Das so ziemlich Letzte, was ich jemals erwartet hätte, war wohl, dass ich mich jemals so über eine Dosenravioli freuen würde. Eher im Gegenteil, immerhin habe ich Dosenravioli schon immer gehasst. Aber nachdem ich mich die letzten Tage nur von Hundefutter ernährt habe, kam mir das gar nicht mehr so schlimm vor.
Schon beim öffnen der Dose stieg mir der chemische Duft von Konservierungsstoffen in die Nase. Die viel zuweichen Ravioli schwammen in einer ketchupartigen Soße, die vielleicht mal neben der vielleicht mal eine Tomate gelegen hatte und waren mit einer Substanz gefüllt, die mit viel Fantasie vielleicht sogar nach Fleisch schmeckte.
Doch bevor jetzt Einige glauben ich sei ein Verrückter, der Hunden das futter wegfrisst nur um festzustellen, dass es auch schlimmere Dinge als Dosenravioli gab,das bin ich nicht. Jedenfalls hoffe ich das. Aber lasst es mich doch einfach erklären, wie es dazu kam, dass ich mich mit Hundefutter vollgestopft habe und mich jetzt so über Dosenravioli freue.
Es begann gerade mal vor ungefähr einer Woche, so genau weiß ich es aber nicht mehr, da ich besseres zu tun hatte, als mir darum Gedanken zu machen, welcher Tag eigentlich ist. Jedenfalls begann dieser Tag wie jeder andere und ich hätte nie gedacht, dass sich das jemals ändern würde. Doch das tat es. Ganz plötzlich und unverhofft, als wollte es mich aus meinem durch den gewöhnlichen Alltag, bestehend aus früh aufstehen, Kaffee trinken und arbeiten, ausgelösten innerlich totem Zustand wieder voll und ganz zurück ins Leben holen. Und ich muss gestehen, das ist ihm gelungen. So lebendig habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Aber jetzt rede ich nur wieder um den heißen Brei herum. Also, was ist eigentlich passiert? Das lässt sich eigentlich sogar ziemlich einfach in einem Wort zusammenfassen: Zombies.
Ja, Zombies. Diese verrottenden Leichen, die sich – aus was weiß ich für einem Grund – bewegen können und wahrscheinlich versuchen unsere Gehirne zu fressen. So genau weiß ich das aber nicht, da ich noch nie nah genug an einem dran war um das selbst auszuprobieren und ob ich danach wirklich klüger bin als vorher bleibt anzuzweifeln. Oder es würde sich gar nichts ändern. Immerhin habe ich schon die Vermutung, dass ich bisher nur überlebt habe, weil sie mich mit meiner verschlafenen Art für einen von ihnen gehalten haben. Sollten sie es doch auf Gehirne abgesehen haben, haben sie mich wahrscheinlich verschont, weil es da nicht sonderlich viel zu holen gab.
Wer jetzt hier aber eine genaue Erklärung davon erwartet, wie das Ganze angefangen hat, den muss ich wohl leider enttäuschen. Ich weiß es nämlich selbst auch nicht genau. Das letzte woran ich mich erinnere, nachdem es ausgebrochen ist, ist wie ich von einer hysterischen Masse verschlungen wurde,durch die ich mich durchgekämpft habe, bis ich einen einigermaßen ruhigen und gleichzeitig sicheren Ort gefunden hatte. Es war übrigens ein Tierfutterladen. Darum auch das Hundefutter. Also ich denke damit wäre es fürs erste zumindest bewiesen, dass ich nicht völlig verrückt bin.
Nun nachdem das Hundefutter knapp wurde musste ich mir eine Alternative suchen. In diesem Fall hatte ich sogar mal Glück in einer Kleinstadt zu leben, in der alles ziemlich dicht beieinander liegt. So wusste ich auch, dass sich nur eine Straße weiter ein kleiner Supermarkt befindet. Ich habe lange überlegt, ob ich es wagen sollte. Nun schließlich hat mich der Hunger dann doch in einem ruhigen Moment aus dem Tierfutterladen raus getrieben und ich bin so schnell ich konnte zum Supermarkt gestürmt. Glücklicherweise auch ohne von irgendwelchen verrottenden Gestalten bemerkt zu werden. Aber so wie ich das mitbekommen habe sind die weder besonders schnell, noch sehr intelligent.
Nachdem ich mich schließlich in dem Laden verbarrikadiert hatte, wären wir wohl an der Stelle, wo ich angefangen habe. Ich muss nicht der erste gewesen sein, der in diesem Laden Unterschlupf gesucht hatte, denn sonst wäre wahrscheinlich mehr hier gewesen als Dosenravioli. Aber die will wohl selbst in der Apokalypse niemand essen.
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Mein Apokalypsen Tagebuch
Ficção CientíficaWie der Titel wahrscheinlich schon sagt, ist dies ein Tagebuch in dem Joey, unser Protagonist, sein Leben während einer Zombie-Apokalypse schildert.
