Es fängt an mit so einem komischen gluckern im Hals irgendwo zwischen Kehlkopf und Zäpfchen.
Dann spürst du es in der Nase und in den Augen.
Spürst wie deine Tränen aufsteigen, sich deine Augen wie kleine Gefäße zu füllen scheinen.
Aber
Deine Augen sind Augen - und keine Gefäße. Sie sind nicht gemacht um Tränen zu halten.
Nichts ist gemacht um Tränen zu halten.
Tränen sollten fließen dürfen.
Und dann spürst du es, wie sich ein erster Tropfen löst und an deiner Wange hinab rollt.
Erst nur eine Träne
Dann ein ganzer Sturzbach
Selbst wenn du es wolltest, du könntest es nicht stoppen.
Du willst es aber auch nicht stoppen.
Es währe falsch
Du weißt nicht warum, denn nichts was dich gerade betrifft ist eigendlich zum heulen.
Und doch heulst du.
Dies ist nicht das heulen aus trauer, weil gerade etwas wirklich trauriges passiert ist.
Nein
Dies ist auch nicht dieses heulen vor Wut, weil dich gerade etwas erschüttert, weil du nicht fassen kannst wie ausgesprochen ungerecht das gerade ist.
Das heulen hier geht viel tiefer.
Es war nur ein Duft, ein Satz den du gerade gelesen hast, ein Zitat, ein Lied, ein Bild, ein Film, ein Gedanke.
Vollkommen zusammenhangslos
Beinahe banal
Und doch hat es gereicht.
Es hat den Knoten gesprengt, den Klos gelöst und dann war er da
Der Moment
Und du hast losgeweint
Wegen nichts bestimmten
Eher als wäre es mal wieder an der Zeit gewesen
Und du heulst los.
Wegen dem toten Kind in den Nachtrichten.
Weil deine Lieblingsserie abgesetzt wurde.
Wegen dem Spruch von dem Typen letzten Monat.
Weil dir eine Lieblingshose gerissen ist.
Eigentlich weinst du wegen allem und doch wegen nichts.
Aber es war einfach mal wieder an der Zeit das alles rauszulassen.
Und wenn dich jemand fragt wieso, dann antwortest du nur "Weil Weltschmerz"
24.01.2018
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Moon Soul and Nature Heart
PoesíaTexte von mir Gedankenschnipsel Dinge die mich bewegen oder zum still stehen bringen
