Unerwiderte Liebe gleicht einem Feuer, welches verlöscht und unverbrannte Stücke Holz zurücklässt.
„Ich wurde gehackt!“, entfloh es mir erschrocken, als ich starr auf mein Handy blickte.
„Zeig mal her.“ Yahiko, ein Freund, nahm mir das Mobiltelefon aus den Händen und schaute konzentriert auf den leuchtenden Bildschirm. Für eine kurze Zeit war es still um uns herum und mir wurde mit einem Mal schlecht. „Wie konnte dir das denn passieren? Warst du etwa wirklich so unvorsichtig?“, klang es vorwurfsvoll aus seinem Mund und er überreichte mir wieder das Smartphone.
„Was nun?“, meine Stimme war nicht mehr als ein klägliches Krächzen. „Der Hacker hat all meine Daten! Er könnte damit mein Leben auf den Kopf stellen.. !“ Meine Augen fingen hilfesuchend seinen besorgten Blick ein. Es war ein warmes Braun, welches mich an die starken Äste eines Baumes erinnerte, die mir Geborgenheit versprachen. Verzweifelt suchte ich darin nach einem Anker, um mich vor dem aufkommenden Sturm zu retten.
„Ganz ruhig, Taki.“, aber ich erkannte, dass auch er ziemlich nervös war. „Ich bin mir sicher, dass du das regeln kannst. Vielleicht ist es ganz einfach.“
Ich sog die Luft tief in meine Lungen. Er hatte recht. Es brachte mir nichts, wenn ich mich wie ein flennendes Kind in der hintersten Ecke verkroch. Ich musste zurückschlagen.
Ein wenig zittrig tippte ich auf meinem Screen und kam mir selbst ziemlich lächerlich vor. Was sollte ich denn machen?
„Warum hat man ausgerechnet mich gehackt?“
„Das frage ich mich auch. Schließlich hast du nicht sehr viele Follower und Geld hast du auch keines.“, nachdenklich rieb er über sein Kinn.
…
Das hat gesessen. Sofort brach ich in meiner Bewegung ab und sichtlich gekränkt wanderte mein Blick zu ihm. Herausfordernd sah ich ihn aus meinen grünen Augen an.
„Willst du mir damit sagen, dass ich nicht wichtig genug bin?“ Man hörte heraus, wie sehr mich seine Aussage gereizt hatte.
Überrascht hob er die Arme und zeigte mir seine leeren Handflächen, als ob er beweisen wollte, dass er unschuldig war. „Entspann dich, ja? So war das nicht gemeint und das wissen wir beide.“
„Hmpf.“
Ich drehte meinen Kopf zur Seite, um ihm zu zeigen, dass ich keine weitere Konversation zwischen ihm und mir haben wollte. Meine Arme verschränkte ich zusätzlich vor meiner Brust, jetzt war meine Festung gesichert und er konnte zusehen, das Ganze wieder in Ordnung zu bringen.
Yahiko verdrehte die Augen und fuhr mit einer Hand durch sein bronzefarbenes Haar, welches einen leichten Rotstich hatte. „Du weißt, dass ich es nicht leiden kann, wenn du mich ignorierst.“
Ich machte keine Anstalten nachzugeben, das hatte er nun davon! „Taki! Hör auf dich so kindisch zu verhalten.“
Kindisch!? Ich war doch nicht kindisch! Dieser Mann verstand einfach nicht, wann er zu weit ging.
Ich wandte ihm meinen Rücken zu und spürte keine Sekunde später, wie er genervt nach Luft schnappte, um mich dann grob an der Schulter zu packen und einmal herumzuwirbeln.
Erschrocken hielt ich die Luft an, wagte es aus zu großer Verunsicherung nicht, ihm ins Gesicht zu blicken.
Habe ich es mit meinem Spiel zu weit getrieben? Er hielt mich fest, sodass es mir unmöglich war zu entkommen.
„Sieh mich an.“ , seine Stimme klang dunkler als gewöhnlich und ich fragte mich, ob er nun wirklich wütend war. Ich rührte mich nicht. „Du sollst mich ansehen.“ Zwei Finger legten sich um meinen Kiefer und drehten meinen Kopf in seine Richtung.
Es waren nur wenige Zentimeter, die uns voneinander trennten.
Sein Blick ließ keine Zweifel, dass ihn mein Verhalten ärgerte und obwohl ich Schuldgefühle haben müsste, ließ mich der Gedanke, dass es ihm wichtig war, was ich von ihm hielt, nicht mehr los.
Irgendwie war ich mir sicher, dass ich gewonnen hatte.
