Hey Delia, sollen wir zum Flohmarkt gehen?",
Ich unterdrücke ein genervtes aufstöhnen, als meine Tante Molly versucht mich mal wieder versucht aus meiner finsteren Stimmung zu reißen.
Am liebsten würde ich ihr die Tür vor der Nase zuschlagen mich in mein Bett verkriechen und dort den Rest meines Lebens in meinem eigenen unbändigen Zorn über die Ungerechtigkeit des Schicksals dahinsiechen.
Doch es wäre nicht fair meiner Tante gegenüber. Sie kann nichts für das was geschehen ist und hat es absolut nicht verdient meinen Zorn auf das gesamte Universum ausbaden zu müssen.
Vermutlich ist sie von allen Menschen auf der Welt die einzige die meine Trauer und meinen Zorn auch nur ansatzweise verstehen kann, trauert sie doch selbst seid einem Monat um ihre geliebte Schwester.
Also unterdrücke ich den Impuls ihr die Tür vor der Nase zuzuschlagen, ebenso wie den frustrierten Aufschrei der sich meiner Kehle entrinnen möchte und gebe ihrem Vorschlag mit einem undefiniertem Knurren nach.
Doch vielleicht sollte ich mich erstmal Vorstelle und erklären wie es zu meiner zugegeben sehr düsteren Stimmung kam.
Ich bin Delia Krause. Geboren am 15. August 1977. Ich bin jetzt 16 Jahre alt und 1,67m groß. Ich habe grau-blaue Augen und lange dunkelbraune Haare, welche mir normalerweise, wenn ich sie nicht gerade unter schwarzen Kapuzenpullis verstecke in sanften Wellen über den Rücken fallen.
Meine Geschichte beginnt vor etwa einem Monat , ich war alleine zu Hause und wartete ungeduldig auf meine Eltern, die eigentlich nur kurz eine Erledigung machen wollten und schon seid Stunden zurück sein wollten.
Ich weiß noch das ich genervt und ein wenig wütend war, das sie ihr Versprechen, gleich wieder zurück zu sein und zu einem gemütlichen Abendessen etwas vom Chinesen mitzubringen offenbar nicht einhielten.
In meinem Kopf hatte ich sie schon alleine...ohne mich... in einem Restaurant bei einem romantischen essen gesehen....Gedanken, die einem gelangweilten hungrigen, von der Pubertät mit verwirrenden Hormonen vollgestopften Teenager eben so durch den Kopf gehen, wenn etwas grundlegend schief läuft.
Wer möchte denn auch als erstes an einen schlimmen Zufall denken wenn die Eltern nicht rechtzeitig nach Hause kommen. Und wer rechnet ernsthaft damit, das der furchtbare Autounfall über den überall im Radio berichtet wird etwas mit der eigenen Familie zu tun haben könnte?
Nun...ich, jung und naiv wie ich eben war, jedenfalls nicht.
Doch das änderte sich schlagartig, als ich vom klingeln der Haustüre aufgeschreckt die Tür öffnete und dort zwei in Uniform gekleidete Polizisten vorfinde.
Diese Tatsache und die ernsten Gesichter der beiden ließen mir auf der Stelle das Blut in den Adern gefrieren.
Erst später wurde mir klar, das die dritte, nicht uniformierte Frau an der Seite der Polizisten eine Solzialarbeiterin war, welche mir in Anbetracht der schlimmen Nachricht vom tragischen Tod meiner Eltern zur Seite stehen sollte.
Doch der scheinbar erwartete Zusammenbruch kam nicht...es rollten keine Tränen meine Wangen hinab, kein schreien, kein schluchzen entrang sich meiner Kehle.
Wie versteinert stand ich da, während mein Inneres zerbrach. Ich spürte, wie die Splitter meines Herzens mir die Luft zum Atmen nehmen wollten, doch eine eiserne Faust, zusammen mit einer Eiseskälte die sich in meinem inneren ausbreitete hielt die Splitter an Ort und Stelle und lies mich einfach nur versteinert im Türrahmen stehen.
Die nächsten Stunden und Tage sind nur noch sehr verschwommen in meiner Erinnerung zu finden. Ich weiß nur noch, das als meine nächste Verwandte meine Tante Molly sich bereit erklärt hatte mich aufzunehmen. Was für mich hieß meine Habseligkeiten zusammenzupacken, meine alten Freunde, mein altes Leben hinter mir zu lassen und zu meiner Tante zu ziehen. Hier verkrieche ich mich seither bei jeder sich bietenden Gelegenheit in meinem Zimmer. Die Umzugskartons, die sich darin stapeln stören mich dabei wenig. Meine ehemals stets modernen superschicken Klamotten habe ich gegen normale Jeans und mehrere dicke schwarze Kapuzenpullis eingetauscht. Vielleicht um die Kälte in meinem inneren zu vertreiben, doch diesen Wunsch erfüllten sie mir leider nicht.
Die Therapie hatte ich nach drei Sitzungen abgebrochen...war ich es doch leid, vor einer Therapeutin zu sitzen, welche am laufenden Band versuchte mir meine aktuelle Gefühlslage aus der Nase zu ziehen. Mit Molly hatte ich deswegen schon ziemlichen Stress, doch bisher konnte sie mich auch nicht umstimmen.
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Für immer und Ewig?
FanfictionDiese Geschichte habe ich auch schon auf anderen Internetportalen veröffentlicht. Hier lade ich nochmal eine komplett überarbeitete Version der Geschichte hoch. Es geht um die 15-jährige Delia, welche nach dem tragischen Autounfall ihrer Eltern zu i...
