Rasch lief sie durch die verschneite, in Dunkelheit getauchte Landschaft. Ihr Umhang wehte im eisigen Wind der ihr ins Gesicht bließ. Schützend erhob sie ihren Arm und hielt ihn vor ihr Gesicht damit der schneidende Wind nicht ihre Augen zerfraß die starr nach vorne gerichtet waren um nicht vom Weg abzukommen. Mit Bedacht setzte sie einen ihrer Füße auf den zugefrorenen See um nicht der Länge nach auf dem Eis auszugleiten. Erst neulich hatte sich ihr Nachbar - ein Bastard - auf eben diesem Weg auf sein Antlitz gelegt und sich sein rechtes Bein verdreht, woraufhin er nun darben musste, da er seine Arbeit nicht verrichten konnte. Die Familie war sehr arm und konnte sich keinen weiteren Nutzlosen leisten den sie auch noch durchfüttern müssten. Vor allem im Winter war ein solcher noch eine größere Last die schwer auf den Schultern der Familie gelastet hätte. Mittlerweile hatte sie das erste Drittel des verreisten Sees hinter sich gelassen. Bis jetzt war alles gut gegangen aber da sie noch mehr als die Hälfte vor sich hatte schlitterte sie konzentriert weiter. Plötzlich ertönte hinter ihr ein ohrenbetäubendes Gebrüll und ihr lief es kalt den Rücken hinunter. „Ha...ha... Hallo..?“stammelte sie mit brüchiger Stimme. Langsam drehte sie sich um und blickte direkt in die Augen einer grässlichen Bestie. In dem Moment gingen ihr so viele Gedanken durch den Kopf, sodass sie nicht mehr an das hier und jetzt denken konnte. So bemerkte sie nur nebenbei wie die Bestie sie schubste. Ihr Körper schlug durch die Eisfläche wodurch sie sich leicht benommen fühlte. Sie wollte einatmen doch anstatt der Luft kam nur das eiskalte Wasser in ihre Atemwege. So brachte sie nur ein einziges Röcheln und Keuchen von sich. Ihr Körper sank immer weiter gen Grund, aber anstatt mit ihren Armen zu rudern um wieder an die Oberfläche zu kommen, schnappte sie kläglich nach Luft. Das Mädchen schwebte nur noch knappe neun Meter über dem sandigen Grund des Sees im Wasser. Ein letztes Keuchen ihrer seits und die letzten noch zurück gebliebenen Luftbläschen stiegen an die Oberfläche empor um dort zu zerplatzen. Ihr lebloser Körper sank immer weiter nach unten. Im blassen Mondschein der durch das Eis und Wasser gedämmt auf den Grund fiel sah sie aus wie ein Engel. Ein gefallener Engel. Ihre Haare schwebten durch das Wasser und es war als würden diese im Mondlicht tanzen. Ihre Haselnuss braunen Augen waren offen und starr ins nichts gerichtet. Die sonst so vollen, roten Lippen waren blau und lila durch die Kälte angelaufen. Ihre schneeweiße, reine Haut umschmeichelte den ganzen Anblick und perfektionierte ihr Aussehen. Der Körper des Mädchens wurde von einem kristallartig funkelnden, weißen Kleid umschlossen und dieses flog um sie herum als würde es vom Wind an einem schönen, warmen Sommertag empor gerissen. Eigentlich hätte sie heute geheiratet, aber da sie ihren Bräutigam zu tiefst verabscheute war sie davon gerannt. Sie hatte ihn gehasst wie nichts anderes auf der Welt. Durch ihr Verschwinden war er wütend geworden und ausgerastet. Ihr Kopf schlug auf den Grund auf, Sand wirbelte durch das Wasser .
Nun würde niemand mehr erfahren daß es kein wirkliches Biest gewesen war das sie durch die Eisfläche gestoßen und somit für ihren Tod gesorgt hatte...
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Eiseskälte
RandomEs geht um ein Mädchen das jemanden heiraten soll den sie auf den Tod nicht ausstehen kann. Sie jedoch kann nicht ahnen das er sie ins geheim liebt. Blind durch seinen Schmerz, ausgelöst durch ihr Verschwinden, begeht er einen Fehler der sich nicht...
