Prolog

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Prolog


„Du musst mir versprechen, dass du ab und zu mal wieder vorbeischaust und du dich meldest!", schluchzte Lucy und umarmte mich fest. Ich strich ihr beruhigend über den Rücken: „Keine Sorge ich bin ja nicht aus der Welt und du kommst auch zu mir." Als sie sich von mir löste sah ich in die Gesichter der anderen. Emilia versuchte ihre Tränen zurück zuhalten und hielt sich an Noahs Arm fest. Wie sie alle so mit Tränen in den Augen da standen, fiel es mir noch schwerer meine zu verbergen. „Die WG wird so ruhig ohne dich werden", lachte Emilia leicht und umarmte mich ebenfalls. Ich lachte leise, die WG, welche aus Lucy, Emilia, Noah und mir bestand, würde mir wohl am meisten fehlen. In Irland wird alles so anders sein als bisher. Ja, Irland. Vor zwei Jahren war ich dort auf Studienfahrt und wusste, dass ich wieder zurück kommen werde. Als ich dann letztes Jahr mein Abi in der Tasche hatte, war ich mir sicher, dass ich in Irland mein Lehramt Studium absolvieren möchte, doch ich wurde erst dieses Jahr an einer Uni in Dublin angenommen. „Guten Flug und dass du mir nicht gleich mit dem nächst Besten in die Kiste gehst", drohte mir Noah lachend. Ich lachte mit ihm und salutierte: „Yes Sir!" Wir umarmten uns kurz.

Von meiner Familie hatte ich mich schon gestern verabschiedet, zum Flughafen mit kamen nur die WG und Robin. Zu dem letzteren wand ich mich jetzt auch. Es war kompliziert gewesen zwischen uns. Kennengelernt hatten wir uns vor knapp zwei Jahren auf der 18er Party von Emilia und Lucy. Ich fand ihn gleich interessant, doch noch am selben Abend erzählte Lucy mir, dass sie auf ihn stand und so war er tabu für mich. Was mich nicht daran hindern konnte ihn heimlich zu beobachten, solange ich noch auf der Schule war. Robin war damals eine Klasse unter mir gewesen, hatte dieses Jahr dann aber auch sein Abitur erfolgreich bestanden. Ich weiß nicht wieso, aber zwischen uns war es immer angespannt gewesen, da keiner von uns Lucy verletzten wollte. Vor allem seit unserem Kuss auf meinem 18.Geburtstag, versuchten wir so wenig Berührungen wie möglich zwischen uns zu zulassen, da Lucy bis heute noch auf Robin steht. Nun sah ich ihm in die grünen Augen, die traurig in meine sahen. Ich spürte wie mir Tränen die Wange runter flossen und schniefte leicht.

Robin trat näher an mich heran und strich sie vorsichtig weg. Dann beugte er sich näher zu mir. Ich riss erschrocken meine Augen auf. Er wollte mich doch jetzt nicht vor allen anderen und vor allem vor Lucy küssen. Doch mein Körper war wie gelähmt und wartete nur darauf, was er als nächstes tun würde. Ich umschloss langsam und zittrig mit meinen Händen seine Oberarme, um ihn zu stoppen und spürte wie er seine Muskeln anspannte. Ich schloss die Augen und atmete zittrig ein. Leicht spürte ich Robins Stirn an meiner und kurz darauf hauchte er mir einen zarten Kuss auf die Stirn. „Ich komm dich bald besuchen, ich will Irland eh mal wieder sehen", flüsterte er, seine Wange an meiner Stirn gelehnt. „Das will ich auch schwer hoffen", flüsterte ich kaum hörbar zurück. Dann trat ich einen Schritt zurück und wischte meine Tränen weg. Gequält lächelnd sah ich alle noch einmal an: „Verdammt ihr werdet mir so fehlen. Skypen wir heute Abend?" „Natürlich", lächelte Lucy, jedoch nicht ohne ein Hauch von Verletztheit in der Stimme und einem Seitenblick zu Robin.

Ich sah auf die Uhr: „Mist, ich muss los..." „Hast du auch wirklich alles?", fragte Noah mich zum gefühlt hundertsten Mal seit wir von Zuhause losgefahren sind. Ich nickte und umarmte alle nochmal, erst Noah, dann Emilia. Als ich bei Lucy an kam, flüsterte ich ihr ein „Tut mir leid!" ins Ohr, sie würde schon verstehen für was. Sie schüttelt nur den Kopf und grinste leicht. Sie war mir mit Robin also nicht böse. Ich lächelte erleichtert zurück und kaum löste sich Lucy von mir schlang Robin die Arme um mich. „Pass auf dich auf, Celine", er sah mir in die Augen, dieser Blick sagte mir alles, was er nie laut ausprechen könnte. Ich drückte noch ein letztes Mal sanft seinen Arm und nahm dann mein Handgepäck, was nur aus einem Rucksack bestand und lief zur Sicherheitskontrolle. Ein letztes Mal sah ich mich zu meinen Freunden um, die mir zuwinkten. Ich lächelte, ich konnte mich wirklich glücklich schätzen, dass ich so tolle Freunde hatte. Doch auch sie konnten mich nicht von meinem größten Traum aufhalten: Nach Irland auszuwandern.

„Grüßt Belinda von mir wenn sie von Australien zurück ist!",rief ich ihnen noch zu und drehte mich dann endgültig um.


Einige Stunden später komme ich in meiner neuen kleinen Wohnung in Dublin an. Ich hatte extra eine Wohnung mit eingebauter Küche genommen. Am Anfang des Monates bin ich schon einmal für ein Wochenende mit Noah, Emilia und Lucy hier gewesen, weil wir die Wände gestrichen und die restlichen Möbel gekauft hatten. Ein großer Teil meiner Sachen hatten wir da auch schon mitgenommen, sodass ich alle meine Habseligkeiten nun hier hatte und mich nur noch um Dekoration und um Essen kümmern musste, doch davor sah ich im Internet nach, ob sich schon jemand auf meine Anzeige gemeldet hat, denn ich wollte nicht alleine in dieser Wohnung leben, dafür war bei mir seit dem Einzug in die WG in Deutschland immer zu viel los gewesen, deshalb habe ich eine Anzeige ins Internet gestellt, dass ich einen Mitbewohner suche. Ich rechnete nicht damit, dass sich jemand gemeldet hatte, doch ich sah trotzdem nach. Tatsächlich hatten sich 10 Interessenten gemeldet. Ich überflog die Bewerbungen kurz. Sechs von ihnen waren alte Männer, welche ich sofort wegklickte und ignorierte. Nennt mich ruhig paranoid, aber ich konnte mir nicht vorstellen mit jemandem in einer kleinen Wohnung zu leben, der fast mein Vater sein könnte. Ich sah die anderen vier Bewerbungen durch. Es waren drei Frauen ungefähr in meinem Alter und ein Phillip Reisner, der zwar 8 Jahre älter war als ich, aber irgendwas klingelte in meinen Kopf bei seinem Namen und so antwortete ich ihm, ebenso wie den drei Frauen, dass ich sie gerne auf einen Tee oder Kaffee treffen würde, damit wir uns erst etwas kennen lernen, bevor ich zu- oder absage.

Zufrieden klappte ich meinen Laptop wieder zu. Ich packte meinen Koffer aus und als ich fertig war , begann mein Magen zu knurren. Ich nahm mein Handy in die Hand und sah auf die Uhr. Dabei meldete mir mein Handy drei neue E-Mails. Ich checkte sie schnell. Zwei davon waren Absagen der potenziellen Mitbewohnerinnen an mich. Die dritte war von Phillip, er schrieb, dass er sich freuen würde, mich zu treffen und fragte wann ich Zeit hätte. Ich sah auf die Uhrzeit, er hatte die E-Mail vor 5min geschrieben. Wenn ich Glück hatte, war er noch online. Also schrieb ich ihm schnell zurück, dass ich heute noch Zeit hätte und sendete die E-Mail ab. Ich hatte mich nicht getäuscht. Er war noch online und antwortete kurz darauf, dass wir uns um 19 Uhr im Hard Rock Café treffen könnten.

Ich schmunzelte leicht, er gefiel mir jetzt schon. Ich konnte mich noch daran erinnern, dass ich früher bei der Studienfahrt das erste Mal im Hard Rock gegessen hatte und das ganze restliche Schuljahr davon geschwärmt hatte wie toll ich es dort fand. Ich sagte Sebastian zu und legte mein Handy weg. Ich schnappte mir schnell frische Unterwäsche und duschte dann erstmal. Ich föhnte danach gleich meinen langen braunen Haare und holte eine helle Jeans, einen beigen Strickpulli und meine rosa Jacke raus. Ich zog mich um und schlüpfte dann in meine rosa Schuhe. Nach einem Blick auf die Uhr, der mir verrät, dass ich noch eine halbe Stunde hatte, setzte ich mich an meinen kleinen Schminktisch. Ich trug nur selten Schminke, so fiel mein Make-Up auch heute sehr natürlich aus. Außer einer leichten BB Cream, Mascara und farblosem Lipgloss änderte ich nichts an mir. Danach schnappte ich meine kleine beige Tasche, schmiss meinen Schlüssel, meinen Geldbeutel und einen kleinen Regenschirm rein. Auf der Studienfahrt hatte ich gelernt, dass es in Irland öfters mal für ein paar Minuten regnet, deshalb ging ich da lieber auf Nummer sicher. Dann nahm ich mein Handy, schob es in meine Hosentasche und machte mich dann auf den Weg zum Hard Rock Café, um mich mit Phillip zu treffen. Einem alten Bekannten, wie ich aber erst später erfuhr.

Teach me not falling for him againCerita yang bikin terobses. Temukan sekarang