Das Finale war vorbei. Yuuri wusste nicht wohin mit seinen Gefühlen. Und doch zerbrach der Japaner sich den Kopf darüber, wie es weiter gehen sollte. Eigentlich hatten er und Victor ausgemacht, dass sie die ganze Sache beendeten. Als Victor jedoch in Tränen ausgebrochen war, bekam Yuuri Schuldgefühle. Es war selbstsüchtig von ihm. Er hatte nur an sich gedacht. Dabei hatte Victor ihm so sehr geholfen. Er hatte ihn aufs Podium gebracht, etwas was Yuuri sich seit letztem Jahr nicht mehr erträumt hatte. Und was machte er? Er verletzte Victor. Aber eigentlich hatte er dies auch nur gemacht, damit der Abschied nicht ganz so schwer fallen würde. Immerhin konnte doch keiner ahnen, dass Victor es wirklich schaffte Yuuri nochmal aufs Eis zu bekommen. Yuuri wäre der Abschied dennoch schwer gefallen. Sehr schwer sogar. Wie sollte er ihm denn erklären, dass er nicht nur Freundschaftliche Gefühle für sein großes Idol empfand? So eideutig bewusst war es dem Japaner erst geworden, nachdem der platinblonde ihn in aller Öffentlichkeit geküsst hatte. Zwar hatte man nicht wirklich viel gesehen, aber Yuuri hatte es gespürt. Tage danach hatte der schwarzhaarige noch das Gefühl als sei es ein Traum gewesen. Doch er schämte sich keineswegs für seine Gefühle. Klar er war Victor gegenüber noch nicht ganz aufgeschlossen, aber es würde mit der Zeit kommen. Ach was dachte er sich da schon wieder? Victor würde nach Russland zurück gehen und Yuuri bliebe hier in Japan. Es war nicht wie in einem dieser Disney Filme, wo am Ende immer alles glücklich endete.
Yuuri ließ sich auf sein Bett sinken. Victor und er waren schon längst wieder in Hasetsu, wo Yuuri sich auch sogleich in seinem Zimmer eingeschlossen hatte und in seinem Gedankenchaos schier versank. Er wusste nicht mehr wie ihm geschah. Seine Gefühlswelt stand Kopf und seine Gedankenwelt... Dafür gab es noch nicht mal einen richtigen Ausdruck. Wie jedes Mal machte sich der schwarzhaarige zu viele Gedanken um Sachen, die in weiter Ferne lagen.
Ein leises Klopfen ließ in aufsehen.
"Yuuri?" Die gedämpfte Stimme Victors erfüllte den Raum. Sofort war er an der Tür, um sie zu öffnen. Die strahlenden blauen Augen sehen ihn an. Yuuri konnte in ihnen eine gewisse Traurigkeit und Unwohlsein erkennen. Anscheinend hatte der Eisläufer keine gute Nachricht. Stumm trat der Japaner zur Seite und ließ den größeren eintreten. Gemeinsam saßen sie auf seinem Bett. Ihre Knie berührten sich. Die Stimmung war schwierig zu beschreiben. Beide wussten was Sache war und doch wagte es keiner aussprechen.
"Yuuri, ich...", setzte Victor an, stoppte jedoch, als er bemerkte wie der jüngere seine Hand auf das Knie seines Partners legte.
"Ich weiß.", flüsterte er. Sein Blick auf den nun verschränkten Händen. Er wagte es nicht aufzuschauen. Zu viele Gedanken und Emotionen wütenden in ihm. Er spürte nicht, wie die ersten Tropfen auf seiner Hand landeten. Nun war es soweit. Der Abschied ist gekommen. Victor würde in Russland trainieren, während Yuuri hier in Japan versauerte. Er konnte es nicht ohne Victor. Was würde er nicht alles Geben, damit Victor bei ihm bleiben konnte.
Eine Hand legte sich an seine Wange und streichelte zärtlich darüber. Halt suchend schmiegte der schwarzhaarige sich an sie. Wie lange sie wohl noch zusammen hatten, bevor der platinblonde los musste?
"Wann?" Seine Stimme war kratzig und etwas belegt. Er wollte doch stark sein. Für Victor. Er würde ihn wiedersehen. Ganz bestimmt. Und auch wenn es erst auf dem Eis war. Aufgeben würde er jetzt nicht. Langsam richtete er seinen Blick und schaute seine ehemaligen Trainer an. Auch über dessen Gesicht liefen die Tränen. Wie auch damals im Hotel. Doch es machte die Situation nicht einfacher. Sie würden getrennt sein. Über Monate hinweg. Wie sollte Yuuri das nur überstehen?
"Zwei Tage." Tief in Victor zog sich sein Herz schmerzhaft zusammen, als er diese Worte aussprach. Nur zwei Tage. Achtundvierzig Stunden. Zweitausendachthundertachzig Minuten, die sie noch zusammen verbringen konnten. Es war so verdammt wenig Zeit. Dafür war die Zeitspanne, die die beiden sich nicht sehen werden umso länger. Schier endlos. Yuuri wischte die Tränen von seinem Freund mit seinen Daumen weg. Er mochte es nicht ihn so traurig und verletzt zu sehen. Das passte nicht zu seiner sonst so fröhlichen Ausstrahlung. Was konnte der Japaner jetzt nur machen, damit es Victor besser ging und sie beide auf andere Gedanken brachte? Seinen Gednaken kreisten, bis ihm eine Idee kam, die vielleicht klappen könnte. Er holte sein Handy und Kopfhörer. Musik half ihm immer sich zu entspannen oder etwas zu vergessen. Den linken Kopfhörer hielt er Victor hin, nachdem er sich auf sein Bett gelegt hatte, den Russen mit sich gezogen hatte und sich an ihn kuschelte. In diesem Moment hatte Yuuri keine Angst davor zurückgestoßen zu werden. Er wollte unbedingt die Nähe des Menschens auskosten, den er so sehr liebte.
I never thought that you would be the one to hold my heart
But you came around and you knocked me off the ground from the start
Der Song speigelte irgendwie ihre Geschichte wieder. Niemals hätte Yuuri gedacht seinem Idol mal so nah zu sein wie jetzt. Er studierte das Gesicht von Victor. Dessen Augen waren geschlossen. Wüsste Yuuri es nicht besser, könnte man meinen, dass er am schlafen sein. Er sah so friedlich aus, so entspannt. Victors Arm über Yuuris Taille ließ auch ihn die Augen schließen und die Musik auf sich wirken.
The world is coming down on me and I can't find a reason to be loved
I never wanna leave you.
Nachdem er bei dem letzten Wettkampf letzter geworden war, sah Yuuri keinen Sinn mehr dahinter weiter Eisläufer zu sein. Victors Kür ist er damlas nur gelaufen, um mit allem abzuschließen und sich selbst zu sagen, dass er nie mit seinem großen Idol mithalten könnte. Doch anscheinend wollte das Schicksal nicht, dass Yuuri mir seiner Leidenschaft aufhörte. Und auch wenn er sich im ersten Moment über die Drillinge geärgert hatte, so war er nun froh, dass sie ihn dabei gefilmt hatte. Sonst wäre er jetzt nicht hier. Zusammen mit Victor. Seinem Idol, seinem Trainer, seinem Freund, seiner Liebe.
You put your arms around me and I'm home
Während er dem Lied weiter lauschte, kamen dem schwarzhaarigen einige Ideen, was er Morgen mit Victor noch alles machen könnte, bevor sie voneinander getrennt werden. Es wird bestimmt schön. Yuuri gab sich einen Ruck und umarmte Victor ganz, sodass ihre Körper sich berührten und der Japaner den regelmäßigen Herzschlag spüren konnte. etwas beruhigter schlief er schließlich auch ein.
You put your arms around me and I'm home,
You put your arms around me and I'm home.
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One last time
ФанфикшнNach dem Ende des GP hat Yuuri einen Entschluss gefasst. Er würde Victor nach Sankt Petersburg nachgehen, ohne das Victor es weiß. Schweren Herzens lässt er seine Familie zurück, obwohl es für ihn kein Problem sein sollte, nachdem er schon in Detroi...
