Kapitel 1| Ciao altes Leben

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                                                                                                 ||Kapitel 1||

" So it goes"

Neue Lebensabschnitte gehören zum Leben dazu. Sie sind wie ein neuer Schritt zu einem neuen selbst. Man muss Sachen hinter sich lassen. Sich trennen von Sachen/Menschen obwohl man dies gar nicht möchte. Ein Lebensabschnitt öffnet einen neuen Chancen, neue Perspektiven und all das.

Dem allen bin ich auch bewusst. Ich meine es ernst. Ich verstehe es komplett, wenn man sich von Sachen, die einem nicht gut tun, lösen muss. Aber jedoch mache ich dies schon mein halbes Leben lang. Immer und immer wieder. Es ist wie ein endloser Zyklus. Er dreht sich so schnell, dass ich manchmal Angst habe keine Luft mehr zu bekommen.

Mein Leben besteht nur aus packen. Jedes Mal auf der Flucht. In meinen 17 Jahren, die ich schon auf dieser Erde wandere, sind meine Mutter und ich schon sieben Mal umgezogen.

Die letzten zwei Jahre verbrachten wir in Vancouver. Aber jetzt heißt es Abschied nehmen -für immer. Wir kehren nämlich zurück in die Heimat von unseren Vorfahren.

***

Müde und erschöpft stelle ich den letzten Karton ins Auto, und wische mir den Schweiß von der Stirn. Ich sollte wirklich mehr Sport machen. Als ich meine Mum mit einem Lächeln aus der Tür kommen sehe, drehe ich mich um, und steige ins Auto. Ich sehe aus den Augenwinkeln, wie ihr Lächeln erstirbt, und sie eine Sorgenfalte zieht. Ich sollte nicht sauer auf sie sein, sie kann am allerwenigsten etwas dafür. Die einzige Person, die Schuld an all dem hat, ist mein sogenannter Dad. Jedoch ist er zwischen mir und meiner Mutter, als der „Idiot" bekannt. Meine Eltern haben sich anscheinend, an einem warmen Sommertag in Wald kennen gelernt, und konnten von diesem Moment nicht die Hände von einander lassen, und paar Monate später hatten sie mich an der Backe. Klein, pummelig, und nervig. Mein Dad ist dann vier Jahre später abgehauen, und hat mir nicht mal ein Brief hinterlassen. Einfach weg, wie sehr er mich geliebt haben muss.

„Bist du soweit?", ries mich meine Mum aus meinen Gedanken. Ich habe gar nicht bemerkt, wie sie eingestiegen ist. Doch nur ein Nicken ist meine Antwort, denn mehr bin ich noch nicht im Stande.

Das könnte eine lange Fahrt werden

***

Ich hasse enge Räume. Ich hasse alles, über was ich nicht die Kontrolle habe. Aber dies ist schlimm... schon seit verdammten 12 Stunden sitze ich in diesem Auto, und wir sind immer noch nicht da. Und ich weiß, wir haben nicht mehr viel Zeit. Wie kommt meine Mutter auch auf die Idee, an dem Tag zu fahren, wo Vollmond ist. Ich habe ihr gesagt, dass es Schwachsinn ist, aber sie wollte ja nicht auf mich hören. Sie war in der festen Überzeug, dass wir es noch davor schaffen. Ich würde ihr jetzt am liebsten die Zunge rausstrecken. Seufzend lasse ich mich gegen die Fensterscheibe fallen. Der blaue, wolkenfreie Himmel hat sich mittlerweile in einen dunklen verfärbt. Es fängt an zu regnen. Lustlos beobachte ich, wie die einzelnen Regentropfen gegen unsere alte Fensterscheibe platschen. Ich würde jetzt so gerne dort draußen im Freien sein.

Aus den Augenwinkeln erkenne ich, wie wir an einen Schild vorbeifahren, wo „WILLKOMMEN IN HOUGHTON MICHIGAN" draufsteht. Irgendwie wirkt alles so düster an dieser Stadt. Die Bäume erdrücken einen fast, als würde man keine Luft mehr bekommen. Hier würde ich also das nächste Jahr leben, wenn ich Glück habe zwei.

Plötzlich schießt ein schrecklicher Schmerz durch meinen Körper, und ich schreie auf. Als ich ein Stechen in meinen Rücken spüre, habe ich keine Kraft mehr zu atmen, und ringe nach Luft. Ein Blick zu meiner Mutter reicht aus, und mir klar zu machen, dass der Mond fast den Nachthimmel, mit seinen Licht erhellt hat.

Ihre schwarzen Haare sind fettig, und hängen ihr in kleinen Strähnen ins Gesicht, die sie immer wieder weg pusten muss, damit sie ihr nicht im Weg sind. Wir beide sind komplett in schwarz angezogen, und an meiner Jeans klebt irgendetwas ekliges. Angewidert schaue ich auf den weißen Fleck, und möchte mir gar nicht vorstellen, was es möglicherweise ist.

Da schon wieder dieser unfassbare Schmerz...

Ich kneife fest meine Augen zusammen, und versuche mir ein zu reden, dass dadurch der Schmerz bald weg sein wird. Jedoch ist eine Verwandlung alles andere als einfach und ich will sie auf gar keinen Fall in diesem dreckigen, nach Gas stinkenden Auto erleben. Mit einem schrecklichen Schmerz in meinen Kopf schwenke ich meinen Schädel in Richtung zu meiner Mum, die verpissen auf die Straße schaut,

Ihre olivengrünen Augen haben sich langsam in ein dunkles braun verfärbt, und es scheint so, als hätten wir wirklich keine Zeit mehr. Aber wie meine Mutter so ist, ist sie in der Überzeugung, dass sie uns in unser neues Zuhause bringt bevor der Mond aufgeht, jedoch sehe ich, dass auch so langsam ihre Hoffnung schwindet.

Na toll, ich war damit einverstanden, meine dritte Verwandlung im Keller zu verbringen, damit wir uns unsere neue Umgebung in Ruhe anschauen können, jedoch läuft es jetzt nach meines Wissens anders. Schon wenn ich dran denke, ein neues Leben, mal wieder neu zu starten, bildet sich um mich eine erschreckende Kälte.

„Mum bitte", schreie ich, als ein neuer Schmerz mich durchfährt. Vorsichtig blickt sie mich an, und nickt. „Du hast recht, wir schaffen es nicht.", verzweifelt schaut sie sich in der Gegend um. „Da", schwach zeigt sie auf paar Bäume. Zum Glück sind wir noch nicht so weit in die Stadt gefahren, sodass noch keine Häuser in der Nähe sind. Quietschend haltet das Auto im Wald, und wir beide springen keuchend aus dem Auto. Ich brülle, dass der Schmerz aufhören soll. Meine Mama schaut mich nur mit einem quälenden Blick an, und sackt auf den Boden. Gleichdarauf lasse ich mich auch, auf den Waldboden nieder. Eine Ameise krabbelt mein Handgelenk hoch, jedoch habe ich keine Kraft um sie weg zu machen. Als mein Bein schmerzhaft nach hinten klappt, bilden sich vor lauter Schmerz, Tränen in meinen Augen. „Mama, mach das es aufhört", schreie ich. „Bitte", flehe ich sie an. Doch sie hört mich nicht, da sie genauso schreit, wie ich. Verzweifelt blicke ich zu dem leuchtenden Mond, der heute besonders stark strahlt. Plötzlich durchfährt mich ein Zucken...

Und ich renne nicht mehr als Mensch, sondern als ein Wolf in den dunklen, gefährlichen Wald hinein. Hätte ich nur davor gewusst, was für Gefahren dort lauern, wäre ich niemals in diesen schrecklichen Wald gerannt.

Dark Love ~Liebe Auf Den Ersten Feindseligen BlickStories to obsess over. Discover now