Chapter 1

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Es ist 6.30 Uhr morgens und ich sitze grade am Fruehstueckstisch mit meinem aelteren Bruder und esse etwas. Bevor es weiter geht, stelle ich mich einmal vor. Ich bin Eda, 17 Jahre alt und gehe in die 11. Klasse auf einem Gymnasium. Ich habe recht lange, dunkelbraune Haare und dunkelbraune bis fast schwarze Augen.  Ausserdem bin ich 1.65cm gross und habe eine recht sportliche Figur.  Mein Bruder heisst Can und ist 21 Jahre alt. Er ist 1.89cm gross, ist gut gebaut, hat schwarze Haare und gruenbraune Augen. Warum er noch Single ist verstehe ich selbst nicht. Okay zurueck zur Story.
Wie gesagt, wir sind grade am essen. Es ist jetzt schon zwei Wochen her, dass die Schule wieder angefangen hat und ich hab jetzt schon keine Lust mehr. Aber man will ja einen guten Abschluss und etwas aus seinem Leben machen.
Nachdem wir fertig sind mit essen, stellen wir alles weg und mein Bruder bringt mich mit dem Auto zur Schule. Das ist aber nur montags und donnerstags so, da er an diesen Tagen eine halbe stunde spaeter zur Arbeit muss. Deshalb sind das die einzigen Tage, an denen ich nicht fast zu spaet komme.
Im Klassenraum setze ich mich dann wie gewohnt auf meinen Platz, neben meiner besten Freundin Leyla. Kaum sitze ich, da faengt sie schon an zu reden. Sie redet echt viel, aber dafuer liebe ich sie ja.  "Heute kommt doch dieser neue Schueler. Glaubst du er sieht gut aus? Ich hoffe es auf jeden Fall" sagt sie etwas aufgeregt. Dieses Maedchen denkt auch nur an Jungs. "Ich weiss nicht. Um ehrlich zu sein, ist es mir auch relativ egal" meinte ich schulterzuckend. Leyla schaute mich nur etwas enttauscht an. "Mit dir kann man auch echt nicht ueber Jungs reden" schmollte sie. Ich entschuldigte mich bei ihr und wendete meine Aufmerksamkeit dann zur Tafel, da der Lehrer gekommen ist und die Stunde begann. "Also liebe Klasse, bevor wir den Englisch Unterricht starten, warten wir noch einen moment auf unseren neuen Schueler. Er sollte jede Sekunde da sein" meinte der Lehrer und tatsaechlich. Kurz danach ging die Tuer auf und ein Junge kam rein. Er ist ca. 1.87cm gross, hat braune Haare und graublaue Augen. Er hat eine Lederjacke an, darunter ein weisses Shirt und eine schwarze Hose.  Er stellte sich neben den Lehrer und blickte in die Klasse. Ich musterte ihn und versuchte zu deuten, was fuer ein Typ Mensch er wohl ist. Doch ich wurde irgendwie nicht ganz schluessig.
"Ah, da ist der junge Mann ja. Stellst du dich bitte vor?" Die stimme des Lehrers riss mich aus meinen Gedanken. "Hey, eh also ich bin Emre, 18 Jahre alt und bin erst vor zwei Tagen hier nach Berlin gezogen" stellte er sich vor. Seine Stimme war tief aber nicht zu tief. Lasse meldete sich und der Lehrer nahm ihn dran. "Von wo bist du denn hier her gezogen?" fragte er. Emre schaute ihn einen Moment lang an und meinte dann, dass er vorher in Frankfurt gelebt hat. Lasse nickte nur und der Lehrer bat Emre dazu, sich neben Kerem zu setzen. Somit sitzt er zwei Plaetze neben mir aber eine Reihe vor mir. Als er sich zu seinem Platz begab, trafen sich unsere Blicke. Jedoch auch nur kurz und dann fing auch der Unterricht an.
In der Pause setzten Leyla und ich uns draussen auf den Sportplatz und sie fing direkt schon wieder an zu reden. "Eda, findest du nicht auch, dass der neue total gut aussieht? Unsere Kinder waeren bestimmt wunderschoen" lachte sie und ich musste auch lachen. Leyla hat tief schwarze, brustlange Haare und hellbraune Augen und ist recht schlank. Sie ist ein bisschen groesser als ich. "Ich weiss ja nicht Leyla. Ich kann den Jungen nicht einschaetzen" sagte ich waehrend ich mich auf den Ruecken legte. Das Wetter war schoen. Sonnig aber nicht zu warm. "Aber trotzdem kannst du doch zugeben, dass er huebsch ist" gab sie mit einem grinsen von sich. Ich lachte nur kurz auf und schuettelte den Kopf. "Niemals" antwortete ich leicht laechelnd und schloss die Augen.

Nach der 6. Stunde, als ich meine Franzoesisch stunde dann auch endlich durchgestanden hatte, ging ich zum Parkplatz der Schule.  In der Hoffnung, dass mein Bruder gekommen ist um mich abzuholen, schaute ich mich um. Als ich mich dann mit einer ruckartigen bewegung umdrehte, stiess ich mit jemandem zusammen und hatte Iced Cappuccino auf meinem weissen Shirt. "Kannst du nicht aufpassen, wo du hingehst?!" rief ich deutlich genervt und blickte erst jetzt hoch, um zu sehen welcher Idiot dafuer verantwortlich war. Der neue. Natuerlich. "Daran bin ich ja wohl nicht ganz alleine Schuld" sagte Emre waehrend er sein, ebenfalls versautes, Shirt betrachtete. Ich schaute ihn nur perplex an. "Doch, eigentlich schon. Da ich keine Augen im Hinterkopf habe, bist du der einzige verantwortliche hier" meinte ich und trat zwei Schritte zurueck. Ich wurde mit einem leicht genervten Blick konfrontiert. "Ist doch gut, mach kein Drama draus" gab er von sich und murmelte "Zicke" noch hinterher. Das war genug ich hatte kein Bock mehr. "Ja, wie auch immer." sagte ich nur und machte mich auf den Weg nach Hause. Er haette sich wenigstens entschuldigen koennen, aber wahrscheinlich hat er dafuer ein zu grosses Ego. Ich verschwendete keine weiteren Gedanken mehr an diesen Vollpfosten und freute mich einfach darauf zu Hause anzukommen. Das Schicksal konnte mich heute aber anscheinend nicht so leiden. Denn als ich bei mir ankam und drin war, waren da drei Paar schuhe neben der Tuer. Wir hatten Besuch und ich fragte mich von wem. Aus dem Wohnzimmer kamen Stimmen und es war gelaechter zu hoeren. Nach 5 minuten rumstehen und ueberlegen, wer das wohl sein koennte, begab ich mich auch endlich ins Wohnzimmer und blickte in drei fremde Gesichter. Zwei Erwachsene und ein Maedchen in meinem Alter. Sie erinnerte mich an irgendjemanden. "Hallo mein Schatz, wie war dein Schultag?" fragte mich meine Mutter, waehrend sie mir einen Kuss auf die Wange gab. "Ganz gut" erwiderte ich und schaute immer noch zu unseren Besuchern. Meine Mutter folgte anscheinend meinem Blick und klaerte mich auf. "Eda, das sind Nuray und Sinan Yilmaz und ihre Tochter Ayla. Sie haben noch einen Sohn, aber der ist noch nicht aus der Schule zurueck. Sie sind unsere neuen Nachbarn und wohnen drei Haeuser weiter" stellte meine Mutter die Familie vor und ich wurde herzlich von allen dreien begruesst. Ayla schien mir sehr symphatisch und ich fragte mich, auf welche Schule sie ging. Aufeinmal klingelte es an der Tuer. "Ah, das ist bestimmt unser Sohn. Wir haben ihm gesagt er soll nach der Schule hierher kommen" sagte Aylas Vater. Ich nickte nur und sagte, dass ich schon auf machen wuerde und ging zur Tuer. Doch, wie schon gesagt, das Schicksal hat was gegen mich. Als ich die Tuer oeffnete stand ein Typ mit Iced Cappuccino flecken auf seinem Shirt vor mir. Natuerlich war es Emre. Ausgerechnet er ist jetzt mein Nachbarn. Er schaute mindestens genauso schockiert und verzweifelt wie ich. "Du?!" fragte er nur. "Sieht wohl so aus" sagte ich mit einem seufzen und trat zur Seite. "Komm rein, deine Familie ist im Wohnzimmer" meinte ich und ging schon mal etwas vor. Als wir dann beide wieder das Wonzimmer betraten, wurde  er erstmal von allen begruesst. Da merkten unsere Eltern, dass wir beide schmutzige Shirts hatten. "Was ist denn bei euch passiert" fragte mein Vater. Ich schaute Emre an und er mich. "Ehmm, wir haben schon bekanntschaft in der Schule gemacht. Leider sind wir zusammengestossen und da ist ein kleines Unglueck passiert, aber das ist halb so schlimm. Nicht wahr, Emre?" sagte ich und schaute ihn an. Wir beide waren uns einig, dass unsere Eltern nichts davon mitbekommen sollten, dass wir uns  wahrscheinlich ein Leben lang hassen werden, und deshalb nickte er nur und bestaetigte meine Aussage. "Na dann" sagte seine Mutter. "Edacim, geh doch hoch und zieh dir was anderes an. Und am besten gibst du Emre ein frisches Tshirt von deinem Bruder" sagte meine Mutter zu mir und ich schaute sie ein paar Sekunden einfach nur an. Dann seufzte ich leise uund nickte und machte mich auf den Weg nach oben in mein Zimmer. Emre folgte mir.
Er stand mitten in meinem Zimmer und schaute sich um. Ich holte mir in der zwischenzeit ein frisches Oberteil raus und brachte ihm ebenfalls ein sauberes aus dem Zimmer meines Bruders. "Hier" sagte ich und warf es ihm zu. Er fing es und bedankte sich. Wenigstens etwas. "Ich zieh mich im Bad um, du kannst dich hier umziehen" sagte ich ihm und er setzte einfach nur ein leichtes grinsen auf. "Von mir aus koennen wir uns auch beide hier umziehen" sagte er und grinste frech. Ich verdrehte nur die Augen und ging in mein Bad und schloss die Tuer ab. Ich zog mir das frische Oberteil an und band mir meine Haare zu einem Zopf.  
Als ich wieder in mein Zimmer ging, sass Emre umgezogen auf meinem Bett. Das schwarze Shirt betonte seine Arme.
"Wir koennen runter" sagte ich und bewegte mich zur Treppe. Er wollte erst noch was sagen, hat es sich dann aber anders ueberlegt und folgte mir zurueck ins Wohnzimmer. Wir setzten uns zu unseren Eltern und ich sass neben Ayla. Wir fingen ein Gespraech an und ich fand heraus, dass sie auf unserer Schule ist, jedoch einen Jahrgang unter uns, weil sie ein Jahr spaeter eingeschult wurde. Ich bot ihr an, in den Pausen zusammen zu sitzen und ihr die Schule zu zeigen, wofuer sie sehr dankbar ist.
Die Stimme von Sinan amca riss mich aus dem Gespraech mit Ayla. "Emre kann dich von jetzt an ja auch zur Schule mitnehmen, es liegt ja schliesslich auf dem Weg" lachte er. Bitte nicht. Ich muss das irgendwie verhindern. "Das ist wirklich sehr nett, aber ich kann auch selbst zur Schule" erwiderte ich hoeflich, was aber nicht viel brachte. "Nein nein, ich bestehe darauf. Ich hab meinen Sohn schliesslich zu einem Gentleman erzogen. Ab sofort fahrt ihr zusammen zur Schule" sagte er und dagegen konnte ich nichts mehr sagen. Ich konnte jetzt einfach nur noch hoffen, dass Emre das genauso wenig wollte wie ich und mich einfach "vergessen" wuerde.

                                                                       >21.00 Uhr<

Normalerweise bleiben Tuerken immer seeeehr lange, wenn sie irgendwo zu Besuch sind. Doch dank Emre und Ayla, die heute Schule hatten und morgen logischerweise auch wieder, waren die Eltern einverstanden frueher zu gehen. "Ihr muesst am Wochenende definitiv zu uns zum Essen kommen" sagte Nuray Teyze waehrend sie sich ihre Schuhe anzog. "Passt euch Samstag abend?" fragte meine Mutter und ich hoffte, dass es nicht passen wuerde, aber natuerlich passte es ihnen. Was sonst. Fuer Besuch haben Tuerken immer Zeit. Das hiess also, dass wir am Samstag abend bei denen zu Hause essen wuerden. Oder besser gesagt, ich muss dem Vollidioten mehrere Stunden ins Gesicht gucken.
Wir verabschiedeten sie und Sinan amca rief noch "Emre huppt einfach, wenn er vor der Tuer steht." Ich nickte nur und laechelte fake und dann schloss meine Mutter auch schon die Tuer.
War ich froh, diesen Jungen fuer heute endlich los zu sein.
Ich machte noch meine Hausaufgaben und duschte bis ich dann um 00.30 Uhr auch mal endlich schlafen ging. Ich dachte nur darueber nach, dass ich morgen mit diesem Typen zur Schule musste und nicht nur morgen, sondern jeden Tag. Ich musste unebdingt bald meinen eigenen Fuehrerschein machen. Doch bis ich den in den Haenden hielt, wuerde mich noch eine meeenge erwarten.  
  

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