Unruhig dreht sich Neema von einer Seite ihres Bettes auf die Andere,sie war Schweiß gebadet. Wieder sah sie dieses Gesicht in ihrem Traum. Maskuline Kanten, beeindruckende stahlblaue Augen, das Gesicht eines Mannes umrahmt von schwarzen, glänzenden mittellangem Haar.
Neema wachte erschrocken wie jedesmal auf und spürte ihren verschnellerten Puls. Beim aufsetzen rutsch die Decke von ihren nackten, kurvenreichen Körper. Das Mondlicht was durch das Fenster in ihr Schlafzimmer scheint trifft auf ihre ohnehin schon helle Haut und betont dies zusätzlich. Ihr Blick fällt auf den zunehmenden Mond, noch zwei Nächte dann würde Vollmond sein und sie würde in ihrer Wolfsgestalt durch den Wald streichen in dem das Dorf des Clans stand. Da sie ohnehin schon mal wach ist, geht sie ins Bad um sich einwenig kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen. Ihre Hände an den Rändern des Beckens abstützend schaut sie in den Spiegel, aus müden grasgrünen Augen schaut ihr Spiegelbild zurück. Neema sieht auch die Frage die ihr ins Gesicht geschrieben steht in ihren Femininenzügen, ihr brustlanges weißes Haar umschmeichelt ihre Erscheinung. Wer ist dieser Mann? Eine Frage die auf die sie die Antwort nach wie vor nicht kennt.
Seit die Träume in ihrem Jugendalter immer wieder aufkamen hatte sie sich diese Frage gestellt. Sie hatte dies auch ihren Eltern den Alpha's ihres Clans erzählt und gefragt was es zu bedeuten hätte. Doch diese reagierten nur mit einer Wand von Stille darauf. Über alles konnten sie miteinander sprechen, doch in diesem Fall wurde geschwiegen und das Thema gewechselt. Als hätte sie etwas abscheuliches gesagt über das man lieber schweigen sollte.
Nachdem Neema nun am frühen Morgen bereits wach war, zog sie sich ihre Laufsachen an und draht in den lichter werdenen Nebel des Morgens hinaus. Jeden Morgen lief sie für eine Stunde oder zwei durch den Wald um ihren Gedanken freien lauf zu lassen.
Es gab ihr ein Freiheitsgefühl, dass sie so nicht in Worte fassen konnte. Sie roch den Tau in der Luft, spürte den Boden der unter ihren Füßen leicht nachgab und hörte nichts außer sich und die Geräusche der Tiere die langsam erwachten. Wie jedes mal, wenn der Vollmond kurz bevor stand, spürte sie den Drang zu laufen stärker als in der restlichen Zeit des Monats.
Sie genoss es ihre Muskeln arbeiten zu spüren und den regelmäßigen Atemrhytmus.
Für das Leben hier im Wald bei ihrem Clan war sie gemacht, auch wenn sie sich noch unsicher war ob sie wirklich die nächste Alpha werden wollte. Aus Gründen der Tradition des Clans und ihrer Herkunft war es eigentlich schon beschlossene Sache, doch sie wollte lieber frei sein und ohne Verantwortung für Andere ihr Leben führen können.
Als sie ins Dorf zurück kam, hörte sie das sonnige und ansteckende Lachen ihrer Mutter Eywa.
Ihre Eltern sind an diesem Tag scheinbar auch früh erwacht und albern miteinander rum.
Als Neema das Haus auf leisen Sohlen betritt, hört sie das Lachen aus der Küche kommen, die tiefe Stimme ihres Vater Jack wurde nicht gänzlich verdeckt von dem Lachen seiner Frau. Sie sprachen über ihre gemeinsame Vergangenheit und dem Klang nach über einen besonders erfreulichen Augenblick.
Sie schlich die Treppe zum Bad hinauf und verschloss die Tür kaum hörbar hinter sich.
Ihre Klamotten die sie zum Laufen getragen hatte lies sie von ihrem Körper gleiten und stellte das Wasser der Dusche an unter die sie sich gestellt hatte. Sie schloss ihre Augen und nahm außer den Wassertropfen die ihren Körper hinunter liefen und dem Lachen ihrer Mutter nichts mehr wahr.
Eine halbe Stunde später kam sie in einem hellblauen Kleid, dass ihre Kurven perfekt betonte in die Küche geschlendert. Ihre Haare hatte sie zu einem hübschen Zopf geflochten.
Nachdem Neema platz genommen hatte, kam bereits Eywa mit einem Teller voll mit Rührei, Speck und frischem Toast auf sie zu und stellte ihn vor ihr ab.
Besonders vor Vollmond brauchten alle Ihre Kohlenhydrate, weil die Verwandlung in einen Wolf sehr viel Energie bedurfte. Als sie fertig mit dem Essen war stand sie auf verabschiedete sich von ihrem Eltern, nahm ihre Tasche und machte sich auf den Weg zur Uni.
Nur weil sie nicht gerne unter "normalen" Menschen war, hieß dies nicht die Erweiterung ihres Wissens zu vernachlässigen. In der Uni angekommen und im Saal an ihrem üblichen Platz ganz hinten an der Wand platz genommen wartete sie bis auch der Rest ihres Kursen eingetroffen war. Heute stand Geschichte auf dem Lehrplan. Ein Fach, dass sie eigentlich mochte doch der Professor gekonnt monoton rüber bringen konnte. Der Professor betrat diesmal jedoch nicht alleine den Saal, sondern wurde von einem jungen Mann begleitet den er als Gaststudenten aus Schottland vorstellte, sein Name war Daniel.
Neema's Blick fiel auf ihn und ihr stockte der Atem, der Mann aus ihrem Traum stand neben dem Professor. Quer durch den Raum und zum Glück verdeckt durch die restlichen Frauen die ihn unverholen anstarrten betrachte sie sein Gesicht ganz genau um sicher zu sein sich nicht versehen zu haben. Ihr Puls wurde schnell bei seinem Anblick und ihr Körper zitterte leicht als würde dieser Daniel erkennen und ihn begrüßen wollen wie einen langersehnten und geliebten Menschen.
Wie starr saß sie auf ihrem Platz, Daniel setze sich auf einen Platz zwei Reihen direkt vor sie hin.
Kurz bevor er platz nahm hatte er ihr einen Blick zu geworfen, Überraschung stand darin und etwas wie Freude?
Komplett verwirrt sah sie während des Kursen immer wieder zu ihm hin. Zum Glück konnte er dies nicht sehen, denn sie kam sich schon ziemlich creepy dabei vor, ihn mit ihren Blicken zu belästigen.
Daniel lächelte innerlich als er Neema erblickte, Freude überkam ihn und die Gefühle die er solange schon tief in seinem Herzen trug sprangen wild in seiner Brust. Hoffentlich würde es ihr nicht auffallen wie nervös sie ihn machte. Doch sie schien ihn nicht zu erkennen, was ihn verwunderte da sie sich doch damals so nahe standen bis zu dem Tag an dem ihr Clan Schottland verlassen hatte, um in Kanada einen neuen sicheren Ort zu finden, an dem sie leben konnten. Seit diesem Moment hatten die Beiden keinen Kontakt mehr zueinander gehabt.
Er wollte mit ihr sprechen, sie fragen wie es ihr ging und noch so vieles mehr mit ihr besprechen.
Nachdem der Kurs nach drei schleppenden Stunden die sich wie eine Ewigkeit angefühlt hatten endlich zu Ende war und er sich zu ihr umdrehte, sah er nur noch den Saum ihres schönen Kleides der aus der Tür des Saales verschwand.
Vergessen dieses Wiedersehens war keine Option, zu seinem Glück hatten sie mehrere Kurse gemeinsam belegt und so freute er sich immer wenn sie den Saal betrat.
Er achtete darauf immer in ihrer Nähe zu sitzen jedoch nicht so nahe, dass sie glauben könnte er würde sie bedrängen wollen oder ähnliches. Seine Hoffnung war, dass sie seinen Geruch wahrnahm und ihn so erkennen würde. Ihr Körper reagierte auf ihn, wie er es schon damals getan hatte und seiner regierte ebenfalls auf sie. Der Geruch den sie ausströmte war wie damals der selber geblieben nur etwas wilder geworden; er nahm einen Duft von frischem Gras und wilder Rose wahr. Herrlich dies nach solanger Zeit wieder wahrzunehmen.
Still und wie Daniel hoffte unbemerkt von ihr, beobachtete er ihr Verhalten in den Pausen zwischen den Kursen.
Neema war nach der ersten Begegnung der Beiden so schnell sie konnte verschwunden.
Schnell rannte sie nach Hause und zog sich zum laufen um. Raus, nur noch raus dachte sie.
Auch auf die Frage was denn los sei ihrer Mutter achtete sie nicht.
Tausend Gedanken schoßen in ihrem Kopf umher und sie musste den Kopf wieder frei bekommen um ihre Gedanken ordnen zu können. Auf einem Kleinen Hang eines Hügels blieb sie stehen und setze sich auf einen umgefallenen Baum. Ihr Blut kochte und durch ihren Körper strömte ein ihr bekanntes Gefühl, was sie scheinbar mit Daniel verband.
Warum er? Wer war er? Und warum werde ich das Gefühl nicht los ihn zu kennen?
An die Zeit aus Schottland wo sie damals gekommen waren, erinnerte sie sich kaum noch.
Nur einzelne Bilder und die Geschichten ihrer Eltern oder anderer Mitglieder, die sich daran sehr gut zu erinnern vermochten waren ihre Verbindung in diese Zeit.
Beim Abendbrot ließ sie sich nicht blicken und reagierte auch nicht auf die flüsternde Stimme ihres Vaters, der fragte:" Mondschein, bist du noch wach?"
Sie vernahm wie Jack die Tür leise wieder schloss und sich entfernte.
Die Freiheit vom Vollmond ihnen gegeben konnte gar nicht schnell genug kommen.
YOU ARE READING
Blood of my Blood
FantasyZukünftige Alpha des Clans, hat regelmäßig Träume vom Gesicht eines ihre unbekannten Mannes. Wenn sie versucht durch ihre geistliche Führerin(Eywa) an Informationen zu kommen, blockt ihre Mutter ab und auch ihre Vater der aktuell Alpha ist, ist ihr...
