Mein Atem ging schwer als ich mich durch die Straßen von Berlin schlich. Ich war dabei immer auf der Hut, um niemandem Aufzufallen. Einatmen, Ausatmen, Einatmen und Ausatmen...aber bloß nicht zu laut. Stein für Stein tastete ich mich an der kalten Hauswand entlang. Ich musste so schnell wie möglich weg aus dieser Gegend, denn sonst würde ich sterben, da war ich mich sicher. Ich hätte einfach meine Klappe halten sollen. Aber wer hätte auch ahnen können das es so weit kommen würde?
Vor einem Jahr war ich noch das süße Mädchen von Nebenan gewesen. Hatte gedacht ich wüsste wie die Menschen und die Welt tickten. Ich dachte ich wüsste was es bedeutet ein hartes Leben zu haben. Was war ich nur für eine Heuchlerin gewesen? Aber das war jetzt egal. Mein früheres Ich ist längst gestorben. Es war einfach zu schwach gewesen-für diese Welt. Ertrunken in den ganzen Tränen die es vergossen hatte.
Meine Füßen trugen mich immer weiter. Sie kannten dieses Weg in- und auswendig und schwebten fasst über diesen Boden, welcher in der Zukunft ein Ort des Schreckens markieren würde. Als Wahrschuss an diese Gesellschaft, die nur nach Erfolg lechzt und vergisst wofür Sie eigentlich da ist: Um zu Lieben, Lachen und Verzeihen. Aber wem sage ich das. War ich doch früher selbst einen von ihnen gewesen. Gezählt hat nur das Ansehen und das Aussehen. Auch wenn man es nie zugeben wollte. So war es doch immer so gewesen. Eine einzelne Tränen flossen meine Wangen hinunter, als ich mich ein letztes mal umdrehte. Mein Blick schweifte über diese riesen Fläche des grauen und verlor sich dann im klaren Nachthimmel.
Als sich mir immer weniger Häuser zum verstecken anboten rannte ich los. Meine Lungen füllten sich mit Luft, die nach Freiheit schmeckte. Ich hatte es geschafft. Doch eine Frage blieb unbeantwortet: Wollte ich überhaupt jemals wieder zurück? Ich wusste ich es nicht. Doch das war jetzt egal. Was zählte war die Freiheit, welche mir neuen Mut schenkte. Mut die ich dringend brauchte...
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Schokoladenkuss
FantasíaWas würdest du machen, wenn du auf einmal im Jahre 1938 aufwachen würdest? Der Duft vom Krieg liegt bereits in der Luft und die Welt spaltet sich immer weiter. Würdest du Kämpfen? Würdest du aufgeben? Die 20ig-jährige Leticia wacht eines Tages mitt...
