Kapitel 18.2

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Dankbar drehte ich mich in seiner Umarmung zu ihm und schlang auch meine Arme fest um ihn. Mein Gesicht vergrub ich an seiner Brust, damit er nicht sah, wie idiotisch ich grinste. Ich war gerade einfach nur glücklich, dass das endlich geklärt war. Wobei ich immer noch nicht alles verstand. Warum Samu so einen hohen Preis für seine Familie zahlte, warum er es auch noch gerne machte, aber vorallem warum mich dieser fremde, für mich, viel zu alte Mann so beschäftigte...

Alle diese Fragen würde ich heute noch stellen, da war ich mir sicher. Bis auf die letzte... Ich wollte nicht, dass er mich für so ein naives, pupertäres Mädchen hält.

Immernoch saßen wir beide nebeneinander, die Arme um den jeweils anderen geschlungen. Langsam spürte ich wie Samu sich immer weiter, Stückchen für Stückchen weiter nach hinten lehnte. Er ließ mich aber keinesfalls aus seinen Armen heraus. Nein. Er hielt mich fest umschlungen und zog mich immer weiter auf seinen eigenen Körper herauf. Nach wenigen Sekunden lag er komplett mit dem Rücken auf dem Bett und ich mit dem Kopf auf seiner Brust. Ich konnte seinen ruhigen, gleichmäßigen Herzschlag spüren, was mich nur noch hibbeliger machte. Auf einmal hatte ich wieder so viel Energie, um hier in diesem Raum ein paar Salotos schlagen zu können. Innerlich war ich ein reines Nervenbündel, aber äußerlich blieb ich ruhig. 

Samu's pov:

Genau da wollte ich sie haben. Da und niergends anders. Sue lag mit dem Kopf auf meine Brust gekuschelt und atmete ruhig. Zugegeben, so wie ich sie da hin bekommen hatte, war nicht grade der kreativste Trick gewesen, aber funktioniert hat es ja schließlich. In diesem Moment war ich einfach nur erleichtert. Nichts mehr, einfach nur erleichtert. Sie schien mich also nicht für komplett krank zu halten. Zum glück! Eigentlich wollte ich jetzt einfach nur so hier liegen bleiben und warten, bis wir irgendwann ruhig einschlafen. Doch nach ein paar Minuten spürte ich wie Sue ihren kopf zu mir drehte und anhob.

Ich öffnete meine Augen, die ich eben glücklich geschlossen hatte und blickte sofort in zwei riesen große, ozeanblaue Augen, die mir unverwegen entgegen schauten.

"Samu? Aber eins muss ich noch wissen..",  sagte sie sehr zarghaft.

"Was denn honney?", brummelte ich und schloss wieder meine Augen. Sonst würde ich durch diese blauen Augen noch komplett verwirrt werden. So konnte ich mich einfach besser konzentrieren. Sue hatte einfach eine vernünftige Antwort verdient.

"Warum?" Warum... mehr bekam ich nicht als Frage. Verwirrt öffnete ich wieder meine Augen, nur um wieder in diese Augen zu schauen, die mich auf jeder Ebene verwirrten.

"What do you mean?", stammelte ich nur leise...

"Ja alles... Warum lässt du das alles mit dir machen? Warum nimmst du das alles in Kauf? Ich meine du machst mit deiner Cousine auf heile Beziehung, küsst sie und vorallem lebst mit ihr in einer Wohnung!?"

Immernoch durchbohrten mich ihre Augen permanent. Ich schloss also wieder meine eigenen und legte meinen Kopf zurecht.

"Listen Sue... Es ist so... Mein Vater left my mother when I was a child. Ich hatte nichts von meinem Vater. Jetzt habe ich meinen Vater. Now I spend much time with him and I really love him. Ich will ihn nicht wieder verlieren und außerdem I love my cousine sie ist meine beste Freundin. So it wasn't bad for me mit ihr zu leben.", redete ich drauf los. Susanne blieb still und hörte fast schon gespannt zu. Als ich fertig war mit reden, legte sie einfach wieder ihren Kopf auf meiner Brust ab und gab nichts mehr von sich, außer ein leises Brummeln. Wahrscheinlich hatte ich ihr für den Anfang wieder genug Stoff zum grübeln geliefert. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen atmete ich einmal durch und ließ meinen Gedanken freien Lauf...

Sue's pov:

Nach Samus Erklärung war mein Kopf mal wieder wie leergefegt. Ich hatte nicht erwartet, dass er so ehrlich antwortet. Also zusammen gefasst sagte er, er mache es weil er seinen Vater nicht verlieren wollte und seine cousine seine beste Freundin war...

Irgendwie kam bei mir da fast schon Mitleid bei dem Gedanken auf, dass Samu anscheinend echt Panik davor hatte, seinen Vater zu verlieren. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie das sein musste. Ich grübelte vor mich hin. Sinnierte über Samu und seine Familie, fragte mich was Samus Vater, denn für Vorsätze hatte. Pessimitisch wie mein Gehirn nunmal manchmal war, malte es sich die schlimmsten Dinge aus. Gedanken über einen Vater, der Samu nur ausnutzt und früher oder später verletzten würde geisterten in meinem Oberstübchen hin und her.

Ich lag immer noch auf Samus Brust und spürte seinen Atem, der immer ruhiger und ruhiger wurde, bis ich mir ziemlich sicher war, dass der werte Herr Haber eingeschlafen war. Irgendwie fing ich an zu grinsen. Diese Situation bedeutete für mich, geborgen in den Armen eines Mannes einschlafen zu können, ohne dass ich nachher als Freak dastehen würde. Schließlich war er ja zuerst eingeschlafen. Beruhigt schloss auch ich meine Augen und seufzte wohlig. Ich kuschelte mich noch einmal dicht an ihn und schlummerte auch fast zeit gleich ein...

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Ich muss leider sagen, dass das nächste Kapitel (also Kapitel 19) ein bisschen auf sich warten lassen wird. Das liegt daran, dass ich am Freitag Geburtstag habe und Samstag und Sonntag jeweils ein Konzert habe und dannoch obendrein am Montag für 'ne Woche auf Klassenfahrt bin... da komm ich leider nicht zum schreiben. Also ich entschuldige mich jetzt schon mal dafür, dass das nächste Kapitel frühestens am 16.02 oder 17.02 kommt...   :S

Sorry :*

New Neighbour Samu HaberWhere stories live. Discover now