53. Kapitel - Juli, Nashville

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- Rileys POV -

„Wie viele Auftritte noch in den Staaten?“ seufzte ich übertrieben genervt aus und warf Paul einen hilfesuchenden, flehenden Blick zu, weil Niall doch tatsächlich an der letzten Rastätte die geniale Idee hatte, dass die Jungs von 5sos mit zu uns in den Bus wechselten und diese Schweinebacken nun schon seit geschlagenen 2 Stunden um mich herumhüpften, während ich in Gedanken mit Ihnen eine brutale Version von Angry Birds spielte.
„23“ antwortete Paul barsch und blickte mal kurz hinter seiner Zeitung hervor, die wohl so interessant sein musste dass er das Chaos um sich herum völlig ausblenden konnte, oder aber er vertraute einfach zu sehr auf mich. Leider hatte ich die ersten paar Stunden von der Fahrt von Columbus nach Nashville schon bei Mason und den anderen im Bus verbracht, sodass mein Spektrum damit aufgebraucht war. Hätte ich gewusst was mich nach der Rast erwartet, hätte ich die ersten Stunden doch mit den 5 Jungs verbracht aber dafür durfte ich jetzt gleich 9 bändigen. Das Leben kann ja so schön sein... Ob Paul merkte dass ich immer wieder verzweifelt zur Frontschutzscheibe schaute und mit dem Gedanken spielte sie einzuschlagen und mich auf den Highway zu stürzen? Na wenigstens hatte ich gerade eben das Ortsschild ‚Nashville’ gesehen. Bis zur Arena konnte es also nicht mehr lange sein.
„Willst du auch mal, Ry?“ lachte mich Niall von der Seite mit einem überdimensionalen Grinsen an. Verdammt, ich dachte sie hätten schon vergessen dass ich hier bin. „Hm?“ streckte er mir sein Gesicht entgegen und schleckte mit der Zunge etwas von der Sahne ab, die sich die Knalltüten doch tatsächlich gegenseitig in Gesicht und Haaren verteilt hatten.
„Nein danke. Ein Glück dass ich laktoseintolerant bin...“ meinte ich ernst, als plötzlich Luke und Ashton die Treppe hinunterkamen und sich jeweils eine Socke übergestülpt hatten und einen BH anhatten – keine Frage wo sie den her hatten, da ich ja die einzige Frau im Bus war...
„Hände hoch! Oder wir schießen!“ drohte Luke uns mit der Sprühdose der Schlagsahne. 
„Wenn ich gleich Sahne auf meinen BHs finde, mach ich Sahnetorte aus euch“ drohte ich ihnen nur ernst, aber trotzdem gelassen, da ich die Chance auch nur etwas hier unter Kontrolle zu bringen vor einer guten Stunde bereits aufgegeben hatte. Außerdem war Paul der Meinung: „Solange keine minderjährigen Mädchen, Alkohol, Drogen, Feuer oder sonstige Waffen im Spiel sind, können sie nicht großartig was anstellen.“ Wohingegen ich anderer Meinung war. Ihre bloße Anwesenheit genügte um mein Inneres aufbrausen zu lassen.
Doch als ich wenig später merkte wie alle um mich herum panisch die Hände hoben – selbst Paul mitsamt Zeitung – lernte ich wie ernst diese Erbsenköpfe das wirklich meinten. Ich konnte so gerade noch die Augen schließen, da merkte ich auch schon die süße, klebrige Konsistenz auf jedem Fleck meines Gesichts, bis keine Stelle mehr frei war und das Zeug sogar schon von meinem Kinn auf die Hose tropfte. Ich schlug meine Augen wieder böse auf als Luke aufgehört hatte zu sprühen und hörte ich im Hintergrund die anderen lachen.
„Ich vermisse Camryn“ stöhnte ich nur genervt auf und dachte an die Tage während der Europatour, wo wir mal eine Auszeit von diesen australischen Plagegeistern gehabt hatten. 
„Ach komm, du hast uns sicher vermisst“ grinste Michael mir nun zu, während mich Niall gerade anstarrte als wollte er mich verspeisen, weshalb ich mir ernsthaft Sorgen machte. 
„Wartet da fehlt noch was!“ meinte Liam, sprang kurz auf um in die Küche zu laufen und kam tatsächlich mit einer Kirsche wieder, die er mir auf den Kopf setzte, wobei ich ihn nur böse anfunkelte. Aber da zückte Niall auch schon sein Handy hervor und wollte tatsächlich, dass  Liam ein Foto von uns machte, sodass Luke und Ashton sich rechts und links von uns stellten, die Sprühflaschen hielten wie zwei Pistolen, die sie gerade auspusteten und Niall grinste unter der ganzen Sahne hervor, während ich nur böse in die Kamera blicken konnte. Ich kam mir vor wie ihr Versuchskaninchen.
„Das werdet ihr noch höllisch bereuen...“ knurrte ich nur doch da spürte ich plötzlich Nialls Zunge an meiner Wange, wie er die Sahne von meiner Haut leckte. 
„Baahhh! Niall du Sau!“ sprang ich letztlich auf, sodass ich mit den Füßen auf der Bank hockte und über den Tisch hinweg aus dieser Zwangsecke rausklettern konnte, wo mich die Jungs bis jetzt gefangen gehalten hatten. Wusste ich doch dass er mich auffressen wollte!
„Jetzt reicht es mir! Eure perversen Spielchen mach ich nicht mehr mit!“ stampfte ich aufgebracht davon um nach oben zu flüchten und mir die Sahne aus dem Gesicht zu wischen, als ich an Louis, Harry und Zayn vorbeikam, die lachend vor Louis’ Laptop saßen und kurz zu mir aufschauten, wobei sie mich in etwa anstarrten als wäre ich eine wandelnde Sahnetorte, was ich ja letztlich ja auch war. Ich schlug heftig die Türe zum Bad zu, als mir Harry natürlich noch einen seiner dämlichen Kommentare hinterherrufen musste: „Darf ich das ablecken, Riley-Smiley?“ 
„Komm mir zu nahe und ich schneide dir die Zunge ab, Hazza!“ rief ich zurück und ertränkte meinen gesamten Kopf dann einfach in dem Waschbecken, bis wirklich alles entfernt war. 
Doch als ich wieder auftauchte und in den Spiegel sah, bekam ich fast einen Herzinfarkt als plötzlich Zayn hinter mir stand und mich schelmisch angrinste. Erschrocken fuhr ich zu ihm rum, während ich das Handtuch über meine Schultern legte und so wie seine schokobraunen Augen mich nun anfunkelten, wusste ich sofort worauf er hinaus war. 
„Ich hätte die Sahne aber ablecken dürfen, oder?“ kam er mir in dem sowieso schon viel zu engem Bad näher und mein Herz schien mit jedem Millimeter schneller zu schlagen, während mein Kopf wieder Alarm schlug und versuchte mir endlich mal Vernunft einzubringen. Aber das schien fast schon unmöglich. Mit jedem Mal, wenn wir zusammen schliefen, stiegen meine Schuldgefühle und nach jedem Mal redete ich mir ein dass es das letzte Mal war. Doch wenn er mir dann so nahe war wie jetzt, brodelte alles in mir über. Die Erinnerungen an die Nächte. Seine heißen Lippen auf meinen. Seine starken Arme um meiner Taille. Und diese verdammt schönen Schokoaugen.
„Das denkst auch nur du!“ lachte ich ihn für seine Arroganz jedoch aus, während seine Zähne verführerisch auf seiner Unterlippe rumkauten und er mir mit diesem gierigen Blick das Atmen schwer machte. 
„Die anderen sind alle unten“ flüsterte er mir zu um mir klarzumachen, dass wir ungestört waren.
„Zayn...“ faselte ich hypnotisiert von seiner Anziehung, die mich so beunruhigte. Fuck, Riley kneif die Arschbacken zusammen. Das geht so nicht mehr weiter! „Wir sollten uns nicht mehr sehen.“
„Du willst dass wir das Licht ausmachen beim Sex?“ meinte er angeturnt und platzierte seine Hände an meiner Taille und fuhr mit seiner Nase genüsslich über meinen Nacken, sodass ich seinen heißen Atmen auf meiner Haut spürte und meine Augenlider verlangend aufflackerten. Ich... muss... stark... sein.
„Ja...“ stöhnte ich jedoch ungewollt auf als seine Lippen meine Haut glühen ließen und sich mein Nacken von automatisch streckte vor Sehnsucht nach diesem Gefühl, weshalb Zayn natürlich grinsen musste. Scheiße, warum musste ich auch so verdammt süchtig nach ihm sein? Ich meine wie kann man eine Person so sehr hassen und gleichzeitig ... ehm ... wie war das Wort noch gleich? Irgendwas mit L .... Lausen? Lädieren? Lecken? Loben! Genau loben! Wie kann man eine Person sehr hassen und sie gleichzeitig für diesen unglaublich guten Sex loben wollen?
„Eh Riley! Luke und Ash haben denselben BH wie du!“ hörte ich plötzlich Sam lachen, und den Geräuschen nach kam sie gerade die Treppe hoch. Ich stieß Zayn eilig von mir weg und schlüpfte aus dem Bad, wobei ich ihn allerdings darin einsperrte. Gerade noch rechtzeitig, denn da kamen auch schon Sam und Mason oben an und sonst war die Etage wirklich wie leergefegt, so wie Zayn es vorhin gesagt hatte. Wir waren also an der Arena angekommen.
„Die Jungs meinten, dass ihnen Brüste wachsen und dass sie Regelschmerzen hätten, also durften sie sich meine Wäsche ausleihen“ grinste ich zurück.
„Deshalb auch die Tampons in den Nasenlöchern?!“ meinte Mason anschließend und nachdem ich ihn kurz prüfend angeschaut hatte ob das auch wirklich sein Ernst war, konnte ich mir nur die Hand vor den Kopf schlagen. Diese Idioten brauchten echt einen Job.
"Kommst du? Wir sind da" wollte Mason wissen.
„Nagut ich komme sofort...“ versicherte ich den beiden, als mir auffiel wie sich die Badezimmertüre einen Spalt weit öffnete und diese schokobraunen Augen hervorlugten, weshalb ich mich sofort dagegen lehnte und sie damit wieder ins Schloss fiel. „Ich muss nur noch meine Haare schnell machen.“
Ich wartete noch bis die beiden wieder die Treppe hinunter liefen, seufzte entspannt auf und ging dann zu dem Schrank wo unsere Sachen drin gelagert wurden, um mir ein anderes T-Shirt anzuziehen. Zayn ließ ich im Bad eingeschlossen, doch nach ein paar Sekunden merkte er dann doch dass Sam und Mason gegangen waren.
„Das war knapp...“ äußerte er grinsend hinter mir und spielte an meinem BH rum, weshalb ich ihm auf die Finger schlug, was ihn natürlich nicht so schnell davon abhielt weiter zu machen bis er schließlich sanfte Küsse auf meiner Rücken verteilte und ich wieder drohte zu verweichlichen.
„Argh ich hasse dich!“ drehte ich mich um und stieß ihn an der Brust von mir weg, was er nur weiterhin frech belächelte.
Ich zog mir ein frisches T-shirt über und machte mir so schnell es ging einen Zopf um dann förmlich vor ihm flüchten zu können und aus diesem Bus rauszukommen. Draußen stieß ich nicht nur auf ein riesiges Gebäude umhüllt von einer glänzenden Schicht Glas sondern mich traf auch gleich strahlender Sonnenschein und ein Fußball. Ins Gesicht. Wenn ich nicht so gute Reflexe hätte und ihn kurz vorher aufgefangen hätte, wäre meine Nase jetzt wohlmöglich zermalmt. 
Ich schaute in die entschuldigenden Gesichter der Spasten, die mir beinahe meine Nase gebrochen hätten: Louis, Niall, Nathan, Michael, Calum, Luke, Ashton, Josh und Sandy. 
„Tschuldigung Riley!“ rief mir Calum zu. „Das war Ashtons Schuld!“
„War es nicht! Du Trottel hast falsch gepasst!“ entgegnete dieser jedoch.
„Ist mir egal welcher von euch Vollpfosten das war! Ihr hättet beinahe dieses makellose Gesicht hier ruiniert!“ maulte ich sie an, doch da kam Louis auch schon ruhig auf mich zugetrabt mit seinem funkelnden Sternelächeln, was dazu führte dass meine Aggressivität mit jedem Wort abnahm.
„Darf ich?“ umpackte er den Ball und seine Augen durchdrangen mich förmlich mit diesem Eisblau. Warum hatte ich noch gleich das Gefühl dass er sich in letzter Zeit von mir distanzierte? Achja deshalb: weil er weniger mit mir redete, wieder mehr Blödsinn mit den Jungs machte und ich mir irgendwie ein wenig vernachlässigt vorkam. Klang das blöd? Ja tat es! Aber irgendwas war komisch. Ich wusste nur noch nicht was und es gab mir fast schon das Gefühl ihn zu vermissen... Außerdem starrte er mich irgendwie jetzt so anders an, ich kann nicht beschreiben was anders war aber da war etwas. Genau wie in diesem Moment. Er sah nicht unglücklich aus, aber auch nicht glücklich. Seine Blicke waren nicht so sehnsüchtig an mir geheftet wie sonst, sodass es mich Tag und Nacht quälte, aber ich hatte auch schon fröhlichere Gesichter von ihm gesehen. Ich wusste nur dass er mir etwas verheimlichte und damit kam ich nicht klar. Denn auch wenn ziemlich viel Mist zwischen uns lag, waren wir doch trotzdem noch Freunde...
„Riley?“ fragte er erneut nach und runzelte fraglich die Stirn.
„Ehm ja. Hier“ drückte ich ihm den Ball in die Hände.
„Aber verschont bitte mein Billion-Dollar-Face okay?“ neckte ich sie, woraufhin ich Zayn daraufhin hinter mir auf den Stufen des Busses gehässig auflachen hörte. Hmpf. Arschloch! Keine Ahnung warum es mich auf einmal störte, dass er mich beleidigte – schließlich wusste ich dass wir unsere Rollen weiterhin glaubwürdig vermitteln mussten – aber dafür gäbe es heute Abend kein Sex. Das war Gewiss. 
„Hey warum spielt ihr Profikicker eigentlich auch Fußball? Habt ihr nicht in einer halben Stunde ein Skypeinterview?!“ fiel mir plötzlich ein und nachdem ich den Parkplatz nach Paul und Madge abgesucht hatte, die wohl spurlos verschwunden war, fragte ich gleich streng hinterher: „Und wo habt ihr euren Tourmanager gelassen?“
„Den Löwen zum Fraß vorgeworfen“ zuckte Louis gleichgültig mit den Schultern, aber mir war das ganz und gar nicht egal. Diese Erbsenhirne wurden gleich live zu Jimmy Kimmel übertragen und weit und breit war keine vertrauenswürdige und vernünftige Person zu sehen. Ich ließ meinen Blick über den Haufen Knalltüten wandern, die alle grölend einem Ball hinterherliefen und kam schließlich zu dem Schluss dass ich die Einzige verantwortungsvolle Person hier war. Mal wieder.
„Okay Schluss jetzt!“ lief ich auf den Ball zu und stoppte ihn mit einem Fuß. „Wo sind Paul und Madge?!“ 
„Also als wir vorhin ausgestiegen sind hat er einen Anruf bekommen, dann hat er konzentriert und aufgebracht ins Telefon gebrabbelt – ich glaube Simon war am anderen Ende – und ist verschwunden“ erklärte mir Mason dann endlich mal.
„Ich bin hier! Hier bin ich!“ hörten wir dann doch plötzlich Madges schrille Stimme rufen und tatsächlich sah ich sie von einem Seitenausgang der Arena winkend und mit einer Laptoptasche unter dem Arm geklemmt auf uns zu laufen.
„Ich habe die Computer!“  erklärte sie mir hechelnd als sie vor mir zum stehen kam und wie sie nach Luft schnappte befürchtete ich schon fast dass sie gleich umkippen würde. „Darauf sind wir bereits ... mit einem ABC Team verbunden ... sie rufen in 15 Minuten an.“
„Na dann los!“ übernahm ich dann mal das Kommando, weil Madge aussah als würde sie gerade krepieren, während sie immer wieder ihre viel zu große Hornbrille auf der Nase richtete. „Alle singende, unreife und selbstgefällige Berühmtheiten bitte mir hinterher!“ schnipste ich einmal mit der Hand und eilte dann auf die Arena zu. Doch als mir plötzlich auch die 4 Clowngesichter von 5sos folgten, drehte ich mich noch kurz um und fügte hinzu: „Okay ich meinte doch nur die erfolgreichen...“
„Hey!“ beschwerten sich die vier im Chor und blieben beleidigt stehen, während die anderen ihnen natürlich sehr reif die Zunge entgegenstreckten. 
„Kommt schon!“ rief ich ihnen verärgert zu, weil sie mir so lahm hinterher trabten und packte Louis und Niall an den Handgelenken um sie mit zuziehen, woraufhin die Herrschaften dann doch mal ihren Arsch bewegten. Madge blieb im Schlepptau zwar etwas zurück, rief mir aber noch eine kurze Beschreibung zu wo wir hin müssten. Als ich also besagte Treppen hochlief und verwirrt mit den Jungs die Gänge nach dem richtigen Raum absuchte, kam uns bereits Lou entgegen und nahm uns in Empfang.
„Hier rein!“ rief sie, drückte Liam hastig auf einen Stuhl und klatschte ihm gleich mal etwas Makeup ins Gesicht, woraufhin er erst mal aussah wie in Schokolade getränkt.
„Lou! Das ist doch viel zu viel!“ meinte Harry gleich, wobei ich ihn gleichzeitig dafür auslachte dass er gleich als Negakuss vor der Kamera stehen würde.
„Ich weiß. Ich muss mich beeilen!“ rief sie zurück. „Riley, kannst du bitte Louis’ Haare und Makeup machen?“
„Bitte was?“ riefen wir gleichzeitig wie aus einem Mund. 
„Komm schon, das ist einfach: die Haare müssen nur so einen leichten Rechts-Schwung haben und das Puder hier musst du gleichmäßig verteilen“ drückte sie mir Pinsel und Puder in die Hände und Louis starrte mich nur flehend an. Ich seufzte kurz auf, schubste ihn dann an der Schulter nach hinten, sodass er auf die Couch hinter ihn fiel, während er gleichzeitig versuchte zu fliehen.
„Bleib still! Sonst hast du gleich Makeup im Haar!“ drückte ich ihn jedoch zurück, während Harry ihn gehässig auslachte.
„Sei bloß still Hazza! Du bist der Nächste!“ drohte ich ihm, während ich Louis Gesicht vollpuderte, was er angewidert verzog. Als ich mich anschließend an seine Haare ranmachte und diese einfach nur nach belieben mit etwas Gel verwuschelte. „Auf keinen Fall! An meine Locken kommt nur ein Profi dran!“
Ich ignorierte Harrys arrogantes Gehabe einfach und strich Louis' Haare nach rechts rüber, wobei dieser schon wieder so komisch zu mir aufschaute und ich spürte wieder diesen beobachtenden, aber gleichzeitig merkwürdigen Blick auf mir, weshalb ich ein paar Mal unsicher zurück schaute bis mir natürlich das Puder vor lauter Panik umfiel und sich auf dem Sofa verteilte.
"Fuck!" fluchte ich darüber, dass Louis mich so außer Fassung bringen konnte und dass mich ab dann auch noch Zayn argwöhnisch von der Seite beobachtete, wie ich mit Louis zugange war, erleichterte mir das Ganze mit Sicherheit nicht. Verdammt, diese scheiß Spannung lag doch immer noch in der Luft! Das hier war noch nicht geklärt, sagte mir mein Gefühl. Oder waren es einfach nur die Schuldgefühle Louis gegenüber, die mich um den Verstand brachten und ich bildete mir das alles nur ein?!
„Hier sind die Computer“ kamen plötzlich auch Lilly, Sam, Mason und Nathan zu uns.
„Madge kommt nach“ erklärte mir Nathan. „Wenn sie sich vom Laufen erholt hat...“
„Wir haben die Passwörter und sie hat uns gesagt dass Niall und Louis in einen separaten Raum müssen. Ihr geht um 17:10h auf Sendung“ behielt Mason den Überblick.
„Okay den Rest kriegt man nur noch mit Schönheits-OPs hin“ neckte ich Louis, während ich noch was Haarspray auf seiner Frisur verteilte.
„Hey!“ beschwerte sich dieser, aber da setzte mir Lou auch schon Niall vor und ich durfte meinen Iren verunstalten, während Harry sich über Louis lustig machte, der sich daraufhin panisch im Spiegel betrachtete.
Nathan hatte inzwischen die Computer hochgefahren, Skype angemeldet und zusammen mit den anderen und zwei weiteren Helfern von der Arena noch ein paar Studiolichter in den Aufenthaltsräumen aufgebaut, die sich einigermaßen im Fernsehen sehen lassen konnten. Nachdem ich Niall auch einigermaßen akzeptabel hinbekommen und Madge und Lou die anderen drei hergerichtet hatte, kam dann auch Madge endlich mal an sodass sie mit dem Fernsehteam von ABC und den Jungs zusammen noch kurz über den Verlauf der Sendung reden konnte, bevor die Jungs per Skype auf Sendung gingen. Ich hatte nur was davon mitgekriegt, dass sie in einem Duell gegen einander antreten würden, während ich mich überwiegend darüber aufgeregt hatte dass im Hintergrund von Harry, Liam und Zayn so ein hässliches, goldenes Pferd stand, was ich aber nicht mehr beseitigen durfte, als die Webkameras erst mal eingeschaltet waren und plötzlich wurde ich während des Gesprächs mit ABC von Harry dazu verdonnert die Unterhosen der Jungs und etwas Zahnpasta aus dem Bus zu holen. 
„Das ist ja wohl ein Scherz, oder?“ starrte ich sie nur mit großen Augen an.
„Jetzt mach schon!“ hetzten mich aber auch Liam und Zayn auf.
„Ich bin doch hier nicht der Unterhosenchaffeur von One Direction!“ regte ich mich weiterhin auf, doch da schob mich Zayn auch schon aus dem Raum raus.
„Beeil dich! Wir gehen in 3 Minuten auf Sendung!“ war seine letzte Aufforderung und knallte die Türe anschließend hinter mir zu.
„Ich will gefälligst eine Gehaltserhöhung! So was stand nicht in meinem Arbeitsvertrag!“ schrie ich noch durch die Türe, während mich Lilly uns Sam nur so auslachten.
„Ein Glück, dass wir nur zum Tanzen hier sind“ kommentierte Sam lachend, woraufhin ich mich stampfend davon machte um die Dessous der Jungs zu verlagern. Dass ich mal so tief sinken würde... Beim Militär würde ich so einen Mist sicher nicht machen...
Als ich schließlich wieder kam und gerade die Treppen zur richtigen Etage hinaufjoggte, riefen mir Nathan und Lilly bereits aufgeregt entgegen, dass ich den Kram in den Zwischenraum bringen sollte, der neben den beiden Räumen der Jungs lag. Ich folgte den beiden und kam schließlich in einen Raum wo Madge, Mason und Sam mucksmäusschen still durch die Türen beobachteten, was bei den Jungs so vorging, als plötzlich auch schon alle fünf die Türen aufrissen und auf mich zugesprintet kamen, dass ich einen Moment lang glaubte von einer Horde Rhinozerosse niedergetrampelt zu werden. 
„Her damit!“ 
„Nein wir waren zu erst!“ stritten sie sich um die zwei Tuben Zahnpasta, die ich mitgebracht hatte und mit panisch aufgerissenen Augen konnte ich nur zuschauen, wie sie sich gegenseitig die blaue Masse ins Gesicht klatschten und mich und ihr Umfeld dabei natürlich auch noch vollsauten, ehe sie auch schon wieder zurück eilten. Da stand ich also. Hielt einen Stapel Männerunterhosen auf meinen Handflächen ausgestreckt, mein rechtes Auge zuckte bereits vor Wahnsinn und ich war vollgekleckert mit Zahnpasta, und traumatisiert von all dem was sich hier gerade ereignete, während Mason, Nathan, Sam und Lilly sich die Hände vor ihren Mündern halten mussten um nicht jeden Moment losprusten zu müssen und Sam mich auch noch tatsächlich mit ihrem Handy fotografierte. Schlimmer konnte mein Leben nicht mehr werden, oder?
Doch als hätte das Schicksal es nicht anders gewollt kamen diese Hohlköpfe auch gleich schon wieder zurück gelaufen, krallten sich die Unterhosen und zogen sie entweder über ihre Jeans drüber oder fingen wie Harry an sich auszuziehen, weshalb sich alle anderen gleich stöhnend umdrehten, während ich mich vor Entsetzen nicht mehr zu bewegen wusste.
Wenig später kamen auch schon Liam, Harry und Zayn grölend zurück und fielen mir um den Hals, wobei Liam seinen gesamten Zahnpasta-Bart in meinen frisch gewaschenen Haaren verteilte, wohingegen Niall und Louis weniger erfreut zurück kamen.
„I live in a valley?!“ lachte Louis plötzlich und schaute Harry skeptisch an, während ich wieder lernte mich zu bewegen und wütend die übrig gebliebenen Unterhosen auf den Boden pfefferte und fluchend darauf rumsprang.
„Ich hasse diesen Job!“ brüllte ich und die Jungs schauten mich in etwa an als wäre ich vollkommen übergedreht. „Selbst im Kindergarten ist es schöner!“ trampelte ich weiter auf den Dessous der Jungs rum und zog sie dabei noch absichtlich durch die Zahnpasta, die sie auf den Boden tropfen lassen hatten, als sich plötzlich eine tiefe Stimme hinter mir räusperte und die Jungs achtungsvoll hinter meinen Rücken jemanden anstarrten.
Als ich mich umdrehte, hatte ich Paul direkt vor meiner Nase stehen, der weniger freundlich dreinschaute. 
„Ehm ja... Ich meinte ich liebe den Job. Und die Jungs natürlich auch“ setzte ich ein fettes Grinsen auf, aber es schien als wäre er mehr damit beschäftigt die Jungs verärgert anzugucken.
„Was ist?“ fragte Louis daraufhin also verwirrt und ich schaute zwischen den beiden hin und her, bis sich mir sicher war, dass es hier nicht um mich ging und ich mich ein paar Schritte schleichend von der Gruppe entfernte, wobei ich aufpassen musste nicht auf einer der vollgeschmierten Unterhosen auszurutschen.
„Im Internet hat jemand behauptet ihr hättet einem Mädchen Tabletten untergejubelt.“
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Tagchen!
Nur noch 7 Kapiteeel!! 
1) Glaubt ihr die Jungs fliegen jetzt auf?
2) Ist das Thema zwischen Louis und Zayn gegessen oder nicht?
Ich finds toll dass ihr mir wieder so fleißig schreibt. Dankeschön ^^ Ich werde später einige Kommis beantworten, aber jetzt geh ich erst mal essen. *Mampf mapf*
xoxo, Katy

Babysitting One DirectionWhere stories live. Discover now