"Schatten. Wesen der Dunkelheit,
Schlüssel zur Nacht.
Das Licht hält sie in schach.
Der Weg zu Freiheit,
Wenn sich beide verbünden."
Weiß. Alles war weiß. Es war die einzige Farbe, welche Neesa wahrnehmen konnte als sie die Augen versuchte zu öffnen. Das Licht brannte sich in ihre Augen. Es schmerzte. Es brannte. Es fühlte sich an, als würde ihr Körper in Flammen stehen. Sie sank auf die Knie, bedeckte ihre Augen mit den Handflächen. Selbst das Heben ihrer Arme war kaum zuertragen.
Nur langsam bildeten sich aus dem verschwommenen Wirrwarr aus Farben und Schatten einzelne Konturen heraus. Umrisse von Bäumen, Felswänden und einem kleinen See gaben sich zu erkennen.
Unter gößter Anstrengung und zusammen gebissenen Zähnen stand sie auf, stützte sich an einem nahe gelegenem Baum ab und lehnte sich an ihn. Sie musterte ihre Umgebung genauer.
Der See glitzerte hell blau, die Blätter der Bäume waren saftig grün gefärbt und an manchen hingen sogar seltsam geformte Früchte.
Ein junger Mann, vielleicht 5 bis 6 Jahre älter als sie, stand vor dem größten Baum im Tal. Dieser reichte hoch bis in den Himmel und schien besonders hell zu leuchten. Die Rinde war strahlend weiß und die Blätter glänzend silbern.
Vorsichtig schlich sich Neesa weiter vor. Die Schmerzen ließen nach. Doch das Gefühl, wie heißes Feuer ihre Haut verbrannte, blieb. Es gab kaum Schatten, in denen sie sich verstecken oder ducken konnte und wenn, dann waren sie zu klein, um Schutz zu bieten. Alles war ihr fremd und doch war sie neugierig auf die ungewohnte Umgebung.
Bemüht, keine Geräusche zu verursachen, konzentrierte sie sich auf jeden ihrer Schritte.
Er drehte sich zu ihr. Er hatte sie schon längst bemerkt gehabt. Sie war ein Eindringling, ein einzelner Schatten im Licht. Sie konnte sich nicht verstecken.
Benommen blieb sie stehen. Sein Blick hielt sie gefangen. Blau grüne Augen mit einem Hauch von Gelb. Streng ruhten seine Augen auf ihr. Als würde er sie ermahnen wollen, dass sie nicht hier her gehörte. Dann ließ seine Anspannung nach. Seine Gesichtszüge wirkten weicher. Vielleicht lag ein wenig Besorgnis in seinem Blick. Und Trauer.
Noch immer konnte sich Neesa unter seinem Blick nicht rühren. Zu sehr war sie von ihm eingenommen und eingeschüchtert, gleichzeitig fasziniert von seiner warmen und einladenden Ausstrahlung. Seine Aura strahlte wie die Sonne so hell, dass es sie fast schon erdrückte.
Er ging auf sie zu. Langsam, sodass er sie nicht verschreckte bis er kurz vor ihr stehen blieb.
Er streckte seine Hand nach ihr aus, legte seine sie auf ihre Wange. Neesa zuckte vor der unbekannten Wärme seine Hand zurück, kam ihm jedoch wieder entgegen, da die Wärme so wohltuend war.
Den anderen Arm legte er um sie und zog sie näher an sich ran, sodass sie nun ganz in seinen Armen lag.
Plötzlich verschwamm alles vor ihren Augen. Der Schmerz kehrte wieder. Stärker als zuvor. Ihr Körper sehnte sich nach der Kälte und Finsternis, die er gewöhnt war. Das Schwindelgefühl überwältigte Neesa und sie stürzte zu Boden. Der Mann fing sie auf, hielt sie in seinen Armen und strich ihr sanft über die Haare bis sie vollkommen in die vertraute Dunkelheit versank.
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Jenseits der Schatten
FantasyVes'ma, das Reich der Schatten liegt im Zwist mit Antur. Bis vor einiger Zeit ruhte ein Waffenstillstand, der plötzlich gebrochen wurde. Beide Seiten bestreiten, den ersten Angriff ausgeführt zu haben. Mitten im Chaos steckt Neesa. Eine Tochter der...
