Laufen. Einfach laufen. Nicht umdrehen. Die Verfolger sind viel zu nahe. Doch er muss sich umdrehen. "Sam, beeil dich, schneller" Er rennt so schnell er kann und das einzige, das noch mehr rast als er selbst ist sein Herz. So gerne würde er zurück. Doch die dunklen Gestalten sind auf der Jagd. Eine Träne kullert über sein Gesicht, doch es ist keine Zeit für Trauer. Erneut dreht er sich um. Nach seinem Bruder. Nach allem, was übrig geblieben ist. Immer näher kommen die schwarzen Gestalten. Doch Sam ist schnell. Sam wird das schaffen, denkt er. Er ist doch erst 13. Das ist zu jung, um zu... Er will nicht darüber nachdenken. Und er hat dafür auch gar keine Zeit. Er lässt sich bis zu seinem Bruder zurückfallen. Wenn er nicht lebt habe ich nichts mehr, denkt er sich. Der Wald ist dunkel. Geheimnisvoll. Niemand ahnt die Gefahr, die hier lauert. Die Gefahr, die sie gerade verfolgt.
"Kannst du noch laufen?", fragt er vorsichtig. "Ein bisschen noch", hächelt Samuel. Er versucht, sich nicht auf die Anstrengung zu konzentrieren, was sehr leicht fällt aufgrund der riesigen Menge an Adrenalin, die durch seinen Körper schießt wie er durch den Wald. Ein Baumstumpf liegt mitten im Weg. Was soll er tun? Er hat den Anlauf schon. Er springt. Für ein paar Augenblicke fühlt es sich an, als könnte er fliegen. Er ist frei wie ein Vogel. Er kommt wieder auf. Ein kurzes Stechen im rechten Knie. Was solls. Der Gedanke daran ist verschwunden, als er nach vorne blickt. Nebel. Dichter Nebel. Nur noch ein paar Meter weg. Die Möglichkeit, den Mördern zu entkommen. Ein dumpfer Aufprall stoppt seine Pläne. Samuel. Er hat den Baumstamm auch fliegend überquert. Er liegt auf der Erde. Er ruft nach seinem Bruder. "John! John! Hilf mir!" John sieht ihn am Boden liegen. Nur ein paar hundert Meter weg sind die Verfolger. Das Adrenalin lässt keine Überlegungen zu. Er bremst. Er rennt zurück. Er streckt die Hand aus. Er spürt den festen Griff einer weichen Hand. Die sanfte Hand dieses Kleinen Sprösslings, die zu ihm gehört, wie seine grünen Augen, seine kurzen, braunen Haare und seine Beine, die er jetzt am meisten braucht. Immer weiter in den Wald hinein. Richtung Nebel rennen sie. Hand in Hand. Ein letztes Mal blickt sich John um. Die Verfolger sind nicht mehr erkennbar vor lauter Nebel. Er stößt Samuel zur Seite. Der wiederum will einen Schrei ausstoßen. John hält ihm den Mund zu. Jedes winzigste Geräusch könnte sie verraten. Er hofft nur, dass Sam ihm vertraut.
"Wo sind sie hin?" - "Keine Ahnung, lauf halt schneller" - "Und jetzt?" - "Woher soll ich das denn wissen?" - "Wenn ER das mitbekommt, sind wir erledigt." - "Ach was, es sind Kinder" - "Ja genau! Wir haben Kinder entkommen lassen verdammt nochmal. ER wird uns kaltmachen". "Kannst du bitte Aufhören, ihn 'ER' zu nennen? Unser Anführer wird nicht dadurch gefährlicher, dass man seinen Namen verschweigt. Oder kannst du ihn dir nicht merken?" - schweigen. Hoffen. Unentdeckt bleiben, das ist alles was zählt. Sie liegen am Fuße eines Baumes. 50 Meter neben den Streitenden Verfolgern. "Er heißt Dave, du Idiot. Dave Miller." - "Ja, ich weiß wie er heißt und dennoch musst du es nicht sagen" - "Was wir aber sagen müssen ist, dass wir sie verloren haben" - Langsam werden die Schritte der Kämpfer leiser, bis sie nicht mehr zu hören sind und John erleichtert aufatmet.
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John's Weg in die weite Welt
FantasyIn einer fremden, magischen Welt gerät der 16-jährige John in ein spektakuläres Abenteuer voller Überraschungen und gefährlichen Fallen
