Eisblume

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Gespannt und leicht säuerlich stand Hermine vor der großen, hölzernen Tür, welche in das Büro der Kerkerfledermaus führte. Severus Snape.

Sie war heute in Zaubertränke zu Nachsitzen verdonnert worden, da sie stark mit Malfoy aneinander geraten war.
Er hatte sie wieder einmal ein Schlammblut genannt, woran sie sich allerdings nach 4 Jahren gewöhnt hatte.

Damals, als er sie im 2. Jahr zum ersten Mal so beleidigt hatte, hatte sie es sich stark zu Herzen genommen, doch nun prallte dieses unnötige Wort einfach von ihr ab. Allerdings hatte er ebenfalls Neville beleidigt, und dessen Oma, von welcher sie wusste, dass es dieser momentan sehr schlecht ging. Und Nevilles Oma war die einzige, welche dieser noch als Bezugsperson hatte, da seine Eltern in eine geschlossene Anstalt verlegt worden waren.
Und Hermine wusste, wie sehr diese Beleidigungen auf das Gemüt des Gryffindor Schülers drückten.

Und nun stand sie hier. Im Keller der Schule, in welchem eine düstere Atmosphäre und Kälte herrschte, dass sie nun nach gefühlten etlichen Minuten immer noch Gänsehaut überzog.

Immer wieder wanderte ihr Blick auf die rote Armbanduhr, welche sie vor 2 Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte.
Eigentlich konnte sie jederzeit durch einen Zauber die Uhrzeit erfahren und brauchte ihre Uhr eigentlich nicht, allerdings legte Hermine großen Wert darauf, nicht allzu bequem zu werden und weiterhin Muggeltechnologie zu benutzen.

Um Punkt 7 Uhr traf ihre Hand auf das dunkle Material der Tür, und im genau selben Moment wurde die Tür mit großem Schwung nach innen aufgemacht.

Vor Hermine stand ihr in schwarz gekleideter Professor, welcher sie mit eiskalter Miene musterte. „Mitkommen“, sagte er, ohne ein Begrüßungswort über seine Lippen zu lassen.

Er ging an ihr vorbei, aus seinem Büro heraus und schloss die Tür. Dann schlug er den Weg zu den Treppen und somit aus den Kerkern der Schule ein.

Verwirrt folgte sie ihm schnell, da sie ihn nicht verlieren wollte. Er ging mit großen, langgezogenen Schritten durch die Schule, zu dem großen Tor, welches als offizieller Eingang benutzt wurde. Davor angekommen blieb er kurz stehen, drehte sich zu seiner Schülerin um und sagte mit schneidender Stimme: „Wir werden in den verbotenen Wald gehen.“

Nach einem kurzen, zögerlichen Nicken ihrerseits, drehte er sich wieder um, schwang seinen Zauberstab und öffnete das große, Metalltor. Er schritt schnellen Schrittes in die Dunkelheit der Nacht und Hermine hatte nun Probleme, ihm zu folgen.

Einerseits, da er ziemlich schnell unterwegs war, andererseits, da es sehr schwer war, seine Person in der Dunkelheit ausfindig zu machen.
Der Neumond verbesserte diese Situation allerdings auch nicht.

Seit nun schon gefühlten Ewigkeiten streiften die Beiden durch den Verbotenen Wald, ohne bis jetzt ein weiteres Wort verloren zu haben.

Hermines Hände und Füße wurden trotz des Wärmezaubers bereits langsam eisig kalt und ihre Wangen hatten einen rosigen Ton angenommen. Allmählich fragte sie sich, warum sie zu so später Stunde mit dem verhasstesten Lehrer durch diesen Wald irren musste, mitten in der Nacht im späten Herbst.

Das Laub raschelte unter ihren Füßen und ab und an hörte man das gruselige Heulen eines Wolfes, das Schuhu einer Eule oder das Plätschern von Wasser.

Vorsichtig lugte Hermine unter ihren Wimpern zu Snape hervor, welcher nun ein angenehmes Tempo eingelegt hatte und genauestens zu wissen schien, wo er hinging. Nach einigen Minuten kamen die Beiden am Rande einer relativ großen Lichtung an.

Der Wind streifte über die Gräser und ab und an konnte man eine Kreatur im Dunkel der Nacht ausmachen.
„Wir sind da“, murmelte der Professor und schaute sich um. Hermines Augen huschten von einem Fleck zum anderen. Ihr war ziemlich unwohl an diesem Ort, mitten in der Nacht.

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⏰ Last updated: May 23, 2018 ⏰

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