Alls ich geboren wurde ging es meinem Rudel nicht gut. Naturkatastrophen und wild gewordene Wölfe hatten es geschwächt. Es bestand nur noch aus wenigen starken Kriegern und Jägern. Zu wenigen um den nahenden Winter zu überleben. Deshalb wurde mein Rudel zu Nomaden. Nomaden die es eilig hatten. Wir blieben höstens eine Woche an ein und denselben Ort.
Aus irgendeinem, mir unbekannten Grund lag alle Hoffnung auf meiner Geburt. Doch leider enttäuschte ich sie. Ich war nicht die erhoffte starke Werwölfin, die geborene Anführerin, die sie aus der Krise herausführen sollte. Stattdessen würde ich krank geboren, war schwächlich und nichts weiter als eine last. Als Strafe, und Zeichen ihres Missfallens, bekam ich den Platz als Omega Junges im Rudel und dass, obwohl mein Vater der Alpha Anführer war. Vielleicht aber auch gerade deswegen. Mein Vater gab mir keine Chance. Selbst wenn ich gekonnt hätte, er hätte mich daran gehindert aufzusteigen.
Doch selbst ein Omega Junges hate Pflichten gegenüber seinem Rudel. So wie die stärke einer Kette von ihrem schwächsten Glied ausging war auch ich ein Teil des Rudels. Jeden Tag musste ich mein bestes geben ihm nicht zur last zu fallen und wenn ich könnte ihm zu helfen. Zwar konnte ich nicht für mein Rudel Jagen oder Kämpfen, doch von meiner Mutter lernte ich das Sammeln von Essbaren Pflanzen und von Kaiden, unserem Heiler und meinem Mentor, das versorgen von Wunden. Kaiden war schon Alt und deswegen würde ich nach seinem Tot seinen Platz einnehmen müssen. Er versuchte mir alles beizubringen, doch die Wahrheit war, dass auch das Heilen mir nicht besonders lag. Es viel mir unheimlich schwer die ganzen Kräuter Namen und Heilmetoden auswendig zu lernen. Mit mehr Praxiserfahrungen gelang es mir besser, aber die bekam ich meistens nicht, da mir keiner der Verletzten seine Wunden anvertraute. Ab und zu kränkte es mich, doch ich wusste ich hatte nichts Besseres verdient.
Die meiste Zeit über kümmerte ich mich um meinen kleinen Bruder, während meine Mutter auf der Jagd war. Carmelo war ein richtiges kleines Energiebündel. In seiner Wolfsform könnte er schneller rennen als all die anderen jungen Werwölfe in seinem Alter. Am liebsten ging er auf Entdeckungstour. Manchmal brauchte ich stunden um ihn wieder zu finden, doch ich musste mir keine Sorgen um ihn machen. Er war schon jetzt stark genug um auf sich selbst aufzupassen. Innerlich hoffte ich so sehr er würde eines Tages zu dem mutigen Anführer den unser Rudel dringend brauchte.
Es war mitte Herbst als wir halt am Meer machten. „Das ist das Mittelmeer, meine Kleinen", sagte meine Mutter und tätschelte Carmelos Kopf, „Es wird so genannt, weil es in der Mitte zweier Kontinente liegt und es nur einen Spalt gibt der es mit den großen Weltmeeren verbindet." „Mama? Geht ihr heute Fische fangen?", fragte ich neugierig, den Blick aufs Meer gerichtet. „Ja. Wollt ihr beide vielleicht zusehen?" „Ja! Ja! Ja! Fische!", schrie Carmelo aus heiterem Himmel und fing auch gleich an rumzutoben. Ich lächelte nur. „Fiona, bitte pass auf das dein Bruder nicht zu weit ins Wasser geht. Er ist noch nie geschwommen.", sagte meine Mutter und sah mich eindringlich an. Ich nickte ernst. Dann seufzte sie und ging wieder zu den andern um beim Aufbau des Lagers zu helfen. Jetzt konnte ich mich nur nützlich machen in dem ich mein Brüderchen und auch die anderen Kleinen im Auge behielt. Gerne hätte ich mitgeholfen die Zelte aufzubauen, doch dafür war ich zu schwach. Also verbrachte ich den Vormittag und auch den Mittag damit alle Jungen vom Wasser fern zu halten und sie zu beschäftigen. Später dann gingen die Jäger auf die Jagd. Doch da alle schon müde waren, und vor allem hungrig, entschieden sie sich Einzeln an unterschiedlichen Stellen zu jagen und nicht wie sonst ihm Rudel.
Meine Mutter brachte uns an eine seichte Stelle des Ufers. Statt ihrer Wolfsform, wie sonst, hatte sie ihre menschliche Form eingenommen. Außerdem hatte sie drei Stöcker mit, einen langen und zwei kurze, mit eisernen Spitzen dran. „Nimmt euch einen Speer, und dann folgt mir ins Wasser" Wir taten wie geheißen, ich voller Hoffnung und Carmelo mit seiner kindlichen Lebensfreude. „Seht nach unten, ins Wasser. Die Wesen, die da durchs Wasser gleiten, sind Fische. Ihr werdet jetzt hier warten bis ein größerer Fisch vorbei kommt. Und wenn er kommt dann sticht ihr mit euren Speeren dahin, wo er hingleitet." „Wieso sollen wir nicht da hin stechen wo er ist?", frage ich. „Weil er genau dort gar nicht ist." „Was?" „Das Wasser krümmt unseren Blick wir sehen den Fisch vor uns, doch eigentlich ist er Seitlich von uns." „Wasser ist komisch", sagt Carmelo den Kopf zur Seite gelegt. „Ja, das ist es mein Kleiner. Ich werde jetzt nach da vorne zum Felsen schwimmen und dort Fische fangen. Bitte geht nicht zu weit ins Wasser rein." „Ist ok, ich pass auf ihn auf." meinte ich noch, bevor sie los schwamm.
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Wolfblut
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