»I know that you're always with me and the way you will show, and you're with me wherever I go.
And you give me this feeling - this everglow.«
(Coldplay - Everglow)
16 Monate ohne dich und das hier ist für dich.
16 Monate habe ich gebraucht, um diese Geschichte zu schreiben, in die ich alles reingesteckt habe, um mir ein Stück von dem Schmerz und der Trauer, von der Sehnsucht und des Vermissens von der Seele zu schreiben. Es hat geholfen, wenn auch nur ein bisschen. Ich habe um dich geweint, ich habe gelacht, ich habe gegrinst, gelächelt und geliebt.
Ich stecke in jeder Zeile dieser Geschichte, das bin ich, wie ich wirklich bin. Weil es auch um dich geht, wie du wirklich warst. Ich habe dich in dieser Geschichte wieder aufleben lassen, dich lebendig gemacht. Ich habe dich in jede Zeile, in jeden Satz und in jedes Wort gesteckt, damit du für mich lebendig bleibst. Ich habe dich so nah gespürt, ich habe all die schweren Monate und Jahre wieder durchlebt und ich habe kein Stück dieser großen Liebe zu dir verloren - ich habe mit jedem Wort ein Stück neue Liebe zu dir gewonnen.
Ich vermisse dich unfassbar. So schrecklich doll, dass mir manchmal noch immer die Luft weg bleibt, dass ich nicht mehr weiß, wie man atmet. Manchmal habe ich Angst, dass ich dich vergesse - deine Stimme, deinen Geruch, dein Wesen. Aber du bist bei mir, bei jedem Schritt, den ich gehe.
Ich habe gehofft, dass ich mich endlich von dir verabschieden kann, wenn ich diese Geschichte hier schreibe. Es war ein kleiner Schritt von einem noch viel größeren. Aber es war ein Anfang.
Ich liebe dich für immer.
Du bist mein ewiges Leuchten.
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Hannover – 08.05.2016 – 19:24 Uhr
Ich fühlte mich leer. Da war nichts in mir drin. Fast so, als hätte mir jemand jegliche Innereien aus dem Körper gerissen. Mein Herz herausoperiert und es behutsam in eine Box gelegt. Vielleicht kann man es irgendwann noch einmal gebrauchen. Aber jetzt gerade nicht. Jetzt gerade kann es in diesem Körper nicht überleben. In diesem Körper, in dem es nur stillstehen würde. Ich konnte nichts fühlen, obwohl ich so viel fühlte. Ich fühlte viel und doch wieder nichts. Ich konnte nicht beschreiben, wie es in mir aussah. Da war so viel und doch war da diese große Leere. Ich wollte irgendetwas tun, aber es ging nicht. Ich wollte schreien und bekam doch keinen Ton durch meine Lippen gepresst. Ich wollte weinen und doch lief keine Träne. Ich zitterte nicht einmal. Ich starrte nur. Ich starrte vor mich hin, auf diesen einen Punkt. Keiner konnte mir von außen ansehen, wie es in mir aussah. Ich musste stark sein, das wusste ich. Ich musste es, für alle und jeden. Ich hatte das Gefühl, dass das meine Aufgabe war. Und ich wusste auch, dass ich das schaffen würde. Ich hatte das immer geschafft. Diese Situationen waren fast wie für mich gemacht. Es war nicht das erste Mal, dass ich Angst hatte. Angst vor einer Situation und Angst um jemanden. Aber vielleicht war die Angst dieses Mal anders. Auf ihre Art und Weise. Ich wusste, dass das hier ein Ende mit sich brachte. Ich würde diese Gebäude nicht mehr verlassen und lächeln. Dieses Gebäude vereinnahmte mich seit Tagen. Ich war hier und doch nicht wirklich da. Irgendetwas in mir sträubte sich dagegen und wollte nicht hier sein. Aber ich musste. Und irgendetwas in mir wollte es trotzdem. Irgendetwas in mir ließ mich nicht gehen, obwohl ich hätte gehen sollen. Ich brauchte Schlaf. Ich brauchte Ruhe. Für mich. Aber das »mich« gab es gerade nicht.
Die Luft war stickig und ich schwitzte. Es war heiß, es stank nach Desinfektion. Es piepte überall, es herrschte Trubel. Die Lampen über den Zimmern wechselten sich mit dem Blinken im Minutentakt ab. Ich brauchte Wasser von dem Getränkewagen und nahm die paar Minuten auf dem Flur als Auszeit. Und Erholung. Es waren zwei Minuten, aber ich konnte wieder Atmen. Ich ging Schritt für Schritt und fühlte mich freier. Ich hatte keine Hände mehr um meinen Hals liegen, die mir die Luft wegdrückten. Und trotzdem waren die zwei Minuten sofort wieder vorbei. Ich ging zurück. Ich saß wieder in diesem roten Stuhl. Ein Auge lag auf den Zeilen meines Buches, ein Auge lag auf ihr. Ich hatte das Gefühl mein Herz stand still. Doch dabei schlug es, es leistete seinen Dienst. Ihr Herz bald nicht mehr. Ich wusste das und wollte es trotzdem nicht wahr haben. Ich war hier und wartete auf den Moment, an dem es still stand. Sie sagte nichts mehr. Sie atmete schwer. Sie schlief nur. Sie nahm kaum wahr. Manchmal winkte sie mich mit letzter Kraft heran, wollte meine Hand haben. Und ich gab sie ihr. Wir hielten uns, wie wir es immer gemacht hatten. Wie sie es immer gemacht hatte. Damals, als ich vor 23 Jahren auf die Welt kam. Als ich meine Knie aufschlug. Als ich meinen ersten Zahn verlor. Als er starb. Als er so oft im Krankenhaus lag. Als wir alle so traurig waren. Als unsere Welt still stand. Jetzt hielt ich ihre Hand, wie sie es verdient hatte. Ich war da für sie, wie sie es immer war.
Meine Augen waren schwer, meine Knochen müde. Mein Körper war müde, meine Augenränder größer als je zuvor. Meine Hand in ihrer, mein Kopf auf ihrem dünnen Bein, die Augen für einen Moment geschlossen. Dann wurde die Tür aufgerissen. Eine Schwester. Sie lächelte. Sie lächelte dieses Lächeln, das Mut geben sollte. Mut, wo gar kein Mut mehr sein konnte. Es war das einzige Zimmer für diese Stationkrankenschwester, in der mehr Tod an den Wänden hing als irgendwo sonst. Sie wusste, was Sache ist. Ich auch. Aber sie war es gewohnt. Ich nicht. Für mich war alles anders.
Für mich stand die Welt still, als ihr Herz still stand. Für mich drehte sich meine kleine Welt ab einem bestimmten Punkt nur noch halb so schnell, bevor sie ganz stehen blieb.
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Fanfic[Annenmaykantereit-Fanfiktion] - »Danke, Lotte.«, flüsterte er leise. »Das hört sich nach Hoffnung an und das tut gut.« »Es freut mich, wenn ich dir ein bisschen Hoffnung geben kann.«, ich lächelte ihn an und nahm den letzten Schluck Bier. Ich war...
