Hier stehe ich also an einen Türrahmen gelehnt, in einem Haus dessen Besitzer ich nicht kenne, an einer Party wo die einzige Person die ich kenne mein bester Freund ist welcher sich aber seit einer halben Stunde mit Leuten unterhält die ich nicht kenne. Ich halte einen Drink in der Hand der mir jemand vor etwa zehn Minuten einfach in die Hand gedrückt hat. Ich denk nichtmal daran, aus dem Becher zu trinken, weil man schon am Geruch erkennen kann, dass der Inhalt aus etwa fünf verschiedenen alkoholischen Getränken besteht. Nach einem Blick auf die Uhr sehe ich, dass es erst 23:00 Uhr ist. Das kann ja noch was werden.
Aber wie kam ich überhaupt in diese Situation? Ich denke ich beginne mit meiner Geschichte am besten ganz am Anfang. Okay, vielleicht auch nicht ganz am Anfang, denn meine Lebensgeschichte interessiert nun wirklich niemanden, sondern vor etwa acht Stunden.
Aber erstmals hallo. Ich bin Nils und gehe in die elfte Klasse. Vom aussehen her bin ich eher der Durchschnittstyp, mal abgesehen von meiner Grösse. Ich habe das grosse Pech einen Vater und eine Mutter zu haben, die beide kleiner als 1.70 m sind. Also kann man sich ja denken wie es bei mir aussieht... Ich habe dunkelblonde kurze Haare die meistens nicht wirklich gestylt sind. Ich frisiere mich oft nur so indem das ich morgens nach dem Duschen zwei drei mal mit der Hand durch meine Haare fahre und das wars dann. Meine Augen sind dunkelgrün fast schon braun. Naja nichts besonderes aber ich mag sie, weil mir Fynn, mein bester Freund, immer sagt sie sähen aus wie das Grün des Waldes hinter meinem Haus bei Nacht. Und dieser Wald ist einfach einer der schönsten Orten die es gibt. Zumindest für mich. Aber jetzt genug von all dem und zurück zu meiner Geschichte.
Heute ist der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien. Ich freue mich schon so auf das Fest. Zusammen mit meiner ganzen Familie gemütlich essen, reden und dann natürlich noch Geschenke auspacken! Wobei ich muss sagen es ist nicht mehr das gleiche seit meine Eltern geschieden sind und sich jetzt auch noch die Familie meines Vaters zerstritten hat. Ich zucke erschreckt zusammen, und werde somit aus meine Gedanken gerissen, als ich das Geräusch von Schüssen höre. Fynn, der neben mir sitzt, schaut mich grinsend an. Beleidigt, weil er sich über mich lustig macht schlage ich ihm leicht gegen den Arm und schaue dann wieder nach vorne. Über den Beamer wird irgend ein Actionfilm an die Wandtafel projiziert. Daher waren auch die Schussegräusche. Filme schauen, das ist immer in der letzten Woche von den Ferien das Programm in jeder Stunde. Manchmal ist es richtig anstrengend weil man dann irgendwie drei Filme durcheinander schaut, weil 45 Minuten ja nie für einen ganzen Film reichen. Durch ein einen Stoss zwischen meine Rippen gewinnt Fynn meine Aufmerksamkeit. „Du hast sicher schon von der Weihnachtsparty gehört, die heute Abend bei Phoebe ist, oder?", flüstert er mir zu. Als Antwort nicke ich und warte darauf, dass er weiter spricht, was er dann auch tut. „Also... ich dachte wir könnten da doch zusammen hingehen?" okay war eigentlich klar dass diese Frage kommt. Aber ich weiss nicht so recht. „Naja. Du weisst dass ich Partys nicht mag und ausserdem kennst du da wieder alle Leute, während ich nicht mal weiss wer diese Phoebe ist.", entgegne ich zweifelnd. „Das lässt sich aber ändern in dem du einfach mitkommst und mal ein bisschen Spass hast anstatt dich immer hinter deinen Büchern zu verkriechen!", setzte er mein Argument ausser Kraft. Als ich nichts erwidere schaut er mich mit seinem Hundeblick an, welchen ihn trotz seiner grünen Haare und den Piercings ind der Lippe und der Augenbraue unglaublich niedlich aussehen lässt. „Bitte, bitte, bitte!" Okay wenn er so bettelt kann ich gar nicht anders als ja zu sagen. Also murmle ich geschlagen, „Olay, überredet", und beginne dann leise zu lachen, als ich sehe wie Fynn sich freut. Er steigt mit ein aber wir verstummen als wir ein scharfes „Psst!" und einen genervten Blick meiner Englischlehrerin bekommen. Genau in dem Moment klingelt es aber und die ganze Klasse macht sich auf den Weg zum Physikraum. Nachdem wir dann noch eine Lektion Bog Bang Theory durchgestanden haben, sind endlich Ferien. Auf den gelangweilten Gesichtern der Schülern ist jetzt ein Lachen zu erkennen und alle freuen sich auf die Ferien. Fynn und ich machen uns auf den Weg zum Parkplatz wo er sein Auto hat. Er ist achtzehn und darf somit schon fahren während ich erst gerade siebzehn geworden bin. Sobald wir beide in Fynns VW Käfer sitzen fährt er los. Ich schliesse mein Handy an der Musikanlage and, die Fynn selber reingebastelt hat. Laut lasse ich Weihnachtslieder ab, die wir alle schon viel zu oft gehört haben. Trotzdem singen Fynn und ich laut mit auch wenn wir die Melodie nicht immer treffen und auch den Text oft nicht wissen. Lachend hält der Grünhaarige in seiner Ausfahrt und wir steigen aus. Mit einem „Vergiss die Party heute nicht. Ich hol dich um viertel nach neun ab.", verabschiedet sich Fynn von mir und ich laufe mit einem „Jaja, bis später.", durch eine schmale Lücke in der Hecke in den Nachbarsgarten. Ich hätte das besser nicht tun sollen weil jetzt all der Schnee, der darauf lag, in meiner Jacke ist. Fluchend setze ich meinen Weg Richtung Haustür fort und zeige der Hecke meinen Mittelfinger... oder eher Fynn, der dahinter steht und lacht. Ich öffne die Tür und rufe ein „Hallo". Zurück kommt keine Antwort, dafür höre ich wie mein kleiner Bruder Klavier speilt und irgendwelche alten Weihnachtslieder dazu singt. Ich streiche ihm kurz durch die Haare und kassiere dafür einen genervten Blick. Schmunzelnd gehe ich dann in mein Zimmer und lege mich auf mein Bett. Es ist ein Doppelbett mit vielen kuscheligen Kissen darauf. Ich stehe dann aber nochmals auf und lege eine Schallplatte mit ruhigen Liedern auf. Mein Platten spieler ist neben der alten Schreibmaschine, die auf meinem Pult steht, mein voller Stolz. Meine Ganzen Sommerferien sind mit arbeiten draufgegangen, dass ich mir diese beiden Sachen leisten konnte. Ich mag alte Sachen, was nicht zu übersehen ist, wenn man in mein Zimmer kommt. Nebst der Schreibmaschine liegen auch noch Feder und Tintenfass auf meinem Pult, eine Sammlung von Schallplatten ist neben dem Plattenspieler zu finden und in einem Regal sind drei Analogkameras mit Film. Zusätzlich habe ich zusätzlich zu meiner Armbanduhr noch eine Taschenuhr, welche ich von meinem Urgrossvater geerbt habe. Jetzt wo die Musik an ist schmeisse ich mich wieder zwischen die Kissen und nehme eines der Bücher, welche neben meinem Bett liegen und beginne zu lesen. Als vom Plattenspieler schon lange nur noch ein Rauchen zu hören ist geht meine Zimmertür auf und ich schrecke vom Buch auf. Fynn spaziert in mein Zimmer und setzt sich auf den Sessel, welcher sich in einer Zimmerecke befindet. „Scheisse! Hab die Zeit vergessen.", sage ich und stehe vom Bett auf. Schnell gehe ich zu meinem Kleiderschrank und hole eine schwarze Skinny jeans und ein blau kariertes Hemd hervor. Schnell ziehe ich mich um und mache noch schnell Deo an. Fynn und ich kennen uns schon seit dem Sandkasten, also gehe ich dafür nicht extra ins Badezimmer. Zum Schluss mache ich zur Feier des Tages, weil ja jetzt schliesslich Ferien sind, noch etwas Parfüm an. „Oh!", kommt es vom Grünhaarigen, welcher mich amüsiert vom Sessel aus beobachtet, „Sieht so aus als ob du heute nicht mit mir sonder mit einer heissen Braut nach hause willst!" Ich funkel ihn nur böse an. Ich bin gar nicht and heissen ‚Bräuten' interessiert, wenn ihr versteht was ich meine. Aber das weiss niemand und das kann von mir aus auch gerne noch so bleiben. Ich gehe dann nach unten um mir meine schwarzen Converse und eine Jacke anzuziehen. Fynn folgt mir lachend und wir gehen zu seinem Auto. Nach fünfzehn Minuten Fahrt sind wir bei Phoebes Haus angekommen. Erstaunlicherweise ist nicht alles vor dem Haus zugeparkt und das obwohl es schon viertel nach Zehn ist und die Party eigentlich um halb angefangen hat. An der Tür werden wir von einem Mädchen, nehme mal an es ist Phoebe, reingelassen. Fynn und ich gehen rein und zu meiner Erleichterung ist das Haus nicht vollgestopft mit Leuten. Trotzdem bin ich den Grünhaarigen schon nach fünf Minuten los weil er gesagt hat er will kurz jemandem hallo sagen. Aus diesem ‚kurz' ist eine halbe Stunde geworden und ich stehe in and einen Türrahmen gelehnt und schaue zu wie Fynn mit seinen Freunden Spass hat. Ich hätte es wissen müssen, dass es so endet! Warum habe ich nur ja gesagt?! Als och sehe, dass es erst elf Uhr ist nehme ich aus Verzweiflung doch einen Schluck des komischen Mixes in meinem Becher. Schnell schlucke ich runter und verziehe das Gesicht. Es schmeckt noch viel schrecklicher als dass es riecht. Ich frage mich welcher Idiot hier Tequila mit Vodka,Passoa und Energy gemischt hat. Ich gehe kurz in die Küche um die Brühe den Abfluss runter zu giessen und mein Mund mit Wasser auszuspülen. Wieder zurück an meinem alten Platz sehe ich wie Fynn mit einem Mädchen am tanzen ist, welche anscheinend schon ziemlich viel intus hat so wie die sich verrenkt und an Fynn räkelt. Plötzlich schaut sie mich an und ich schaue ertappt weg, da ich die beiden schon eine Weile beobachtet habe. Sie flüstert Fynn etwas ins Ohr als ich wieder hinsehe, welcher daraufhin aufblickt und ebenfalls in meine Richtung schaut. Mit dem Mädchen im Schlepptau kommt er auf mich zu. „Na hast du noch niemanden gefunden?", frag er und beginnt mit den Augenbrauen zu wackeln. Genervt schaue ich ihn an. „Du weisst genau, dass ich nicht auf das aus bin und ausserdem kenne ich hier niemanden und du..." Ich werde vom Kichern des Mädchens unterbrochen und schaue sie Böse an bevor ich fortfahre, „... und du has mich ei fach alleine gelassen", werfe ich Fynn vor und versuche böse zu wirken, was allerdings eher wie ein kleines wütendes Kind rüberkommt, da ich eineinhalb Köpfe kleiner bin als er. Trotzdem schaut er mich jetzt entschuldigend an. „Ja ich weiss, tut mir..." Wieder kichert das Mädchen und ich schaue sie böse an und frage genervt, „Was?" Sie kichert weiterhin und zeigt dann über uns. Als ich nach oben sehe, merke ich, dass im Türrahmen, also genau übe Fynn und mir ein Mistelzweig hängt. „Ihr müsst euch küssen!" sagt sie. Leider recht laut, so dass sich einige Leute zu uns umdrehen. Wie nicht anders zu erwarten war beginnen alle „Küssen! Küssen! Küssen!", zu rufen. „Uns bleibt wohl nichts anderes übrig", sagt Fynn dann, als es immer mehr werden. Er nimmt meinen Kopf in seine Hände und beugt sich zu mir runter. Etwas nervös lege ich meine Hände um seinen Hals und stelle mich auf die Zehenspitzen. Um ehrlich zu sein bin ich mehr als nur ‚etwas' nervös denn dies wird mein erster Kuss werden. Die Leite sind mittlerweile still und ich schaue in Fynns Augen. Sie sind graublau mit blauen Flecken. Wie das unruhige Meer. Wunderschön, wie mir zum ersten mal auffällt. Langsam wird mir aber die Sicht in dieses schöne Blau genommen, da Fynn seine Augen schliesst. Ich tu es ihm gleich und merke ie. leichtes Kribbeln in meinem Bauch. Ich spüre Fynns Atem auf meinen Lippen und keine Sekunde Später treffen die seinen dann meine. Ich fühle etwas wie einen Stromstoss durch meinen ganzen Körper und das Kribbeln im Bauch wird stärker. Als Fynn seine Lippen zu bewegen beginnt mache ich mit und schlinge meine Arme fester um seinen Hals. Plötzlich streicht er mit seiner Zunge über meine Lippen, weswegen ich sie etwas öffne. Als sich unsere Zungen berühren geht erneut ein Stromstoss durch meinen Körper. Fühlt sich ein erster Kuss immer so intensiv an? Okay ich sollte mir jetzt keine Gedanken darüber machen sondern einfach geniessen mal eine ‚Ausrede' zu haben einen Jungen zu küssen. Dieser Junge löste jetzt eine Hand von meiner Wange und legte sie auf meine Taille. Langsam zog Fynn mich näher zu sich und vertiefte den Kuss noch mehr. Als seine Hand langsam unter mein Hemd wanderte hörte ich pfiffe von den Leuten die uns zusehen, von denen ich aber ganz vergessen habe, dass sie auch noch da sind. Langsam löse ich mich von Fynn und schaue etwas verlegen auf den Boden. Fynn hat wahrscheinlich gemerkt, dass mir das etwas peinlich ist und zieht mich in eine feste Umarmung. Ich vergrabe mein Gesicht ind seiner Brust und atme seinen Duft ein. Als wir uns lösen, werden wir von vielen angestarrt und ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen. Ich schaue hilfesuchend zu Fynn auf. Dieser scheint zu verstehen und flüstert, „Willst du gehen?" Dankend nicke ich und wir gehen unter den Blicken der Anderen zusammen Richtung Ausgang. Als wir endlich draussen sind atme ich erleichtert die kalte Nachtluft ein. Schweigend laufen wir zum Auto. Die fahrt ist ebenso still. Aber das schweigen ist nicht unangenehm. Ich muss sagen, dass ist es bei Fynn und mir aber auch fast nie. Als wir bei Fynn ankommen steigen wir aus. Kurz bevor ich durch die Hecke in meinen Garte schlüpfen kann werde ich durch ein „Willst du heute Nacht bei mir schlafen?", aufgehalten. Ich drehe mich um und nicke schüchtern, da diese Kribbeln wieder zurück ist. Die Schuhe und Jacke ausgezogen, gehen wir in Fynns Zimmer. Es war früher mal der Dachboden, der jetzt aber umfunktioniert wurde und ein gemütliches Zimmer mit grossem Dachfenster ist. Wir legen uns auf das Bett welches genau unter eben diesem Dachfenster ist und schauen in den klaren Nachthimmel. „Sag mal, war das dein erster Kuss?", bricht Fynn die Stille und dreht sich auf die Seite um mich anschauen zu können. Ich drehe mich ebenfalls zu ihm und nicke mit roten Wangen. „Und? Hat es dir gefallen?", fragt er dann neugierig und irgendwie hoffnungsvoll weiter. Ich schaue auf und verliere mich in seinen Augen. Nach einer weile nicke ich dann weil er mich immer noch erwartungsvoll anblickt und mir wieder einfällt, dass er mich was gefragt hat. „Weisst du, ich hab mich immer gefragt, warum du keine Freundin hast. Ich meine, du siehst super aus mit deinen wuscheligen Haaren und den waldgrünen Augen und zusätzlich hast du eine so tolle Persönlichkeit! Du bist lustig, nett, hilfsbereit, klug..." Während dem er das sagt vergrabe ich beschämt mein Gesicht in seiner Brust. „...aber das ist wohl warum du nie eine gefunden hast oder?" murmelt er schlussendlich und streicht mir durch die Haare. Etwas beschämt schaue ich zu ihm auf. Er umarmt mich und dreht sich auf den Rücken, was zu Folge hat, dass ich auf ihm drauf liege. Ich werde wieder rot aber Fynn nuschelt: „Muss dir nicht peinlich sein. Mir hats auch gefallen!" Er zieht mich enger an sich und kommt mit seinem Gesicht meinem wieder immer näher. Als sich unsere Nasenspitzen fast berührten flüstert er: „Ich wollte das schon seit der neunten Klasse tun, wusstest du das?" Mit diesem Satz kommt er mir immer näher und küsst mich erneut. Nach einer Weile in der wir uns einfach nur küssten, schliefen wir dann aneinander gekuschelt ein.
YOU ARE READING
Boy x Boy Oneshots
RomanceHier stehe ich also an einen Türrahmen gelehnt, in einem Haus dessen Besitzer ich nicht kenne, an einer Party wo die einzige Person die ich kenne mein bester Freund ist welcher sich aber seit einer halben Stunde mit Leuten unterhält die ich nicht ke...
