bob dylan, pink floyd

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Ein dumpfer Schmerz zog sich durch meinen gesamten Kopf. Ich versuchte ihn mit Musik zu mindern. Leider klappte dies kaum und so lief ich weiter wort- und lustlos durch den Niesel.  "Du solltest mehr trinken" reflektierte ich die Worte meiner Mutter, die sie mir vorhin am Frühstückstisch zu Herzen gelegt hatte, ehe ich mich auf den Schulweg begab und lachte hohl in mich hinein. Die Tropfen prickelten auf meiner Haut, während ich eine Packung Zigaretten aus meiner Jackentasche holte und eine von ihnen kurzerhand entflammte. "Das wird sicherlich auch was gegen meine Kopfschmerzen machen" murmelte ich mir zu und zog am Filter. Ich ließ eine meiner Hände wieder in meiner Hosentasche verschwinden, während ich in der anderen gelangweilt den Glimmstängel zwischen meinen Fingern umher balancierte.
Den Blick gesenkt und in den Ohren meine Playlist, fühlte ich mich wie von der Welt abgeschottet. Als gäbe es nur mich. Ich begann diese Abgeschlossenheit in und mit mir selbst schnell zu genießen und gab mich dieser Trance vollkommen wehrlos hin. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, als ich wieder mal den Rauch über meine spröden Lippen entweichen ließ.
Es war Mitte Januar und recht kalt. Eine einzige graue Wolkendecke zog sich über den Himmel und der Nebel bedeckte die Baumkronen am Straßenrand. Angenehmer Wind wehte mir durch die Haare und ich strich einige blonde Strähnen zur Seite. Ich überlegte kurz, ob ich nicht einfach stehen bleiben sollte, um das milde Wetter zu genießen und atmete tief ein, als sich plötzlich eine schnipsende Hand vor meine Augen drängelte und wenige Sekunden später einen der Kopfhörer aus meinem Ohr herausnahm.
"Erde an Taddl" erklang eine Stimme neben mir."Morgen, Felix." brummte ich."Hast du schon wieder geträumt? Ich hab dich gerufen. Hast du mich denn nicht gehört?" ich schüttelte nur den Kopf und räusperte mich."Na? Zu viel gequalmt?" kicherte Felix neben mir. Ich drehte meinen Kopf zu ihm, nur um ein breites Grinsen auf seinem, von der Kälte gerötetem, Gesicht zu sehen."Ich bin krank." gab ich knapp von mir und wendete meinen Blick wieder geradeaus. Sein morgendlicher Enthusiasmus erstaunte und verwirrte mich jedes Mal aufs Neue. Es ist fast so, als würde er sich auf die Schule freuen. Naja, kein Wunder, wenn er durchgehend gute Noten schreibt, ohne auch nur einen ersichtlichen Finger dafür krumm machen zu müssen. Ich habe bis heute nicht rausbekommen, wie er das schafft, obwohl wir uns schon seit der Dritten Klasse kennen. Nicht, dass ich es ihm nicht gönne, er ist mein bester Freund. Manche haben eben einfach Glück. Andere müssen das Wochenende durchpauken, um wenigstens eine Drei zu erreichen. So wie ich. Wenigstens erlaubte er mir immer seine Hausaufgaben abzuschreiben, wenn ich sie zuvor nicht geschafft hatte.
"Was hörst du?" Felix nahm meinen Hörer ins Ohr und entriss mir dabei fast den anderen."Ach das." gab er von sich und begann zum Takt zu schnipsen.
Ich ließ meinen Blick zum Schulgebäude schweifen, welches man bereits erahnen konnte und blieb dabei an jemandem hängen. Er ging nur wenige Meter vor uns, ganz in grau gekleidet. Seine Arme hingen fast leblos neben ihm herunter, nur manchmal begann er kurz an seiner Jacke zu spielen oder richtete die Kapuze, die ihm immer wieder fast vom Kopf zu fallen schien. Er machte kleine, zarte Schritte, man könnte meinen, er würde sich gar nicht bewegen. Doch er näherte sich, wie wir, der Schule immer weiter, nur wesentlich langsamer, so dass wir ihn nach wenigen Augenblicken aufgeholt hatten.
"Morgen Ardy." begrüßte Felix ihn fröhlich wie immer, bekam jedoch außer eines kurzen Nickens keine Antwort. Nicht mal ein Blick wurde ihm gewährt. Und somit setzten wir unseren Gang einfach fort. Ich drehte meinen Kopf noch einmal kurz zu Ardy, als wir uns einige Meter von ihm entfernt hatten, doch auch mir schenkte er keine Aufmerksamkeit.
"Richtiger Morgenmuffel." schimpfte Felix leise, der es gar nicht mochte, wenn man ihn ignorierte, und verschränkte eingeschnappt die Arme. Ich beäugte Felix belustigt, wie er seinen Schritt verschnellerte und vor mir zum Eingang stapfte, bei dem er stehenblieb und mir die Tür aufhielt. Jedoch dachte er kaum daran auf Ardy zu warten und machte sich auf den Weg zum Klassenzimmer, noch bevor ich die Tür komplett durchtreten hatte. Ich blieb im Rahmen stehen und sah ihm kurz nach. Ich drehte schüttelnd meinen Kopf hinaus, um zu sehen, wie lange ich mich noch gedulden musste, in der Kälte zustehen, obwohl im Flur die Wärme auf mich wartete. Erst dann fiel mir auf, wie langsam Ardy wirklich ging. Ich hatte das Gefühl, meine Hand würde nach und nach am Griff anfrieren. Ardy schien das zu schätzen zu wissen und dankte mir kaum hörbar, als er sich an mir vorbei schlich und, dicht gefolgt von mir, den Weg zum Saal antrat.

i'm in ♡ w/ a ghost; tardyStories to obsess over. Discover now