Daddy Is Home

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"Mein Stiefbruder ist ein absolutes Arschloch. Dem geht es doch hier nicht um die Firma, sondern nur ums Geld!" Felicia konnte und wollte die Entscheidung ihres Vaters nicht verstehen. In seiner Welt waren auch Frauen immer noch das schwache Geschlecht, offenbar nicht fähig ein Unternehmen zu führen. "Wie kommst du dazu deinem eigenen Bruder sowas zu unterstellen und dann auch noch auf so eine derbe Art? Ich hoffe wirklich, du reißt dich heute Abend zusammen und enttäuschst mich nicht!" Noch bevor sie etwas erwidern konnte fiel die Tür hinter ihrem Vater mit einem lauten Knall ins Schloss, sodass sie für einen Moment zusammen fuhr. "Er ist nicht mein Bruder...", knurrte sie vor sich hin.

Sie hatte wirklich alles versucht. Sie schrieb gute Noten, wusste sich zu benehmen und nun versuchte sie ihn davon zu überzeugen, dass ihr Stiefbruder die deutlich schlechtere Wahl für das Erbe ihrer Firma sei. Diese Gedanken gingen ihr durch den Kopf, als sie vor ihrem Kleiderschrank stand und nach dem perfekten Outfit für den heutigen Abend suchte. Für ihren Vater war es eine wichtige Veranstaltung. Sein Partner William Kingston war für das Unternehmen einige Jahre in China tätig und entschied sich vor einigen Monaten wieder zurück nach Amerika zu kommen. Heute wollte man ihn gebührend in Empfang nehmen und entschied sich, das auch gleich als Anlass für eine PR-Inszenierung zu nutzen, begleitet von der örtlichen Presse.

Zufrieden drehte sie sich vor dem Spiegel im Kreis und strich das kurze, rosa Kleid zurecht, dass ihre Kurven besonders schön hervor hob und ihren freien Rücken zur Geltung brachte. Sie wusste mittlerweile ganz genau, dass ihr Vater diesen Kleidungsstil als billig empfand und nicht wollte, dass sie so viel Haut zeigte. Ihre Haare hatte sie sich zu einem lockeren Dutt gebunden, aus dem noch einzelne Strähnen in ihr porzellanweißes Gesicht hingen. 

Ihr Vater und ihre Stiefmutter Lilianna waren schon seit einigen Stunden im Hotel, in welchem das Spektakel stand fand. Sie wurde praktisch gezwungen mit ihrem "Bruder" zu fahren, was sicherlich ein trauriger Versuch ihrer Stiefmutter war die Wogen zwischen den Geschwistern zu glätten. Sie schlug mit der Faust gegen seine Tür. "Viktor!" Keine Antwort. Gerade, als sie ein zweites Mal klopfen wollte, riss er die Tür auf und ihre Hand landete im Nichts. 

Ein schmutziges Grinsen legte sich auf die Lippen ihres Bruders, als er sie für ihren Geschmack ein bisschen zu genau musterte. "So willst du auf die Veranstaltung?" Felicia verschränkte defensiv die Arme vor ihrer Brust, was ihrer Oberweite nur zu Gute kam, aber sicherlich nicht ihre Intention war. "Was geht dich an, wie ich aussehe?" Kurz zuckte er mit den Schultern. "Versteh mich nicht falsch... du siehst richtig scharf aus." Erst jetzt bemerkte Fee den Blick von Vik auf ihren Brüsten und ließ einen Arm sinken, während der anderen zu einer Ohrfeige ausholte. Das war nicht das erste Mal, dass sie ihrem Bruder eine schmierte und dessen war sich Viktor mittlerweile bewusst. 

Kurz bevor ihre Hand seine Wange traf, hielt er sie mit seiner eigenen davon ab. Er umklammerte ihr Handgelenk gerade so, dass es nicht weh tat, ließ jedoch schnell wieder los. "Steig ins Auto", befahl er und warf ihr die Schlüssel zu. "Ich komme gleich." Mit diesen Worten knallte er ihr die Tür vor der Nase zu. Wie viele Türen heute noch symbolisch dafür stehen würden, dass sie fehl am Platz war? 


Daddy IssueWhere stories live. Discover now