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Orobor, Spätsommer des Jahres 2097

Die Sonne stand tief über den Wipfeln der Bäume, sandte einige ihrer Strahlen in einem dunklen Orange durch das dichte Blätterwerk bis auf die einsame Lichtung. Der dämmrige Lichtschein, der die gerade erträglichen Sonnenstrahlen ablöste, die Schatten die allmählich aus der Walddunkelheit krochen und ihre Finger nach jedem Fetzen Licht austreckten um ihn zu verschlingen, tauchten die Szenerie in einen unwirklichen Schein. Irgendwo in der Ferne stimmte einer der exotischen Vögel ein trauriges Lied an. Doch weder die geifernden Schattenhände, noch der liebliche Gesang des abendlichen Vogels konnten das Geschehen auf der Lichtung berühren.

Zwei schemenhafte Gestalten umkreisten sich, die Blicke fest ineinander geheftet, nicht willens den jeweils anderen auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Arquoss und Istaza hatten die Routine ihres Trainings auch heute, obwohl ihre Meisterin Inola noch immer auf einer Mission und daher weit weg unterwegs war, nicht unterbrochen. Wobei dies wohl nur Istazas Willen und ihrem hartnäckigen Beharren zu verdanken war, denn ihr jahrelanger Gefährte auf dem harten Weg zum Schatten hätte diese freien Tage nur allzu gerne genutzt um ein wenig zu entspannen.

Doch schon von Anfang an hatte die 17-Jähre einen großen Einfluss auf Arquoss gehabt, so dass er ihr auch jetzt nicht hatte abschlagen können gemeinsam zu trainieren.

„Zassh", knurrte der Ältere, als er einer von Istaza geworfenen Axt nur mit Mühe ausweichen konnte. Anstatt wie beabsichtigt seinen Kopf zu spalten, hinterließ die Knochenklinge nun lediglich einen blutigen Kratzer quer über seiner Stirn.

„Irgendwann bringst du mich noch um, Kleine", fügte er unwirsch hinzu und wischte sich mit dem Handrücken das schwarz glänzende Blut von der Stirn. Schon seit einer Weile hatte ihn die um zwei Jahre jüngere Weißhaarige nicht nur eingeholt, sondern war sogar dabei ihn zu übertreffen. Istaza ließ die zweite Axt sinken und schenkte dem älteren ein freches Grinsen.

„Dann solltest du schneller werden", entgegnete sie keck und sprintete an ihm vorbei um ihre Axt aus dem Dickicht am Rand der Lichtung zurück zu holen. Sie war flink, vor dem Hintergrund des ein dunkelnden Waldes kaum zu erkennen. Für einen kurzen Moment verschmolz ihr zierlicher Körper mit der Dunkelheit, schien gänzlich im Schwarz der anbrechenden Nacht zu versinken. Der nachdenkliche Blick ihres Gefährten ließ sie dabei keine Sekunde aus den Augen, wachsam und achtsam zugleich. Immer in der Erwartung einer neuen List, eines weiteren überraschenden Angriffs oder einer Gefahr von außen, die es galt von ihrem zarten Körper abzuwehren. Doch ebenso schnell, wie sie verschwunden war, tauchte sie auch wieder aus den Schatten auf.

„Lass uns für heute Schluss machen Izzy", meinte Arquoss mit einem erschöpften Seufzen und schob die beiden langen Dolche ohne auf eine Antwort zu warten in die Lederscheiden an seinem Gürtel. Sich abwendend machte der junge Mann mit dem dunkelgrauen Haar sich auf, die Lichtung zu überqueren und linkerhand einen mittlerweile gut sichtbaren Trampelpfad einzuschlagen.

Kurz sah ihm die Weißhaarige einfach nur nach, betrachtete die Schweiß glänzenden Rückenmuskeln bei jeder Bewegung in ihrem Spiel, folgte mit ihren Augen der feuerroten Linie auf seiner Wirbelsäule. Seit über sieben Jahren kannte sie den älteren nun schon, hatte in ihm genauso einen großen Bruder gefunden wie er in ihr eine kleine Schwester. Sie hatten so vieles gemeinsam durchgemacht. Hatten miteinander Schweiß, Blut und auch Tränen geteilt in den letzten Jahren. Und dennoch schien es ihr, als würde sich ihr großer Bruder allmählich von ihr distanzieren. Mit einem gleichgültigen Zucken ihrer Schultern setzte sie sich ebenfalls in Bewegung, schloss mit schnellen Schritten zu ihm auf. Er würde ihr schon noch erzählen was ihn beschäftigte, da war sie sicher.

Schweigend gingen sie eine Weile einträchtig nebeneinander her, folgten den inzwischen altbekannten Pfaden ihrer Trainingsheimat. Das nächste Dorf war eine zweistündige Wanderung entfernt. Nie kam jemand außer ihnen hier her, was nicht zuletzt an den vielen Gefahren dieser Gegend lag. Es gab Wildkatzen, die doppelt so groß waren wie Istaza, Schlangen die einen Unari innert weniger Sekunden erwürgen konnten. Und überall waren Spinnenweben, deren Bewohner nie weit waren, Erdspalten, die sich plötzlich unter einem auftaten und Gruben freigaben aus denen man niemals wieder aus eigener Kraft heraus klettern könnte.

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⏰ Terakhir diperbarui: Apr 15, 2017 ⏰

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Eben doch nicht wie GeschwisterCerita yang bikin terobses. Temukan sekarang