Sie sitzt im letzen Sonnenfleckchen im Garten
Sie hat warmgemachten Kaffe mit abgelaufener Sojamilch neben ihr und ein paar zerknitterten Zettel in der Hand. Sie raucht.
Ihre Jacke ist zu groß, sie sieht aus als hätte sie ein Stück des DDR Luftballons geklaut und sich übergeworfen.
Sie wirkt fast schon ausgeglichen, friedlich aber ich weiß, dass sie es nicht ist.
Mittlerweile kann ich erkennen wie die Flammen in ihr Lodern wenn sie liest oder denkt. Ich liebe ihren Kopf, nicht ihr schwarzes kaputtes Haar, was in Locken um ihr blasses, müdes Gesicht wirbelt, nicht ihre Gesichtszüge, sind sie doch oft in Flaschen Momenten zu hart, nein, ich liebe ihren Kopf, ihren Interlekt und ihre Gabe nie den Gedanken müde zu werden. Und dann, wenn sie diese Ideen befreit und sie aus ihr herausbersten als hätte man zu viel geschüttelt, dann liebe ich auch ihre Hände. Ihre Hände wie sie die Realität krumm biegen, wie sie alles Formen können was ihr zum Opfer fällt.
Und sie sitzt da und ich, ich stehe hier und traue mich nicht, zu ihr zu gehen, denn ich weiß, ich kann ihr nur zugucken, wie sie brennt.
