Schlechte Noten

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Anns Sicht:

Traurig sah ich auf meinen Test, schon wieder eine 5! Wie sollte ich das meinem Vater erklären? Er meinte ich sollte mich einfach mehr anstrengen, doch ich hatte das Thema in Mathe einfach nicht verstanden. Als ich wieder aufsah, lächelte mich meine Mathelehrerin mitleidig an. Ich ballte meine Fäuste und versuchte trotzig zu lächeln, doch die Tränen hatten sich bereits in meinen Augen gesammelt. Bevor sie über meine Wangen fließen konnten, blinzelte ich mehrmals hintereinander und da dies nichts brachte, wischte ich mir halbherzig mit meiner Hand über die Augen. Doch es war zu spät. Die Tränen flossen schon meine Wange hinab. "Alles okay?", wollte Frau Müller wissen. Ich öffnete meinen Mund, aber ich brachte nur ein heiseres Krächzen zustande. Schon wieder warf mir Frau Müller diesen mitleidigen Blick zu, doch ich sah einfach weg. Als Frau Müller merkte, dass sie im Moment nicht mit mir reden konnte, meinte sie nur: "Du kannst jetzt gehen. Schickst du bitte Jana zu mir?" Ich nickte und stand auf. Als ich den Klassenraum betrat, sahen alle zu mir und sofort begannen meine Mitschüler zu tuscheln. Wie ich das hasste! Schon wieder ballte ich meine Hände zu Fäusten und obwohl diese in meinen Jackentaschen steckten, sah Jana es und guckte mich fragend an. "Du sollst rauskommen.", meinte ich nur und setzte mich auf meinen Platz. "Alles okay?" Wollte sie auf dem Weg zur Tür von mir wissen. Als ich keine Antwort gab, meinte sie nur: "Wir reden später, okay?" Da ich wusste, dass ich meine Freundin nicht mit einem Nein zufrieden stellen konnte, sagte ich nur leise: "Ja, wenn du meinst." Sie lächelte mich an und mal wieder wurde ich ein klein wenig eifersüchtig auf ihr Leben, welches im Gegensatz zu meinem ziemlich leicht und ohne Sorgen schien. Und doch war sie manchmal abwesend und wenn das der Fall war wurden ihre sonst eisig blauen Augen immer dunkler, bis sie fast schwarz waren. Wenn man sie dann aus ihren Träumereien wieder in die Realität holte, färbten sich ihre Augen wieder normal und ihr versteinertes, emotionsloses Gesicht, bekam wieder denselben fröhlichen Eindruck den es immer hatte. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als ich hörte wie meine Banknachbarinnen leise anfingen über mich und meine Tränen zu tuscheln. Wenn die wüssten was mich zu Hause erwartet, würden sie sich weinend in eine Ecke verziehen, da war ich mir sicher!

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