der Hand des jungen und zieh ihn in Richtung des Geräusches.
Die Tür zum Gewächshaus steht offen.
Tobias steht vor der Tür und beißt auf seine Finger.
Sein Gesicht glänzt vor Tränen die ihm wie ein Bach hinunter fließen. Ein Bach der kein Ende nimmt. Begleitet vom schluchzen aus tiefster Seele. 
Er sieht mich mit großen Augen an. Ich bezweifele, dass er noch klar sehen kann.
Schließlich blickt er in die Dunkelheit des Hauses.
Ich mache es ihm nach.
Meine Knie werden plötzlich weich, als hätte mich jemand dort mit einem Hammer geschlagen.
Mein Körper beginnt zu zittern und der Arm des Jungen gleitet mir durch die Hand. Ich bringe nur krampfhaft laute von mir:

"Was zur......."

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⏰ Dernière mise à jour : Jun 04, 2019 ⏰

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