Freitagmorgen, irgendwann in den Winterferien.
Unerträgliche Kälte weckt Luna. Ihre Augen sind komplett verklebt. Schnell schließt sie das Fenster, welches die ganze Nacht lang offen gewesen war. Sie hatte sich gestern Abend noch ein paar Pillen eingeschmissen, damit ihre Schmerzen verschwinden, ironischer weise hatte sie jetzt nur noch mehr.
Ihr Handydisplay zeigt 09:37 Uhr an.
Schnell zieht sie sich einen Weiten Pullover über und tapst die kalten Fliesen entlang ins Badezimmer um ihrer Morgenroutine zu folgen. Sie versucht sich einigermaßen hinzurichten, obwohl sie heute keinen Besuch erwartet, geschweige denn das Haus verlassen möchte.
Doch ihren Plänen, alleine zu sein, wurden nicht zugelassen, da es klingelt. ‚Fuck.' flüstert sie leise und tapst den Weg zur Wohnungstür. Sie macht sich nicht einmal die Mühe, über die Gegensprechanlage zu fragen, wer da war. Sie öffnete einfach nur die Tür. Doch zu ihrer Enttäuschung war es kein Postbote, denn jemand kommt die Treppen hoch. Nach einigen Sekunden erblickt sie Manus Augen. Sie tritt einfach zu Seite und lässt ihn rein. ‚Was verschlägt dich zu mir?' fragt sie und beobachtet ihn dabei, wie er sich seine Gucci Sneaker abstreift. ‚Nette Begrüßung.' Lacht der braunhaarige. ‚Würde ich nicht nach dir schauen, würde ich nie wieder etwas von dir hören. Außerdem habe ich dir ein Bretzel mitgebracht!' sagt er und drückt dem einen Kopf kleineren Mädchen die Bäckers Tüte in die Hand, damit er sich seine Jacke auf dem Weg in ihr Zimmer abstreifen kann. Schnell holt sie Teller und Gläser. Sie blickte in die Tüte und sah ein Belegtes Brötchen und ein Bretzel. Schnell folgt sie ihrem besten Freund und wirft sich auf die zerfetzte Ledercouch und breitet alles auf dem Tisch vor ihr aus. Sie schüttet beiden Wasser ein. Er begann sofort zu Essen, doch sie knabberte eher nur an ihrer Brezel. Manu war das natürlich sofort aufgefallen, wusste aber nie wie er es ansprechen sollte. Ein eindringlicher Blick sollte reichen. Und tatsächlich beginnt sie vernünftiger zu essen, macht aber trotzdem nach der Hälfte schlapp und begann ihr Zimmer aufzuräumen. Er schaut ihr nach und beobachtet jede Bewegung. Schon lange sah man nichts mehr von dem kleinen Mädchen, welches er vor knapp 9 Jahren kennengelernt hatte. Sie war damals mit ihrer Mutter nach Hamburg gezogen, erstens, weil ihre Mutter versetzt wurde zweitens, weil ihr Vater schwer gewalttätig war. Wenn Manu so recht drüber nachdenkt, weiß er gar nicht, wo Luna, die eigentlich Luisa Marie heißt, ihr Luna aber viel lieber war, genau herkommt. Aus NRW, mehr musst du nicht wissen sagte sie immer. Er stellte nichts in Frage, wenn sie reden wollte, dann konnte sie es. Manu war, seitdem er 15 war, nicht mehr in der Schule, sie wiederum macht ihr Abitur dieses Jahr zu Ende. Sie spielte aber heimlich mit dem Gedanken, dieses einfach abzubrechen. Nachdem er mit essen fertig ist kommt sie grinsend auf ihn zu. Schnell holt sie etwas hinter ihren Rücken hervor. ‚Tadaaa!' kreischt sie nun und hebt feierlich ihren Joint. Er grinst nur und kramt einen Clipper aus seiner Tasche raus. Im Hintergrund läuft leise Musik und sie teilen sich das illegale Genussmittel. Sie schweigen dabei komplett, was aber keineswegs negativ war, doch Manu bemerkte, dass Luna etwas beschäftigt. ‚Alles gut?' damit bricht er die Stille und sie zuckte leicht zusammen. ‚Jaja..' flüstert sie und verschwieg die Ereignisse der letzten Nacht mit ihrem Freund. ‚Ich möchte gerade einfach nur abschalten.' flüstert sie dann kaum hörbar, doch Manu konnte sich natürlich sofort denken, dass etwas zwischen ihr und Kai vorgefallen ist. Doch er fragt nicht weiter nach. Sie legte wieder ihr aufgesetztes Lächeln auf und ihre roten Augen blicken in seine. Nach einer Zeit legten die beiden sich zusammen auf Lunas, für ihre Größe viel zu großes Bett und reden. Luna redet immer wenn sie high ist wirres Zeug, was Manu aber nicht stört. Sie erwartet nie eine Antwort, was ihm zum Vorteil kommt, weil er ihr oft eh nicht folgen kann. ‚Niemand kennt das ich hinter der Fassade, außer du vielleicht und trotzdem gibt es so viele Geschichten über mich.' stellt sie fest und blickt den Jungen dann von der Seite an. ‚Das kommt von deinem Freund, er erzählt auf Partys immer von dir, aber immer nur Geschichten, die werden dann weitererzählt und es werden Sachen dazu gedichtet.' erwidert er stumpf. ‚Mein ex.' sagt sie dann mindestens genauso stumpf und bekommt einen Blick von der Seite. ‚Ja, jetzt endgültig.' sagt sie, als ob sie seine Gedanken gelesen hatte und alle seine Fragen aufgenommen hat. ‚Ich hab Angst wie jetzt die Schule wird.' damit greift sie hinter sich und holt sich Zigaretten. Geschickt zündet sie eine an und blickt in die blauen Augen ihres Gegenübers. ‚Jetzt kommen sicherlich noch mehr Geschichten.' flüstert sie und fährt sich durch ihr langes braunes Haar. Manu sucht halt in ihren Ozeanblauen Augen. ‚Jeder der dir böses will fickt mit mir.' raunt er nun und Lunas Körper wird ummantelt von einer dicken Gänsehaut. Schnell drückt sie ihre Zigarette aus und kuschelt sich an den größeren ran.‚Ich wünschte die Ferien wären für immer', fängt er an gegen die Decke zu reden. ‚Es wäre so viel besser, vor allem für dich. Die Schule macht dich nur noch mehr kaputt, als du es ohne hin schon bist, du gehst Tag von Tag mehr zu Grunde.' sagt er Monoton. Sie lauscht ihm einfach nur. Ist sie so kaputt? Nur weil man nichts isst ist man doch nicht gleich kaputt, oder? ‚Liegt es am Essen? Meinst du deswegen, dass ich kaputt bin?' frage sie leicht zögernd. ‚Nein, also ja, also auch, aber vor allem deswegen.' Er nimmt meinen Arm und zeigt auf die Narben. Sie ziehe meinen Arm zurück und hält ihn fest, so als ob sie Angst hat, dass er irgendwas damit macht. ‚So kaputt bin ich nicht.' Nuschelt sie und dreht sich von ihm weg. ‚Ist ja auch egal, wir reden wann anders drüber, okay? Wollte dich eh noch fragen, ob du mit ins Studio kommst.' sagt er wieder in diesem monotonen Ton. Sie setzt sich auf und lächlet ihn an. ‚Gerne!' Er lächelt kurz zu ihr rüber und nimmt eine Strähne ihrer Haare. Sie nimmt sich erneut eine Kippe. ‚Kettenraucher.' sagt er spöttisch und nimmt sich dann auch eine.
Manu drückt die Tür auf und entgegen kommt frische, warme Luft, angenehme Abwechslung, nach dem eiskalten Wetter, welches draußen herrscht. Sie gehen die Treppen hoch, schweigend, aber keines Falls unangenehm. Das war auch wundervoll an ihrer Freundschaft, Schweigen ist nicht unangenehm. Er schließt die letzte Tür auf und Luna schmeißt sich sofort auf das nächste Sofa. Sie bereit sich drauf vor, dass es eine lange Nacht wird, mit vielen Joints und anderen Drogen, guter Musik und viel Spaß. Manu arbeitet gerade an seinem nächsten Album. ‚Rest in Peace'.
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stay awake, teamfucksleep
KAMU SEDANG MEMBACA
sierra kidd // wann wird es hell
Fiksi PenggemarWICHTIG: Die Kapitel, die mit einem Punkt im Titel aufhören, sind bereits überarbeitet.
