Kapitel 1

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Sie ging auf die Straße. Nichts war vor ihr. Nichts. Nur ihr Schatten, den sie betrachtete. Aber sonst? Nichts! Sie musste zur Schule. Wo war der Bus? Wo waren die anderen Kinder? Wo war sie selbst? Ihr kam es so vor, als wäre sie in einer total anderen Welt. In einem Traum. Aber alles sah so echt aus. Sie träumte nicht. Es war real. Alles, was sie gerade sah, alles was sie dachte, jeden Windhauch, den sie spürte war echt. Es war real. Aber warum kam es ihr so unecht vor? Warum dachte sie, dass sie träumt? Warum war hier niemand? All diese Fragen hatte sie im Kopf, doch keine konnte sie beantworten. Keine Einzige.
Sie suchte nach einem anderen Menschen. Nach einem anderen Tier. Nach überhaupt irgendetwas Lebendem. Aber hier ist nichts. Kein Lebenszeichen. Und dabei ist sie doch gestern erst her gezogen. Wir sind doch gestern erst her gezogen, dachte sie. ,,Warum ist hier niemand?", schrie sie dann durch die leeren Straßen. Aber sie bekam keine Antwort. Sie hörte nur ihr Echo. Nichts weiter. Sie wusste ja noch nicht einmal, wo ihre Schule ist. Wie sollte sie jetzt dort hin kommen? Sie beschloss einach die Straße entlang zu gehen, ohne zurück zu blicken. Sie ging erst langsam. Dann verdoppelte sie ihr Tempo. Und zum Schluss rannte sie. Sie traf niemanden. Niemand kam ihr entgegen, niemand sagte ihr hallo, niemand guckte sie an. Niemand. Hier war Niemand. In dieser Stadt, in die sie gestern erst eingezogen ist, ist niemand. Ich muss wohl träumen, dachte das inzwischen veränstigte Mädchen.
Sie legte sich auf den Rasen und lauschte dem Geraschel der Bäume. Jedenfalls versuchte sie das, aber es wehte kein Lüftchen. Nichts konnte sie hören. Totenstille. Das war das Einzige.
Auf einmal... sie sah etwas an sich vorbeihuschen. Konnte aber nicht erkennen, wer es war. Oder doch lieber, was es war? Schon wieder! Es schoss an ihr vorbei. Wieder konnte sie nichts erkennen. Aber es war kein Mensch. Soviel stand fest. Sie dachte als erstes, dass sie sich das nur einbildete, aber nein. Dort war wirklich etwas. Sie konnte es nur nicht erkennen. Sie hörte etwas unverständliches flüstern. Sie versuchte genauer hinzuhören. ,,Violet", hörte sie richtig? Sagte es ihren Namen? Sie konzentrierte sich nocheinmal. Wieder! ,,Violet". Das gibt es nicht dachhte sie. Wer war er, sie, es? Violet wusste selbst nicht genau, was sie sagen sollte. Sie stand ganz langsam auf. ,,Jetzt bloß keine Voreiligen Bewegungen!", ermahnte sie sich. Zu spät. Es stand schon vor ihr. Es? Wohl eher ER. Aber wer war ER? Bevor sie einen Ton heraus bringen konnte wurde sie auch schon auf die Arme genommen und in Lichtgeschwindigkeit von diesem seltsamen Ort weggebracht. Auf dem Weg wurde ihr schwarz vor Augen und sie konnte nicht mehr sehen, wo er sie hin brachte. Als Violet aufwachte saß sie in einem dunklen Raum. Auf dem Fußboden. ,,Natoll, von einem heißen Typen entführt worden. Und das an meinem ersten Schultag. Klasse!", sagte Violet laut in den Raum, in der leisen Hoffnung, dass sie jemand hört und herein kommt. Aber es kam niemand...

Bis es geschah...Stories to obsess over. Discover now