Traum jenseits der Erde

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Dunkelheit. Das war das einzige, was Diana jetzt nur einfiel. Sie schwebte in der Mitte des Nichts. Das Nichts, so beschrieb sie es, war eine unendliche Schwärze, die sie umschlang. Diana spürte nicht das Gefühl von Angst, eher eine prickelnde Neugier, deren Wissensdurst sie stillen wollte. Sie fing an ihre Beine zu bewegen und hampelte tollpatschig in der Schwerelosigkeit rum. Da es von ihr aus gesehen, kein oben und unten gab, glitt sie nun durch diesen mystischen Ort des Nichts. Zeit, die nicht wirklich vorhanden war, verging. Es fühlte sich aber nicht so an, als würde es Zeit gäben, sie besaß eher das Gefühl, dass alles gleichzeitig geschah. Langweile trat langsam ein. Diana gähnte und hielt sich ihre zierliche Hand vor dem Mund. Plötzlich erblickte sie etwas im immer seienden Nichts, und zwar ein kleiner Lichtfleck, der so nah war, aber auch so weit entfernt. Sie streckte ihre Hand aus und versuchte den strahlenden Lichtfleck, der die Form eines Kreises hatte, zu berühren, was ihr auch gelang. Der Kontakt zwischen ihr und dem Licht war ein unbeschreibliches Gefühl der Liebe und des Glückes, das ihres Erachtens nach für immer andauern sollte. Dianas Füße, Hände und Ohren fingen an zu kribbeln, fast zu kitzeln, aber sie wollte nicht loslassen. Die Neugier plagte sie und flüsterte: „Lass mich nicht los."
Diana bekam beängstigende Gänsehaut und das liebevolle Gefühl verschwand. Sie schloss ihre Augen, damit sie dem Grauen entgehen konnte. Ich habe Angst, dachte sie und wagte es nicht die Augen zu öffnen. Doch sie tat es und wollte ihre Tapferkeit beweisen. In dem winzigen Augenblick, an dem sie ihre Augen öffnete, explodierte alles. Doch „alles" war das Nichts. Die Explosion war stumm und und ging am Rand weiter. Durch diese Explosion verschwand das unheimliche Nichts und das Universum, das sich weiterhin ausdehnte, entstand. Nun existierte die Zeit, der Raum, die physikalischen Gesetze, das Leben und der Tod. Diana zitterte und bereute es, das Licht, das das hier auslöste, angefasst zu haben. Sie schloss wieder ihre Augen energisch und wollte, dass das hier ein Ende nahm. Beim Öffnen erblickte sie jetzt einen riesigen blau-grünen Ball, der von zwei Kugeln umgeben war. Beim näheren Betrachten erkannte sie, dass es ein Planet war. Die Erde!, kam ihre sofort in den Sinn, aber seit wann hatte diese zwei Monde und seit wann waren die Kontinente so fremd. Das war nicht die Erde. Es war was komplett fremdes, anderes, etwas, das sie nicht kannte. Etwas, das kein Mensch kannte. Ich träume bestimmt nur, redete sie sich ein.
Diana wurde aus dieser Kulisse rausgeschleudert und befand sich nun wieder in der bekannten Realität. Sie hatte tatsächlich nur geträumt und lag die ganze Zeit in ihrem gemütlichen Bett. Diesen Planeten gab es also nicht. Diana war zum einen erleichtert, dass die Berührung mit dem hellen Licht nur ein Traum war, aber Enttäuschung überwucherte sie auch, da sie endlich diesen mit Müll verschmutzten Planeten, die Erde, verlassen wollte. Die Menschen verschmutzen und zerstören die Erde und Diana kann nichts als einzelne Person tun. Sie suchte Zuflucht dort oben, in denen Sternen. Ihr Ziel lag dort oben und sie hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Ich schaffe es, dachte sie. Sie schaute auf den Wecker, um zu gucken, wie viel Uhr es war, auf diesem stand, dass es 04:32 am 10.11.2079 war. Diana war extrem verblüfft, da sie noch zwei Stunden zum erholsamen Schlafen hatte. Sonst war der Tag gewöhnlich, es war einen Tag später als gestern.

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