Sam
Der beißende Geruch von Desinfektionsmittel stieg mir sofort in die Nase sobald sich die großen Glastüren öffneten. Typisch Krankenhaus halt. Innen war alles kahl und die Wände natürlich weiß. Hier und da stehen ein paar Vasen mit Blumen. Meistens Tulpen. Wir gingen auf den alten Aufzug zu und Niall drückte auf den roten Knopf damit der Aufzug kommen würde. Mit einen leisen Pling kam der Aufzug zum stehen und die Türen gingen auf. Nacheinander stiegen wir ein. Hinter Liam glitten die Türen wieder zu und stille herrschte in dem kleinen Raum. Nur das Ruckeln des Aufzugs war zu hören. Louis drückte auf den Knopf für die 3.Etage und wir setzten uns in Bewegung. Niemand sagte was. Nur leises Atmen war zu hören. Diese Stille machte mich verrückt. Es war als ob jemand gestorben wäre. Ich seufzte und drehte mich zu Mary um. Ihre kleine Hand lag in Zayns. Sie hielt sie fest, als ob sie Angst hätte. Mein Blick wanderte zu ihrem Gesicht. Es war ziemlich ernst. Ihre Augen durchsuchten den Raum und fanden meine. Ihre Unterlippe bebte. Ich wusste, dass sie anfangen würde zu weinen. Schnell hockte ich mich vor sie. ,,Pssscht...alles ist gut, Mary. Wir sind hier um Harry zu besuchen. Er schläft noch ein bisschen, aber bald ist er wieder bei uns." Sie guckte mich noch immer an und umfasste die Kette, die in meinem Ausschnitt baumelte. Sie drehte und wendete sie. Fand sie wohl interessant. Wenn sie wüsste, dass diese Kette von ihrem Daddy ist, würde sie wahrscheinlich noch interessierter sein. Sie ließ die Kette und Zayns Hand los und legte ihre kleinen Arme um mich. Ich drückte sie an mich. Wieder erklang das Pling und die Aufzugtüren gingen auf. Mary machte keine Anstalten mich los zu lassen also hob ich sie hoch. Wir stiegen aus und folgten Louis der zielstrebig in eine Richtung ging, so als ob er den Weg schon ewig gehen würde. Wir hielten vor einer Tür mit der Nummer 213 an. Niall öffnete die Tür und alle gingen hin durch. Nur ich stand noch davor. Wenn ich jetzt durch diese Tür gehen werde, seh ich Harry wieder. Nach einiger Zeit. Aber ich weiß nicht ob ich dafür bereit bin. Ihn so zu sehen, so reglos als sei er tot. Ich ging ein paar Schritte, stand nun im Türrahmen. Mary spielte mit meinen Haaren als ob sie mich beruhigen möchte. Ein zartes Lächeln erschien in meinem Gesicht. Niall schaute mich abwartend an. Er trat zur Seite und gab den Blick auf Harry frei. Wie erwartet lag er da. Still und friedlich. Automatisch lief ich auf das Bett zu. Mary guckte Harry lange an und meinte dann: ,,Harry schläft friedlich." Ich nickte und setzte sie auf den Bettrand. Ihre Finger fuhren das Muster der Bettdecke nach. Ich musste unwillkürlich lächeln bei dem Anblick. Niall legte seinen Arm um mich. Er fuhr tröstende kreisbewegungen mit seinen Fingern auf meiner Schulter. Erst als etwas auf die Bettdecke tropfte, merkte ich, dass ich weinte. Aber ich wischte sie nicht weg. Nach so langer Zeit ließ ich ihnen freien lauf. Ich wollte meine Gefühle nicht mehr verdrängen, denn das hat nur Probleme bereitet. Meine Beine gaben nach, doch Niall hielt mich aufrecht. Er drehte mich so, dass ich ihn ansehen konnte. Doch ich wollte niemanden sehen. Ich vergrub mein Gesicht in seinem Tshirt und wartete darauf, dass ich mich beruhigte. Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen war bis jemand klopfte. Ich hörte wie die Tür geöffnet wurde und Schritte in unsere Richtung kamen. Eine Hand legte sich auf meine Schulter. Abrupt hob ich den Kopf und schaute in das Gesicht eines Mannes. Er war vielleicht Mitte 40 und recht groß. Er hatte einen weißen Kittel an, also ging ich davon aus, dass er Arzt war. ,,Nicht so viele Tränen vergießen wenn es doch Hoffnung gibt, junge Dame." Aufmunternd lächelte er mir zu. Ich nahm das Taschentuch, welches er mir hin hielt, und wischte die Tränen weg. Vorsichtig versuchte ich mein Make-Up zu retten. Ein trauriges Lächeln zierte mein Gesicht. Ich schaute zu Harry. Louis und Liam saßen auf Stühlen neben dem Bett, Mary lag schlafend auf Harrys Bauch und Zayn saß auf der Bettkante und hielt ihre Hand. Bei dem Anblick konnte ich nicht anders und grinste. Ich holte mein Handy raus und schoss ein Foto um diesen Moment festzuhalten.
Harry
Leere. Gähnende Leere. Alles ist ruhig. Im regelmäßigen Abständen hörte ich ein Piepsen, allerdings so leise das es anstrengend war darauf zu achten. Ich spürte meinen Körper nicht. Konnte mich nicht bewegen. Nicht Atmen. So gern würde ich schreien ich bin doch wach, aber ich habe keine Kontrolle über meinen Mund. Das Einzigste was ich noch kann, ist denken. Aber meine Fantasie geht mit mir durch. Ich erstelle Szenarios die mich fast umbringen.....ungewollt. Manchmal höre ich Stimmen. Viele kann ich nicht zuordnen, andere schon. Louis ist zum Beispiel oft hier. Manchmal redet er mit mir, aber ich verstehe ihn nicht. Seine Stimme ist so leise, als ob man mir Watte in die Ohren gesteckt hätte. Aber sie...das Mädchen meiner Träume...war nicht einmal hier. Mein Kopf sagt mir, sie habe jemand anderen gefunden. Aber mein Herz befiehlt mir, endlich auf zu hören sowas zu denken. Denn es wusste, dass sie mich nicht ersetzen würde. Sonst würde ich umsonst kämpfen. Nein! Stop! Du halluzinierst, Harry. Sie ist dein Mädchen. Immer wieder sah ich sie vor mir. So wunderschön und einzigartig....Ich wurde immer müder und dämmerte auch schnell weg.
Geräusche! Stimmen! Was ist das alles?! Ich kann sie hören....normal. Fasziniert konzentrierte ich mich auf das was sie sagten und versuchte die Stimmen zuzuordnen. Louis...seine Stimme würde ich unter Millionen erkennen....Zayn und...das müsste Liam sein! Der irische Akzent könnte nur Niall gehören. Es tat so glaublich gut zu wissen das sie da sind. Ich wollte sie unbedingt sehen. Ihre Gesichter, ihr Lachen.....dann hörte ich etwas was mich hellhörig werden ließ. Ein Schluchzen....Sam. Es ist traurig, dass ich sie an einem Schluchzen erkenne. Das deutet eindeutig darauf hin, dass sie zu oft weint. Das werde ich ändern. Denn das Geräusch zerriss mir das Herz. ,, ....junge Dame." Die Stimme hatte ich dem Arzt geteilt. Er musste mit Sam reden....verdammt! Warum habe ich den Anfang verpasst?! Ich spürte wie etwas von meinem Bauch genommen wurde. Warte mal...ich habe was gespürt! Vor Aufregung überschlugen sich meine Gedanken. Ich wurde nervös und ganz hibbelig. Ich wollte aufspringen und rum rennen und....oh mein Gott. Das ist das Gefühl was ich so lange vermisst habe. Sams weiche Lippen auf meinen. Ich genoss jeden Moment und realisierte nicht, dass ich sie zurück küsste, bis sie sich plötzlich zurück zog. Ich riss die Augen auf, um zu realisieren was passiert war. Ich schaute in ihre wunderschönen blaugrünen Augen. Schock und Freude las ich in ihnen. Eine komische Mischung....ihre Hand lag vor ihren Mund. Wovor hat sie sich erschrocken? Ich überlegte.... ,,Harry...." ,hauchte Sam, ihre Stimme zitterte. Auch bei mir saß die Überraschung tief. Ich hatte teilweise schon selbst die Hoffnung aufgegeben und jetzt das.... Ich spürte alle Blicke auf mir. Alle waren verwundert. ,,Harry...Gott sei Dank! Du lebst...es geht dir gut......." Sam strahlte mich an. Das konnte nicht sein....ich träume. Was passiert hier? Dreht mein Unterbewusstsein jetzt völlig durch....warum muss es mir das auch noch antun?! ,,Harry...was ist los? Warum weinst du?" Erschrocken schaute ich Lou an. Ich fasste mir an die Wangen. Nass. Nein.....nein. Das kann nicht dein Ernst sein, Harry. Du drehst durch.....jetzt bildest du dir schon ein, etwas zu spüren. So viele Stimmen prasselten auf mich ein. Ich hielt mir die Ohren zu, wollte nur aufwachen. Ich zog meine Knie an den Körper und versteckte meinen Kopf. Ich konnte sie alle nicht angucken....es tat so weh. Ich wollte das es echt ist! Verdammt...lass mich in Ruhe....ich habe nichts gemacht....lass mich aufwachen!
YOU ARE READING
A Day To Remember
FanfictionIn meiner Story geht es um 1D und ein Mädchen namens Samantha. Sie lernte die Jungs auf einem Konzert kennen. Es sollte ein perfekter Tag werden aber man gönnte ihr es nicht und sie musste all den Schmerz noch einmal erleben. Neugierig? Dann lies :)...
