„Na du, wie geht's?", er strahlte sie an und umarmte sie anschließend. „Gut und dir?", sie drückte ihn und strahlte zurück. Er zwinkerte, als er ihr antwortete: „Wenn ich dich sehe, immer." Sie musste kichern.
„Gehen wir?", fragte er sie. „Natürlich", lautete ihre Antwort und sie gingen gemeinsam in das Schulgebäude hinein. Schon bald verabschiedete er sich und ging zu seinen Freunden der zwölften Klasse.
Sie betrat das Klassenzimmer und musste breit grinsen. Egal, wie schlecht es ihr geht, er zauberte immer ein Lächeln ins Gesicht. Er war ihr bester Freund und vielleicht auch etwas mehr, ach quatsch, definitiv viel mehr. Da war etwas zwischen beiden. Dieses ständige Grinsen und flirten wenn sie sich sahen, die Suche nach Körperkontakt, das ununterbrochene schreiben, die vielen Verabredungen und Spaziergänge durch den Park und doch gab es irgendwie immer etwas, das beide davon abhielt, herauszufinden, was das mit ihnen war. Mal hatte er eine Freundin, dann hatte sie einen Freund, sie hörten aus einem unerklärlichen Grund auf, miteinander zu schreiben oder sonstiges, aber zur Zeit stand ihnen nichts im Weg. Sie waren beide Single und hatten viel Zeit, wenig Stress in der Schule und verstanden sich prima. Sie fühlte sich, als wäre er ein Magnet, der sie immer wieder anzieht, von dem sie einfach nicht wegkommt. Und sie wollte es auch gar nicht... Von ihm wegkommen klang einfach falsch, es war zu keinem Zeitpunkt auch nur im Entferntesten eine Option für sie. Das zwischen beiden war eine ganz besondere Verbindung. Vielleicht war es auch einfach der Nervenkitzel, der sie beieinander hielt. Immer eine Option zu haben, jemanden, zu dem man gehen konnte, mit dem man reden konnte, mit dem man an die Grenzen von Freundschaft gehen konnte und es doch nie wagte, sie zu überschreiten. Am besten, man fasst das Verhältnis von beiden einfach als "Beste Freunde" zusammen. Auch, wenn bei dem Gedanken an ihn ihr Herz schneller schlug und sich eine angenehme Wärme in ihr breit machte, auch, wenn jeder Fremde sehen konnte, dass das nicht nur "beste freunde" waren, so hielten beide daran fest. Beide waren so sehr darauf bedacht, beste Freunde zu sein, dass sogar das erste "Ich liebe dich" sich normal anfühlte und unterging, dass Konversationen darüber, wann sie sich küssen würden, fast schon wie ein Scherz waren.
Aber der Moment, in dem sich beide fest umschlungen tatsächlich das erste Mal küssten, ging beiden nie aus dem Kopf. Jedes Mal, wenn sich jemand von ihnen daran erinnerte, überzog Gänsehaut den gesamten Körper, das Herz schlug schneller und die Gedanken begannen nur so zu explodieren. Beide gingen an den Ort, wo der Kuss stattfand zurück, doch nur noch allein, denn dieser Kuss hatte sie so unglaublich nah zusammen gebracht, dass sie danach so weit voneinander weggeschleudert wurden, dass es beiden schon bald nur noch wie ein Traum vorkam, der sie tief in ihrem Inneren auffraß.
YOU ARE READING
Nicht dein, nicht mein, nicht unser
Romance„Du siehst.. anders aus", sagte er und brachte sie mit seinen Worten zum erröten. Er sah so schrecklich gut aus, seine braunen Haare, seine wunderschönen blauen Augen und dieser Körper.. Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als er ihre Hand berühr...
