Kapitel 2 - Der Plan.

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Auf der Seite ein Bild von Katherine's Haus. 
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Lange habe ich mir überlegt, wie ich am Besten mit Papa reden könnte, dass er mir endlich mehr Freiraum lässt und schließlich habe ich mich entschieden, dass ich gar nicht mit ihm reden werde. Wenn die Uhr 11 schlägt und mein Papa schlafen geht, sage ich den Wachen verschiedene Dinge wohin ich gehen möchte, zu meinem Papa, in die große Küche und so weiter, bis ich bei der Gästezimmer im Erdgeschoss ankomme. Dann mache ich mir einen Seil aus den Bettdecken und klettere somit durchs Fenster runter. Ich könnte das wohl kaum von meinem Zimmer aus machen, welches im vierten Stock ist. Also. Guter Plan oder? Jetzt musste ich nur noch wirklich an allen Wachen und Angestellten vorbei, aber das wird hoffentlich nicht so ein großer Problem werden, schließlich habe ich 17 Jahre nicht versucht von hier rauszugehen. 

Also ging ich erstmal aus meinem Zimmer wo vor die Tür mich schon 2 Wachen komisch anstarrten.“Muss zu meinem Papa hehe..“ meinte ich zuckersüß und etwas beschämt, da ich nie wirklich gut in Lügen war und ging schnell Richtung Treppe. Treppe…Treppe…Treppe.. Ja die Treppen waren ziemlich lang. Dann kam ich im dritten Stock an, wo mein Papa schläft und die Tür 2 Wachen auf der rechten Seite und 2 Wachen auf der Linken Seite betrachteten.“Hab meine Lieblingsschuhe im Ballraum vergessen, ihr wisst ja wie Mädchen sind.“ ihre Gesichtsausdrücke veränderten sich nicht, sie stellten sich einfach wieder auf ihre Plätze und guckten steif ins Leere. Wow. Und ich habe noch versucht charmant zu sein. Hat wohl nicht so geklappt.

Dann ging ich wieder die lange Treppe runter und da war nur ein einziger Wache, da ja dort niemand schläft, da ist nur der Ballraum und der Teeraum.“Muss zu Elisa.“ sagte ich schnell dem Wachen und ging wieder die Treppen runter. Elisa ist mein Hausmädchen und auch meine private Lehrerin. Wenn ihr euch fragt, wieso ich nicht gleich von Anfang an gesagt habe, dass ich zu Elisa muss, dann deshalb weil sie mich so viele Treppen nicht alleine hätten runter gehen lassen. Wenn ich oben im 4.Stock gesagt hätte, dass ich zu Elisa möchte, dann wäre einer der Wachen mit mir mitgekommen. Aber so habe ich die alle aufgeteilt und jeder dachte, dass ich nur 1 Stock nach unten gehe. Clever nicht? Wie auch immer. Unten im ersten Stock wohnten Elisa, die Köche Lou und Luke und die…Kammerzofen oder auch Putzfrauen genannt. Ich mag sie nicht, sie lästern über alles und jedem und wenn ich denen etwas sage, rollen sie immer so komisch die Augen. Wie auch immer, die Angestellten brauchen nur ein Wache meint Papa, aber der fragt mich nicht einmal wohin ich gehe oder sieht mich auch gar nicht an. Ich habe das Gefühl er ist im Stehen eingeschlafen. 

Endlich war ich unten im Erdgeschoß wo die 2 Wachen die Tür bewachten und 2 andere die Balkontür links. Ich muss irgendwie nach rechts rennen, wo der Erdgeschoß-Gästezimmer ist, aber ohne dass sie mich sehen. Oh verdammt, ich lerne Erdkunde und Naturkunde, aber nicht wie man an 4 aufmerksamen Wachen vorbeikommt. Ich schlug mein Kopf mehrmals leise gegen die Wand und dann fiel es mir ein! Schnell rannte ich zu einem unsere Pflanzen wo in der Erde noch ein paar Steinchen dabei waren und nahm mir ein paar raus. Dann ging ich wieder zurück und schmiss ein Stein gegen das Glas so das es zerbricht. Ihre Aufmerksamkeit war abgelenkt und ich lief schnell ins Gästezimmer. Puuh. Das war knapp, um ein Haar hätten sie mich erwischt. Ich fühle mich jetzt so wie einer dieser Spione, oh Wahnsinn.

Zuerst mal beruhigte ich meinen Puls und atmete tief durch. Ich hatte knapp 5 Minuten bis sie alles durchsuchen in dem Stock wegen diesem zerbrochenen Fensterglas, also musste ich mich beeilen. Den Seil könnte ich hinter den Vorhängen verstecken, also stellt das keine Probleme dar, aber wenn ich in 5 Minuten noch nicht unten bin, das bedeutet Ärger. Schnell nahm ich die Bettdecken, aber nicht vom Bett sondern von dem Schrank, die Ersatzbettzeuge waren und knotete sie am Ende alle 3 zusammen. Obwohl ich im Erdgeschoß bin, ist es trotzdem zu hoch dafür um runter zu springen. Glaubt mir, wenn ihr wüsstet, wie groß mein Zuhause eigentlich ist. Wie auch immer, dann band ich den ‚Seil‘ an der Bettkante fest und schmiss ihn durchs Fenster. Und dann kletterte ich runter, schön langsam…schön langsam…oh. Oh-oh. Das Seil…es…zerreißt. 

Verschiedene Welten.Where stories live. Discover now