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"Jetzt begreifst auch du, dass stille Schmerzen hervorrufen kann, wie es der größte Lärm nicht vermag."

Die Worte gehen mir immer wieder durch den Kopf. Sie Fesseln mich. Es schmerzt. Er hat recht. Die Stille Schmerzt. Mehr wie jeder Streit. Mehr wie jede Beleidigung. Es tut weh. Ich sitze hier. In meinem Zimmer. Vor dem Fenster. Starre den Mond an. Und immer wieder gehen mir die Worte durch den Kopf. Ich schaue auf mein Handy. Lese mir die Worte durch. Sie tun weh. Aber das habe ich ja schon erwähnt. Was soll ich tun? Ich habe ihn verletzt. Er fehlt mir unglaublich. Ich vermisse sein Lachen. Seinen Geruch. Seine Nähe. Die Nachricht ist das letzte von ihm. Fehle ich ihm etwa nicht? Nicht einmal ein kleines bisschen?! Ich ziehe mich an und laufe durch die Straßen. In meinem Kopf der Satz. Dauerschleife.

Ich laufe an seiner Wohnung vorbei. Es brennt kein Licht. Tagelang nichts mehr von ihm gehört. Geht's ihm gut? 'Ich mach mir sorgen um dich. Bitte melde dich.' Ich laufe noch einmal an seiner Wohnung vorbei. Vielleicht brennt ja jetzt Licht? Nein. Ich fange an zu weinen. Kann die Tränen nicht zurück halten. Es tut einfach zu weh. Ich ertrage diese Stille nicht mehr. Diese Einsamkeit. Sie bringt mich um. Und dieser Satz hat mir den Rest gegeben. Vielleicht hänge ich so an dem Satz weil es das letzte von ihm ist. Oder weil es einfach stimmt.

Ich laufe nach Hause. Sehe nach oben in mein Fenster. Das Licht brennt. Hab ich bestimmt mal wieder vergessen auszumachen. Ich schließe auf und laufe die Treppen nach oben. Ich wische meine Tränen aus meinem Gesicht und schließe die Wohnungstür auf. Warum fange ich jetzt wieder an zu weinen. Vielleicht wegen den Bildern an den Wänden? Oder wegen den Erinnerungen. An jeder Stelle der Wohnung könnte ich eine ewig lange Geschichte erzählen, was genau da passiert ist. Was wir hier erlebt haben. Ich lief in die Küche und holte mir ein Tempo. Ich wusch meine Tränen weg, was nicht viel brachte, da ich sowieso weiter weinte. Dann setzte ich mich auf die Couch. Ein Shirt von Taddl. Sofort nahm ich es und drückte es an mein Gesicht. Ich sog den Geruch ein. Wie sehr er mir fehlte.. Letztendlich legte ich mich hin und rollte mich zusammen. "KOMM ZURÜCK!" Schluchzte ich. "Es tut mir leid... Ich liebe dich doch.. Taddl... Ich weis jetzt was du meintest mit dem Satz.. Ich verstehe es. Die Stille tut weh. Ich ertrage das nicht mehr. Ich ertrage die Stille nicht mehr. Ich bin so erschöpft."

Ich schloss meine Augen als ich Schritte hörte. Ich zuckte zusammen. Die Schritte kamen näher. Ich Presse mich gegen Taddls Shirt. Eine Hand auf meiner Schulter. Eine Träne läuft meine Wange herunter. Eine von vielen. Die Hand zieht mich nach rechts, so dass ich auf dem Rücken liege. Ich traue mich nicht meine Augen zu öffnen. Die Person tippt mich an. Ich schluchze und bringe ein leises "was willst du" raus. Wieder werde ich nur angetippt. Langsam öffne ich meine Augen. Taddls Shirt halte ich fest in meinen Händen. Am Anfang sehe ich nur Umrisse und verschwommen von den Tränen die noch immer über meine Wange laufen. Nicht nur wegen der Trauer sondern mittlerweile auch aus Angst. Was, wenn das ein Einbrecher wäre?.. Wobei diese Vermutung ziemlich dumm war. Welcher Einbrecher würde einen antippen..?! Ich reiße meine Augen auf und starre in sein Gesicht. Mein Herz rast. Ich stehe auf und sehe ihn an.
"T..." Bringe ich nur raus. Ich fange an zu weinen und sinke zu Boden. Er läuft auf mich zu und nimmt mich sofort in seine Starken Arme. Er ist es. Er ist hier. Bei mir. Ich in seinen Armen. "Stille kann weh tun." Flüstert er. "Stille bringt mich verdankt nochmal um.." Antwortete ich. "Verzeih mir." Erwiderte ich Schluchzend.
"Das habe ich doch schon Manu."
"Es darf nie wieder still werden okay?"
"Okay."

Stille OneshotWo Geschichten leben. Entdecke jetzt