Kapitel 1 - Der Abschied

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Es schlug 13 Uhr und die Welt um mich herum verstummte. Heute, direkt nach der Messe in der alten Dorfkirche, wurde die neue Königin gewählt. Die Wahl einer Königin, was für ein tolles Ereignis, mögt ihr euch jetzt wohl denken. Doch schön war das genaue Gegenteil dieser Veranstaltung.
Jeden ersten Sonntag eines Monats waren alle Mädchen und Frauen ab 13 Jahren dazu verflichtet, sich im Hofe des Schlosses zu versammeln. Ohne Väter, ohne Freunde, nur mit der Hoffnung, abends wieder zu seiner Familie zurückkehren zu können.

Der dreizehnte Schlag. Das war mein Zeichen. Ich erhob mich vom Mittagstisch und blickte in die sorgenvollen Augen meiner liebenden Familie. Wir waren heute nicht zur Messe gegangen - wir gingen am Wahltag nie dorthin. Lieber verbrachten wir den möglicherweise letzten gemeinsamen Morgen zusammen. Zuerst nahm ich meinen Vater in den Arm: "Ich liebe dich, Dad!", murmelte ich in sein Ohr, "Pass gut auf auf Joey und Lou auf, sie sind noch zu klein um alleine klarzukommen!" Mein Vater nickte, trat einen Schritt zurück und sah mir fest in die Augen. "Bis heute Abend, Catherine!"
Ich erwiderte gezwungen sein Lächeln.
Catherine. Das war nicht ich. Es war der Name meiner wunderbaren Mutter. Doch sie konnte mich heute nicht umarmen und mir einen Abschiedskuss geben. Das hatte sie schon vor drei Jahren tun müssen, einen Monat bevor sie starb.
Seitdem waren meine Geschwister und ich eigentlich Waisen. Mein Vater begann nach ihrem Tod zu trinken und schottete sich immer weiter von uns ab. Ich hatte ihn gebeten, wenigstens heute nicht zu nüchtern zu bleiben, damit er für die beiden Kleinen da sein konnte - er hatte es mir versprochen. Doch trotzdem konnte ich seine Fahne deutlich riechen.
Lou schluchzte. Ich dreht mich zu ihr und ihrem ein Jahr älteren Bruder um. Mit nur sechs Jahren musste er vielleicht ab heute der Mann im Haus sein. Der "Mann". Ein Sechsjähriger. Ein Junge in diesem Alter sollte draußen spielen und seine Schwester ärgern - nicht arbeiten gehen und der Vater für eben dieses Mädchen sein.
Ich strich ihr kurz über die Haare, bevor ich mich erst noch Joey zuwandte.
Er sah mich mit seinen tieftraurigen, weisen Augen an. Er wusste was es bedeutete, Königin zu werden. Ältere Jungen hatten es ihm auf der Gasse erzählt. Ich drückte ihn fest an mich: "Mein kleiner großer Joey! Du bist so stark! Behalte dir diese Tapferkeit immer bei. Ich liebe dich und ich bin so stolz auf dich.. und Mum wäre es auch, glaube mir." Er gab mir einen sanften Kuss auf die Wange. "Wir werden uns wiedersehen. Eines Tages. Irgendwo." Lou schluchzte erneut und ich kniete mich, immer noch von den Worten meines Bruders berührt, vor sie.
"Lou, meine kleine Prinzessin! Alles wird gut. Weine nur nicht. Du weißt doch was Mummy immer gesagt hat: Wenn ich zurück komme, war ich nicht gut genug für unseren König. Nur wenn ich nicht mehr nach Hause komme, wisst ihr, dass Mama eine Königin ist. Eine stolze und tolle Frau. Ich werde dann an einem schönen Platz sein und euch Tag für Tag beobachten. Und jedes Mal, wenn die Sonne am Horizont erscheint, sollst du daran denken, dass ich euch über alles liebe!"
So hatte Mom es meiner Schwester damals erklärt. Wie auch sonst? Wie soll man einem zweijährigen Mädchen erklären, dass es seine Mutter weggehen musste?
Diese Sätze sagte ich ihr immer, wenn sie mich fragte, wo Mom ist. Jeden Abend, wenn sie nicht einschlafen wollte, weil sie sie vermisste und jeden Morgen, wenn wir gemeinsam in den Sonnenaufgang blickten. Man mag es kaum glauben, was ein Kind alles versteht.
Verstehen muss.
Ich umarmte sie und küsste sie zärtlich auf die Stirn. "Auch ich habe nun die Möglichkeit, Königin zu werden. Und dann werde ich mit Mommy gemeinsam auf dich hinab schauen und voller Stolz sagen können, dass du ein Teil von uns bist." Ob sie begriff, wo dieser wundebare Ort, von dem ich erzählte, sich befand? Wohl eher nicht. Sie besaß noch so viel kindliche Fantasie und kannte nichts Böses in der Welt. "Werde auch ich eines Tages Königin sein?", unterbrach sie meine Gedanken mit leuchtenden Augen. "Du wirst ein tolles und langes Leben führen, meine Prinzessin.", antwortete ich bestimmt.
Denn nach mir würde es keine weitere Königin mehr geben. Dafür würde ich sorgen.

Hey du! Ich freue mich total, dass du auf meine Geschichte gestoßen bist! Ich mich sehr über einen Kommentar oder eine Rückmeldung von Dir freuen! Wie findest du den Anfang? Hast du Verbesserungsvorschläge? Was ist nur mit der Mutter der Geschwister geschehen und wird die Erzählerin der Geschichte ihren Plan in die Wirklichkeit umsetzen können?
Was denkst du?
Lass mich von Dir hören!
In Liebe, Ich♡

PS: Es ist mein erster Versuch zu schreiben, also sei nicht zu streng mit mir;)

Wenn das Herz zu Stein wirdWhere stories live. Discover now