Intro
Ein leiser und leichter Wind bricht durch eine Rille im Fenster und somit auch die Stille. Umgeben von Bäumen, die kaum noch Blätter trugen und sich unscheinbar den langweiligen Farben des Gehwegs in einem Außenviertel von Berlin anpassen.
Der Wald, der sonst so bekannt für seine Dunkelheit ist, erleuchtet metaphorisch diese graue, verblasste Stadt. Das Rauschen, welches noch immer durch die Äste fliegt beruhigt mich noch immer. Mit mir, immer das kleine, zerfetzte Buch in der Lederhülle.
Ein kleiner Lichtstrahl, der mir ins Auge fällt, weckt mich langsam auf. Doch diese Ruhe war schnell gebrochen. Panisch schrecke ich hoch und greife nach meinem Handy, welches sich schon längst als meine Sucht bekannt gemacht hat. Das Display erleuchtet in einem schwarzen, doch so hellem Licht und meine müden Augen brauchten eine Weile um zu fokussieren. Nach dem nächsten Blinzeln war es klar. Ich hatte wie so oft verschlafen. Obwohl ich mich jedes mal wenn ich verschlafe zu Tode erschrecke, nahm ich es wie immer gelassen. Der Unterricht hatte eh schon Angefangen, also wieso dann die Hektik, dachte ich mir. Langsam, aber sicher, stampfe ich ins Badezimmer und wasche mir das Gefühl der Müdigkeit aus dem Gesicht. Schlafen tue ich nicht viel, das macht sich auch wie jeden Tag an meinen Augenringen erkennbar. Mit meinem Billig-Concealer aus der Drogerie, versuche ich das doch noch etwas zu verstecken. Ich trinke viel Wasser, deshalb habe ich eigentlich relativ gute Haut. Trotzdem, macht sich durch den Stress manchmal die ein oder andere Unreinheit sichtbar, also decke ich das auch ab. Nachdem ich dann den Concealer von meinem Mittelfinger abgewaschen habe, gehe ich mir ein paar mal durch meine langen, schwarzen Haare und nehme sie zu einem hohen und unordentlichen Dutt zusammen. Etwas wacher, laufe ich also zurück in mein kleines Zimmer und greife nach einem grauen T-Shirt, schwarzem Rock und gleichfarbigem Cardigan. Zu dem noch meine schwarzen Dr. Martens und das war es eigentlich mit dem Outfit. Ich bemühe mich nicht wirklich, dass ich gut aussehe für die Schule, denn mich „juckt" es so gesagt mittlerweile überhaupt nicht mehr. Nachdem mein schwarzer Rucksack bei mir auf den Schultern sitzt, motiviere ich mich mehr oder weniger mich mehr oder weniger aus dem Haus zu gehen. Die Haustür knallt zu und die graue, langweilige Stadt erscheint.
