Willkommen an Bord der HMS Seagull
Die Karibik. Noch nie habe ich einen vergleichbaren Ort gesehen. Hier ist alles so paradisisch, so unwirklich schön. Der lauwarme Wind auf dem Deck unseres Schiffes paart sich mit der heißen Sonne und der sprüden Gischt der See, die Schreie der Seemöven zerfließen mit dem Rauschen des Segels.
Ich bin Matrose bei der Royal Navy seit 1701,da war ich 16 Jahre alt, und habe damals auf dem selben Schiff begonnen auf dem ich jetzt, nach drei Jahren, immernoch stationiert bin. Ich bin ein ganz normaler Junge, habe mittellange braune Haare und blaugraue Augen. Ich falle hier an Bord also gar nicht wirklich auf, den die meisten hier haben eine ähnliche Haarfarbe, ein genauso Wettergegerbtes Gesicht und einen von kleinen Narben übersehte Oberkörper, denn die Arbeit in der Takelage ist mit kleineren Verletzungen verbunden. Aber ich will mich nicht beschweren. Alle diese Verletzungen werden durch die schöne Karibik und dises Schmucstück eines Schiffes aufgewogen.
Es ist eine wunderschöne Brigg, ausgestattet mit genug Kanonen und Matrosen um die ganze Karibik einzunehmen, und sie segelt so ruhig dass man meinen könnte man schwebe über das Wasser. Als eine Schiff ihrer Majestät segelt sie natürlich unter einer Parlamentsflagge und wurde auf den Namen HMS Seagull getauft. Eine Seemöve. Genau das ist sie auch. Ein Schiff, schnell wie der Wind und so majestätisch wie ein Vogel gleitet sie aus dem Moran Bucht heraus in die Weiten des karibischen Ozeans.
Der Sonnenaufgang färbt den Horizont in ein weiches Orange-rot als unser erster Maat Johnathan, kurz John, den Befehl gibt die Rahsegel auf beiden Masten zu setzen. Warum wir so viel Fahrt aufnehmen wollen weiß keiner, aber der Befehl lautete nun einmal so. Keiner mochte den ersten Maat wirklich, obwohl er ein sehr respektabler Mann war,schlau und erfahren. Über zwanzig Jahre zur See gefahren und nie einen Kampf verloren, so erzählt man es sich zumindest. Wir respektieren ihn, aber er bleibt für alle eine Person zu der man Abstand hällt, so fern das Möglich ist.
Die Rahmasten sind dick wie Baumstämme, und das müssen sie auch, denn sie sollen ja den immensen Druck der Segel aushalten und das Schiff in Bewegung bringen. Wie immer klappt alles reibungsfrei, der reinweiße Stoff saust nach unten und die Seile werden befestigt. Wir haben günstigen Wind, daher wird unsere Reise nicht lange dauern. Wir sollen vor einer kleinen Insel einem Schiff von Seeräubern auflauern. Sie haben sich über die Karibik ausgebreitet wie ein Virus,überfallen harmlose Händler, ermordern arme Bürger von Hafenstätten und plündern alles, was in ihren Augen einen Wert hat. Eine Schneise aus Angst und Wut bleibt zurück, und da es auch auf englischem Teritorium passiert hat uns der Admiral der Flotte, unter dessen Kommando wir stehen, den Auftrag erteilt einige Schiffe zu versenken und unsererseits ein wenig Angst zu verbreiten.
Die Insel, die heute unser Ziel bildet, liegt weit entfernt unseres Heimathafens. Es ist eine kleine und unbewohnte Insel, aber sie eignet sich perfekt um sich darauf zu verstecken, solange es nur ein kleiner Zeitraum bleibt. Genau darauf hoffen wir, auf Seeräuber die dort vor Anker gehen wollen und für einige Tage abtauchen. Die gut versteckte Bucht ist dafür ideal, da sie von außerhalb schwer zu erkennen ist, aber sehr windgeschützt und ruhig ist. Perefkt für gesetzesuntreue Seeleute und Mörder. Von weitem ist sie ein einziger grüner Teppich auf dem Wasser. Ihre dichte Vegetation aus Palmen, Büschen und diversen anderen Pflanzen und Farnen gibt ihr eine einheitliche, angenehm warme Farbe und eine ruhige und zutiefst friedliche Atmosphäre. Ich freute mich innerlich schon auf diesen Anblick, den ich zuletzt vor sechs Monaten genossen habe.
"Anthony, bist du taub ? Ich sagte der Käptn will dich sehen !". Etwas benommen reißt mich die Stimme unseres Quartiermeister James aus meinem Tagtraum. "Beweg dich, sonst verteile ich eine Disziplinarstrafe ! ". Jetzt fange ich doch etwas hektisch an mich zu bewegen, den die Disziplkinbarstrafe bestand meistens aus Peitschenhieben, und das musste nun wirklich nicht sein. Einmal ist sogar jemand an der Infektion gestorben, weil die vielen offenen striemen an seinem Rücken nicht verheilten. Nun ja, was ist die Marine denn schon ohne ihre Disziplin. "Aye, Master James" rufe ich vom Bug des Schiffes und mache mich auf den Weg zur Kapitänskajüte, die in all ihrer Pracht direkt unter dem Ruderstand liegt. Sie hat zwei nebeneinanderliegende Türen, die zwar mit einigen Verzierungen versehen sind,aber dennoch sehr schwer und irgendwie fehl am Platz wirken. Dort angekommen klopfe ich an, nenne meinen Namen und meine Position, Bootsjunge, und warte auf die Erlaubnis einzutreten. Ich bin etwas nervös, auch wenn unser Kapitän ein unglaublich freundlicher Mann ist, der bereits seit seinem 20 Lebensjahr Kapitän ist. Mittlerweile greift er wohl auf über 40 Jahre Erfahrung auf See zurück, auch wenn er nicht jeden Kampf gewonnen hat. Die Männer erzähen sich, dass er auf seiner zweiten Brigg von Piraten überfallen wurde, und nur durch Glück überlebte. Aus diesem Grund soll er wohl so verrückt darauf sein, ein Schiff von Piraten auf den Grund zu schicken.
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Der König der Vögel
Adventure1704. Die traumhafte Karibik von Deck einer königlichen Brigg wäre ein Paradis. Wären da keine Piraten, die auf Befehl hin gejagt werden sollen. Und dann erweckt auch noch der Aberglaube der Matrosen einen alten und fast schon vergessen Fluch zum Le...
