I. Abenddämmerung
Du standest grinsend vor mir,
ich hatte dich nicht erwartet.
Genau so wenig,
wie deine Schönheit.
Dein Blick bewanderte mich,
bis du bemerktest,
dass der Meine es dir gleich tat.
Deine Augen glänzten.
Schnell sahst du weg;
für einen Augenblick
versankst du in Gedanken.
Dachtest du an mich?
II. Sonnenuntergang
Es dämmerte langsam,
die Sonne ging unter.
Wir kamen uns näher;
ganz sachte.
Dein Atem ging unruhig,
du sahst mich nicht mehr an,
jedoch ich dich.
Du bist wunderschön.
Du spürtest meinen Blick.
Deine Wangen färbten sich
wie die Farben des Himmels:
Rötlich.
III. Mondschein
Der Himmel war dunkel,
wir gingen die Straße entlang.
Blumen frostüberzogen,
kühle Frühlingsnachtluft.
Du hattest geredet, ich lauschte.
Deine Stimme: hell und klar,
so, wie der Mond
strahlte in dieser Nacht.
Die Blumen tanzten,
sie tanzten im Wind;
du schautest ihnen zu,
ich schaute dir zu.
IV. Sternenlicht
Und so saßen wir
unter den Sternen,
die nahezu heller leuchteten,
als der Mond.
»Erst beim Aufgang der Sonne
werde ich aufhören,
dich zu lieben.«,
versprachst du leise.
Und dann nahmst du meine Hand.
Wir rannten gemeinsam,
gemeinsam Richtung Westen,
denn im Osten geht die Sonne auf.
V. Sonnenaufgang
Wir kamen nicht an
in unserem Paradies,
wo die Sonne nicht aufgeht;
niemals nie aufgehen würde.
Du ließt meine Hand los,
wirktest schwach,
eine kleine Träne
rann über dein Gesicht.
Für eine Nacht waren wir;
waren wir echt,
waren wir Liebe,
doch dann ging die Sonne auf.
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Frostüberzogene Frühlingsblumen
PoetryDie Liebe, wie sie ist, hält manchmal ewig. Manchmal.
