"Claudi! Komm jetzt!" Ich hörte die Schritte auf der Holztreppe. Kein Wunder, wenn die Treppe knarzt. "Ich komm ja schon" sagte sie zu mir, als sie schon fast ganz unten war. Die letzten drei Treppenstufen übersprang sie und stand vor mir. "Du bist ja schon fertig." "Natürlich, wenn du nicht in die Gänge kommst, du lahme Schnecke. Jetzt mach dich schnell fertig, damit wir los können. Sonst verpassen wir noch die U-Bahn." Schnell sauste sie an mir vorbei zu den Schuhen und Jacken. Sie zog sich schnell an und packte den Regenschirm. "Man weiß ja nie, wann es in London regnen wird." Claudia versuchte den Regenschirm "cool" herumzuwirbeln, doch stattdessen schlug sie ihn nur gegen ihren Kopf. Natürlich fing ich an loszulachen. Ich meine, wer würde das nicht tun? Sie hingegen, fande das gar nicht lustig. "Das ist überhaupt nicht zum lachen." Doch ich lachte einfach nur weiter, bis ich eine Nachricht bekam. "Meine Mama fragt, ob wir schon weg sind. Ich würde vorschlagen, dass wir uns langsam auf die Socken machen." Sie nickte und öffnete die Tür. Es war sonnig, aber wer weiß, wie lange noch. Wir gingen nach draußen und liefen Richtung U-Bahn oder wie es hier heißt "Underground". Wir liefen durch eine große Menschenmenge, welche gerade aus der U-Bahn gekommen sein muss, was heißt, wir müssen uns jetzt echt beeilen. Also packte ich Claudi's Handgelenk und fing an mir den Weg durch diese gewaltige Menschenmenge zu bahnen. Und wenn ich ehrlich bin, war das gar nicht mal so leicht. Wenn man bedenkt, ich stehe unter Zeitdruck. Die U-Bahn wartet ja schließlich nicht auf zwei Mädchen, welche in London die Ferien verbringen. Ich konnte die Bahn schon sehen, doch es waren noch einige Menschen, die uns entgegen kamen. Also suchte ich schnell den besten und schnellsten Weg durch die Massen. Als wir durch waren, stiegen wir schnell ein und kurz nachdem wir eingestiegen sind, sind die Türen zugegangen und die Bahn fuhr los. "Ich fühle mich gerade wie bei "Race the Tube". Man war das anstrengend" keuchte Claudi. "Liegt vielleicht daran, dass du gerade erst aus deinem Bett gekrochen bist und deswegen noch nicht ganz wach bist."
Die U-Bahn hielt an der Haltestelle an an der wir raus müssen. Ohne lang zu überlegen, verließen wir schnell die Bahn, damit wir den Menschenmassen schnell entfliehen können. Zügig liefen wir die ewig lange Treppe hoch. Wir waren auf einer sehr vollen Straße, aber hier war es super um Souvenirs zu kaufen und da ich meinen Geschwistern versprochen habe etwas mitzubringen, ist das voll praktisch. Außerdem, wer will nicht mal in London shoppen gehen? Wir liefen an einigen interessanten Läden vorbei, aber nirgendwo sah ich etwas für meine Geschwister. "Was ist denn los Nora?" Claudi fragte mich sehr neugierig, was denn los sei. Das erkennt man an der hohen Stimmlage. "Ach. Ich finde nichts für meine Geschwister. Ich hatte ihnen doch versprochen etwas mitzubringen." "Bring ihnen doch eine Schneekugel mit." Langsam drehte ich meinen Kopf, um ihr in die Augen zu schauen. "Really? Sie haben mir eine Bedingung gegeben. Keine Schneekugel!" Sie schaute mich ratlos an. "Dann weiß ich nicht weiter. Es tut mir leid. Jetzt bist du wohl ganz auf dich alleine gestellt." Claudia zog mich mit, als sie scheinbar etwas sah. "Komm mit. Ich habe etwas gesehen!" Sie zog mich immer weiter mit, bis sie vor einem Laden stehen blieb. "Schau mal. Das wäre doch was für deine Geschwister. Sie sammeln doch gerne sowas." Neugierig schaute ich in das Schaufenster. "Du hast Recht. Wenn sie etwas gerne sammeln dann sind das Kullis. Traurig aber wahr." Wir gingen rein und ich holte drei Stück.
In der Ferienwohnung...
Wir gingen mit einigen Tüten hoch und verstauten das Zeugs im Koffer. Meine Mama kam hoch. "Das Essen ist fertig. Und esst soviel ihr könnt. Das ist das letzte Essen vor dem Flug." Sie ging wieder und wir schauten uns an. "Sollen wir noch kurz warten oder gleich runtergehen? Ich meine, dann können wir noch schnell fertig packen" fragte mich Claudi und ich nickte. "Wie heißt es so schön? Erst die Arbeit..." "...Und dann das Vergnügen" vervollständigte Claudi meinen Satz und wir kicherten.
Wir saßen am Tisch und schaufelten uns förmlich das Essen rein. "Habt ihr in der Stadt nichts gegessen?" fragte meine Mama und wir schüttelten mit dem Kopf. Ziemlich schnell war das Essen verputzt und wir gingen hoch um die Koffer zu holen. Wir schleppten sie runter. Bye bye, knarzende Treppe. Hoffentlich sehen wir uns nie wieder.
~~~~~~~~
So. Wie hat euch mein erstes Kapitel gefallen? Über Feedback und Co. würde ich mich sehr freuen, um meine Geschichte verbessern zu können.
Schüssi
ESTÁS LEYENDO
Wir zwei gegen die ganze Schule
AventuraClaudia und Nora sind schon seit dem Kindergarten beste Freunde. Doch auf dem Gymnasium, hat das einige Nachteile mit sich gebracht. Dadurch, dass sie sich komplett abgekapselt haben, sind sie zu Außenseitern geworden. Das heißt zwei gegen den Rest...
